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Heidelberg Nachrichten · Future Print
I NNOV A T I ON
G A L L E RY
Auf zu neuen Ufern
drucken hat zukunft // Im Prinzip geht's beim Drucken noch immer um das
,,Aufbringen von Farbe auf Papier". Und in Zukunft? Anwendungs- und Vorentwickler
der Heidelberger Druckmaschinen AG testen und verwirklichen neue Verfahren,
die dem Druck ganz neue Perspektiven eröffnen können. Daraus entstehen für die
Printmedienindustrie womöglich ungeahnte Geschäftspotenziale.
in zunehmend wichtiger
Entwicklungsschwerpunkt
ist das sogenannte ,,funk
tionale Drucken": Als ,,funktional" gelten generell alle
Eigenschaften, die ein Print
medium aufwerten. Dabei
kann es sich sowohl um neue dekorative
bzw. visuelle, aber auch um elektrisch bzw.
elektronisch funktionale Merkmale handeln. Die Forschungsanstrengungen zielen
vor allem auf die Entwicklung neuartiger
Anwendungen für die Printme ienindustrie
d
ab: Es geht beispielsweise um außergewöhnliche Veredelungstechnologien, mit denen
sich Druckereien stärker vom Wettbewerb
abheben können. ,,Markenhersteller suchen
ständig nach neuen Effekten", weiß Frank
Kropp, Leiter Forschung und Entwicklung bei
der Heidelberger Druck aschinen AG, ,,und
m
mit innovativen Anwendungen helfen wir
unseren Kunden, vom zunehmenden Bedarf
nach immer spezielleren Printprodukten zu
profitieren!"
E
Funktionen fürs Gefühl. Aus diesem Grund
arbeiten die Forscher und Entwickler von
Heidelberg u.a. an Veredelungstechniken,
die durch feine Strukturen nicht nur optische,
sondern zugleich auch besondere haptische
Erlebnisse mit sich bringen. Ein Beispiel dafür sind Sondereffekte mit Lacken namens
,,Cristala", die z.B. durch feine Linienmuster
in einem transparenten Lack ebenso spür are
b
wie richtungsabhängige Glanzeffekte erzeugen (Kippeffekte). Sonderlackeffekte in Richtung 3-D oder Holografie werden ebenfalls
60 · drupa 2012 special
untersucht. Außerdem arbeiten die Entwickler an Themen, die die Nutzung existierender Maschinen erweitern sollen. Dazu gehören auch Ansätze für Effektpigmente,
die neue Anwendungen für Anicolor- oder
Speedmaster Duo-Modelle eröffnen.
Funktionen für die Zukunft. Die Überlegungen der Entwickler zu neuen Funktionen für Druckprodukte beschränken sich
aber nicht nur auf die innovative Ansprache
der menschlichen Sinne: Inzwischen arbeitet Heidelberg mit mehreren Kooperationspartnern auch an gedruckter Elektronik.
Die Grundlage hierfür bilden elektrisch leitfähige Flüssigkeiten, die sich ähnlich wie
Tinten, Farben oder Lacke auf ein Trägermaterial aufbringen lassen. Dadurch ist
schon jetzt der Druck einfacher elektronischer Schaltungen möglich. Diese gedruckten Schaltungen können zwar (noch) nicht
so viel wie beispielsweise RFID-Chips, sie sind
in der Herstellung aber deutlich billiger als
ihre Gegenstücke auf Siliziumbasis. Außerdem übertreffen die Einsatzmöglichkeiten
der gedruckten Schaltungen den Funktionsumfang der bislang üblichen Barcodes erheblich. ,,Durch den Know-how-Aufbau beim
Drucken von funktionalen Materialien wollen wir unsere Branche langfristig in die
Lage versetzen, komplett neue Geschäftsfelder zu erschließen", betont Kropp. Im Gemeinschaftslabor der Kooperationspartner,
der InnovationLab GmbH in Heidelberg,
wachsen neben den besagten Schaltungen
auch schon neue Herstellverfahren für
Photovoltaik-Module, Displays oder Leucht-
reklame-Elemente heran. Dabei werden die
Schaltungen in Form von sogenannten OLEDLichtelementen (Organic Light Emitting
Diodes) drucktechnisch hergestellt.
Funktionen für heute. Optoelektronische
Komponenten spielen auch bei der Herstellung der Printmedien eine immer wichti
gere Rolle beispielsweise im Bereich der
UV-Trocknung: Innovative UV-LEDs zur Aushärtung von UV-Farben und -Lacken sind
energieeffizienter und damit umweltschonender als konventionelle UV-Röhren. Außerdem vermeidet ihr ,,kaltes Licht" die Erwärmung von Maschinenteilen und ermöglicht
dadurch die problemlose Verarbeitung von
temperaturempfindlichen Bedruckstoffen.
Von derartigen Vorteilen können Heidelberg
Kunden dank eines neu entwickelten UV-LEDTrocknungsmoduls schon jetzt profitieren.
Demgegenüber ist die Trocknung per Laser
momentan noch Zukunftsmusik ebenso wie
die Weiterentwicklungen bei optoelektronischen Arrays für die Bebilderung in digitalen
Drucksystemen. ,,Aber auch daran arbeiten
wir bereits", verrät Frank Kropp.
Von diesem Erfindungsreichtum können
sich drupa-Besucher in der ,,Innovation Gallery" in Halle 1 selbst einen Eindruck verschaffen: Dort gewähren Forscher und Entwickler
von Heidelberg verschiedenste Einblicke in
die Zukunft der Drucktechnik. n
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