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StadtLandschaft

Quellbecken Kaiserpfalz.

Wo Adam und Eva zu Hause sind
Auf der anderen Seite des unter Naturschutz stehenden Geißelschen Gartens,
der von den Armen der Rothoborn- und
der Dielenpader umflossen wird, verläuft
die kleine Straße ,,Auf den Dielen". Der
Name wurde gewählt, weil in früheren
Zeiten ein hölzerner Steg über die Dielenpader an den Häusern entlang verlief.
Sehenswert sind einige sorgsam restaurierte Fachwerkhäuser und vor allem das
Adam-und-Eva-Haus in der Hathumarstraße aus der Mitte des 16. Jahrhunderts.
Das Adam-und-Eva-Haus ist Paderborns
ältestes und schönstes erhaltenes Fachwerkhaus. Ins Auge stechen sofort die figürlichen Schnitzereien und bunten Malereien an der Fassade. Das Gebäude wurde
1975 restauriert und beherbergt seitdem
das Museum für Stadtgeschichte.
Das geistliche Paderborn
Über die Krämer- und Heiersstraße und
vorbei am 1993 errichteten jüdischen
Mahnmal erreichen Sie die Straße Am
Busdorf mit der 1036 geweihten Busdorfkirche. Die barocke Portalfront stammt
aus der Zeit um 1665. Im sehenswerten
Kreuzgang, ,,Pürting" genannt, sind zwei
Flügel aus romanischer Zeit erhalten. Der
Achteckbau mit vier Flügeln entstand
nach dem Vorbild der Grabeskirche zu
Jerusalem. Von diesem ersten Bau sind
noch die beiden Rundtürme (die einst die
Front flankierten) und der Westflügel erhalten. Die barocke Vorhalle wurde 1667
gebaut. Folgen Sie nun der Kasseler Straße bis zur Einmündung des Kamps. Das
lang gestreckte Eckgebäude ist das Erzbi-

Die 1036 geweihte Busdorfkirche, ein Achteckbau mit vier Flügeln, entstand nach dem
Vorbild der Grabeskirche zu Jerusalem.

schöfliche Palais. Am modernen Einkaufszentrum Libori-Galerie vorbei kommen
Sie zum Libori-Kump mit einem Denkmal
des Schutzheiligen. Links davon befindet
sich das Gebäude der 1720 errichteten
ehemaligen Poststation, heute Zentrale
des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken. In dem weiträumigen Gebäudekomplex des Gymnasiums Theodorianum und der Theologischen Fakultät,
der sich an die 1692 geweihte ehemalige
Jesuitenkirche ,,St. Xaverius" anschließt,
befand sich früher die 1614 gegründete
erste Universität Westfalens.
Die Jesuitenkirche, eine dreischiffige Basilika mit Emporen, zeigt sich nach erfolgter Restaurierung im Inneren ungewöhnlich hell und schmuckvoll. Der im Zweiten
Weltkrieg zerstörte Barockaltar wurde in
den Jahren 1989-2003 originalgetreu rekonstruiert. Mit ihrer prächtigen Barockfassade ist die Jesuitenkirche neben der
Kölner Jesuitenkirche das bedeutendste
Gotteshaus des Ordens in Nordwestdeutschland. Sie entstand in den Jahren
1682-92. In der Haube des mächtigen Turmes befand sich die Sternwarte des einstigen Jesuitenkollegs.
Weitere historische Bauwerke in der Innenstadt, die eine Besichtigung lohnen,
sind die Franziskanerkirche in der Westernstraße, die Liboriuskapelle am Liboriberg (1630) und die Kapuzinerkirche aus
der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Die 1671 vollendete Franziskanerkirche,
die heute in der Mitte der Fußgängerzone liegt, zeigt in ihrer Fassade Einflüsse
des italienischen Barocks. Das Gottes-

haus ist mit dem noch bewohnten Franziskanerkloster verbunden. Vor der malerischen Treppenanlage steht einer der
alten ,,Kümpe".
Die ehemalige fürstbischöfliche Residenz Schloß Neuhaus im gleichnamigen
Stadtteil (etwa 4 km entfernt; Buslinien 1,
8 und 11 ab Westerntor) gehört zu den bedeutendsten Renaissance-Wasserschlössern Westfalens. Anlässlich der Landesgartenschau 1994 wurden das Schloss
und seine Nebengebäude grundlegend

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