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Digitale Gesellschaft

Seite 5 Digitale GesellschaftAuf dem Weg zur digitalen Gesellschaft Bildung, Qualifikation, Arbeits-ethik und Integrationsfähigkeitsind Grundlagen Das Internet hat bereits heute erheblichen Einfluss aufdie Geschäftsmodelle der Industrie und bestimmt diestrategischen Erfolgspotenziale der Unternehmen. Im Wettbewerb um Kunden und um Geschäftsmodelle isteine gezielte Beobachtung der ?Digitalisierung? unter-schiedlicher Zielgruppen unabdingbar. Häufig stellt sichmit den daraus neu entstandenen Geschäftsmodellendann die Frage, inwieweit bestehende Geschäfte abge-löst werden. Der Bereich der Publikumsmedien ist hierein bemerkenswertes Beispiel. Mit den etablierten Print-medien lebten journalistische Inhalte und Werbeleis-tungen symbiotisch zusammen: Der Journalismuswurde einerseits finanziert durch die Anzeigenwerbungund die Anzeigenmedien lebten anderseits auf derdurch den Journalismus geschaffenen Werbeplattform.Mit dem Internet entstanden effizientere Werbeformateund die Anzeigenwerbung löst sich damit vom ange-stammten ?Wirt?, dem Qualitätsjournalismus. Letztererist aber ein kulturelles Gut, das wir in die nächste Gene-ration der ?Digital Natives? retten wollen. Aber werzahlt das? Durch die öffentlich-rechtlichen Medienan-stalten ist man gewohnt, Informationen für einen Preiszu erhalten, der den Aufwand für den dahinter stehen-den Qualitätsjournalismus in keiner Weise deckt. Dasvon den Publikumsverlagen als Lösung zu diesem Pro-blem laut eingeforderte Leistungsschutzrecht, oder die Diskussion um die ?Kulturabgabe? für den Qualitäts-journalismus ist kaum umsetzbar. Die Beobachtung des?digitalen Verhaltens? der Konsumenten liefert hier die Grundlage für die richtigen Antworten.Festzuhalten ist, dass die dauernde Untersuchung der Entwicklung unserer Gesellschaft hin zu einer ?Digi-talen? nicht nur notwendig ist, um wirtschaftliche Po-tenziale zu erkennen und zu erschließen, sondern auchum Fragen nach der gewollten oder ungewollten Ent-wicklung gesellschaftlicher Werte zu stellen.Diese obliegt heute noch der Steuerung einer Spezial-gruppe, die diese Studie mit ?digitaler Avantgarde? und?digitale Profis? umschreibt. Die Studie ist demnachauch ein Appell an die Politik, sich der Begleitung dieser Bewegung hin zu einer digitalen Gesellschaft anzu-nehmen. füreine leistungsfähige Wirtschaft, diedurch ihre ständige Weiterent-wicklung gleichzeitig die ge-samte Gesellschaft fördern. Die Entwicklung der letzten Jahrehat bereits gezeigt, dass das Internet und internetbasierte Kommunikationsmöglichkeiten die Art der Verarbei-tung von Inhalten in unserer Gesellschaft radikal ver-ändern und daher erheblichen Einfluss auf die ge-nannten Grundlagen nimmt und weiter nehmen wird.Klassische Medien werden bei der Informationsver-mittlung immer mehr durch digitale Medien ergänztoder ersetzt, da sie mit ihren vielfältigen Möglichkeitendas Wissen der Welt schnellstmöglich dem Lernendenzur Verfügung stellen. Aber nicht nur im Bildungs-prozess, sondern auch bei der privaten und beruflichen Nutzung verändert das digitale Zeitalter das tägliche Leben der Menschen. Für Unternehmen stellt sich dabeizunächst die Frage, in welchem Umfang und mitwelcher Dynamik der berufliche Alltag durch die Di-gitalisierung beeinflusst wird und inwiefern sich hieraus Chancen für die Produktivität, Wirtschaftsleistungsowie internationale Wettbewerbsfähigkeit nutzenlassen.Die vorliegende Studie zeigt dabei deutlich, dass die Gesellschaft heute zwar online ist, aber erst beginnt,ihre ?digitalen Merkmale? mit entsprechenden Konse-quenzen für Bildung, Kultur, Ethik, Konsum und Arbeitauszuprägen ? spezielle technikaffine Randgruppenausgenommen.Trotz ihrer Randstellung sind diese in den untersuchten Gruppen jedoch selber Taktgeber und für die Aus-gestaltung des Internets und seiner gesellschaftlichen Präsenz prägend. Dies lässt sich unschwer allein an dersprachlichen Ausgestaltung dieser Entwicklung mitursprünglich IT-Experten vorbehaltenen Spezialbegrif-fen wie Blog, Chat, Router und VOIP erkennen, mitdenen die Befragten der Studie konfrontiert wurden. Dr. Ulrich Hermann Geschäftsführer Wolters Kluwer Deutschland Gmb HMitglied des Gesamtvorstandes der Initiative D21 5

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