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Steuern

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Steuergesetz: Das ändert sich ab 2018

Das Besteuerungsverfahren
in Deutschland wird modernisiert und soll ab 2018 weitgehend ohne Belege auskommen. Zu den wichtigsten
Änderungen im Steuergesetz
gehören die Verlängerung
der Abgabefrist für die Steuererklärung und die Festsetzung eines Verspätungszuschlags. Was das genau für Sie
bedeutet, hat die Ortszeitredaktion für Sie zusammengefasst.
Abgabefrist verlängert
Ab dem Steuerjahr 2018 gilt eine
neue Frist für alle Steuererklärungen: Diese müssen dann erst
bis zum 31. Juli des Folgejahres
(für die Steuererklärung 2018
also bis zum 31. Juli 2019) beim
Finanzamt eingehen. Wenn Sie
einen Steuerberater mit der Erstellung der Steuererklärung be-

auftragen, hat dieser künftig bis
zum 28/29. Februar des übernächsten Jahres Zeit, die Steuererklärungen abzugeben. Für
die Steuererklärung 2018 wäre
also der 28./29. Februar 2020 Fristende.
Mit der Verlängerung der Abgabefristen wird auch der Verspätungszuschlag im Steuergesetz neu geregelt. Ob ein
Verspätungszuschlag festgesetzt
wird, entscheidet nach wie vor
der Finanzbeamte. Ausschlaggebend ist dabei aber künftig nur
noch das Nicht-Einhalten des Abgabetermins. Der Verspätungszuschlag droht auch dann, wenn
die Steuer 0 Euro (Nullfestsetzung) beträgt oder es gar zu einer Steuererstattung kommt.
Bei der erstmaligen Verspätung
wird in der Regel ein Auge zugedrückt ­ es sei denn, dass es zu
einer größeren Steuernachzah-

lung kommt. Bei Jahressteuererklärungen beträgt der Zuschlag
für jeden angefangenen Monat
der Verspätung 0,25 % der Steuernachzahlung, mindestens jedoch 25 EUR je Monat. Durch
diese detaillierte Vorgabe im
Steuergesetz sollen Rechtsstreitigkeiten vermieden werden. Außerdem werden durch die Mindestbeträge künftig auch Fälle
mit Nullfestsetzung oder Steuererstattung nicht vom Verspätungszuschlag verschont.

Belege müssen nicht mehr
zwingend vorgelegt werden
Eine erhebliche Vereinfachung
dür f te die Neufassung des
Steuergesetzes in Bezug auf
die Belegvorlage sein. Denn
künftig müssen mit der Steuererklärung keine Belege mehr
eingereicht werden. Das Finanzamt kann die Unterlagen
aber bei Bedarf anfordern. Damit wird aus einer Belegvorlagepflicht eine Belegvorhaltepflicht.

Ortszeit Oktober 2017 | 35

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