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Regional

12. Dezember 2018

Thematisch immer aktuell bleiben

Meine Woche
Der Rückspiegel

Magistrat einstimmig für Erneuerung im Klimahaus

von Andreas Oetjen

Operation gelungen - Patientin lebt
Parteitage sind in der Regel
nicht
Vergnügungssteuerpflichtig. Was die CDU allerdings am Ende der letzten
Woche in Hamburg zu bieten
hatte, war schon spannend.
,,Wir haben mehr Demokratie gewagt" könnte in Anlehnung an Willy Brandt über
dem Geschehen in der Messehalle stehen.
Da ist zunächst
der Abschied
der
,,Chefin"
Angela Merkel.
Nach der Hessen-Wahl hatte sie erklärt,
nicht
erneut
als
Bundesvorsitzende zu
k a nd i d i e r e n .
,,Ich will neue
Erfolge
der
CDU ermöglichen", begründete sie in der
Hansestadt ihren Schritt.
Dabei zeigte sie sich etwas
wehmütig, aber auch gelöst.
Mit dem Motto ,,Zur Sache"
(,,typisch Merkel, knochentrocken") hatte sie im Jahr
2000 in Essen den Parteivorsitz übernommen, ,,in einer
Schicksalsstunde, in der die
CDU politisch, moralisch
und finanziell vor dem Aus
stand", machte sie deutlich.
Dennoch habe man es allen mit kühlem Kopf gezeigt.
,,Ich habe euch oft etwas zugemutet, ihr mir aber auch",
zog sie Bilanz und gab ein

Geheimnis ihres Erfolgs
preis: ,,Wenn man richtig
Politik machen will, muss
man zuweilen die Welt auch
mit den Augen der Anderen
sehen."
Der anschließende minutenlange Applaus machte deutlich, dass die Partei weiß,
was sie Angela Merkel schul-

dig ist. Sie und ihre seit 2005
währende Kanzlerschaft sind
ein Glücksfall für die CDU
und für unser Land.
Dann war da das Rennen
um die Merkel-Nachfolge. In
einer bisher beispiellosen Art
und Weise führten Annegret
Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn in
acht Regionalkonferenzen einen fairen Wahlkampf, mobilisierten so die Partei. Und
nicht wenige Ortsverbände
gaben ihren Delegierten eine
Wahlempfehlung mit auf
den Weg - demokratische
Teilhabe geht so.

Nun trete ich leidenschaftlich für das Recht von Journalisten ein, dummes Zeug
zu schreiben oder zu reden.
Allein: Es gibt keine Pflicht
dazu. Und das gilt besonders
für das Gequatsche über die
angebliche Spaltung der Partei. Das kann schon deswegen nicht sein, weil alle drei
A spi ra nten
inhaltlich
nicht
sehr
weit auseinander liegen
und sie sich
dem Parteitagsmotto
(eb en fa l l s
typisch Merkel) ,,Zusammen f ü h r en
und zusammen führen"
ver pf lichtet
fühlen. Dass ,,AKK" am Ende
die Nase vorn hatte, dürfte auch ihrer leidenschaftlichen Bewerbungsrede und
ihrer ,,Zuhör-Tour" in den
Monaten zuvor geschuldet
sein. Merz und Spahn gaben
sich als faire Verlierer; Merz
bat sogar seine Wähler nun
voll hinter der neuen Bundesvorsitzenden zu stehen.
Was geht mehr? Na: Paul
Ziemiak, den JU-Chef, zum
neuen Generalsekretär zu
machen. Und Jens Spahn?
,,Der ist das Versprechen für
die Zukunft", wie Ursula von
der Leyen deutlich machte.

BREMERHAVEN re · Oberbürgermeister Melf Grantz
freut sich darüber, dass der
Magistrat in seiner Sitzung
am vergangenen Mittwoch
einstimmig das Konzept für
eine Reattraktivierung des
Klimahauses Bremerhaven
8° Ost zum Thema ,,Extremwetter" begrüßt und der Finanzierung des Bremerhavener Anteils zugestimmt
hat. ,,Der Magistrat bittet den
Senat, einen Finanzierungsanteil in Höhe von 650.000
Euro für die Beauftragung
der Entwurfsplanung bereitzustellen. Bremerhaven wird Im nächsten Jahr wird das Klimahaus zehn Jahre alt
Fotos: ij
sich über die BEAN an den
gesamten Planungskosten in schung aus wissenschaftlich ten. Außerdem hat sich das
Höhe von 947.000 Euro be- fundierter Information und Klimahaus über den Status
spannungsreichem Erlebnis einer Touristenattraktion hiteiligen" stellt Grantz klar
Das Klimahaus ist mit Ab- alle Aspekte um das glo- naus zu einer Plattform der
stand die besuchsstärkste bal relevante Thema Klima öffentlichen und medialen
Debatte um Klimawandel
Einrichtung im Land Bremen präsentiert."
und kann einen zuschuss- Die Besuchsauswertungen und Nachhaltigkeit entfreien
kostendeckenden haben ergeben, dass rund wickelt. Es werden vielfälBetrieb sicherstellen. Aller- drei Viertel aller Klimahaus- tige Eigenveranstaltungen
dings ist die rückläufige Ten- Besucher eigens wegen des - vom Süßwassersymposidenz der Besucherzahlen un- mehrfach ausgezeichneten um bis zum Afrikakongress
übersehbar. ,,Dagegen muss Klimahauses nach Bremer- - durchgeführt. Im Ergebnis
durch eine kontinuierliche haven reisen. Sein Kernein- wurde dem Klimahaus im
inhaltliche und technische zugsgebiet umfasst rund Jahr 2016 und erneut 2018
Weiterentwicklung des Kon- 3,5 Stunden Fahrtzeit und der Titel ,,Außerschulischer
zeptes entgegengewirkt wer- reicht von Köln bis Kiel, von Lernort" der höchsten Kateden, um so thematisch aktu- Helmstedt bis Gronau. In gorie im UNESCO-Weltaktiell zu bleiben und Besuchern Besucherbefragungen erhält onsprogramm ,,Bildung für
weiterhin ein attraktives das Klimahaus seit der Er- nachhaltige Entwicklung"
Angebot zu bieten", betont öffnung fortlaufend Bestno- verliehen.
der Bremerhavener Oberbürgermeister. ,,Für mich es unverständlich, dass der Senat
bisher nicht die notwendigen
Planungsmittel bereitstellt
und dieses wichtige Thema
in eine Art Geiselhaft für
die Durchsetzung eines anderen Vorhabens nimmt",
so Grantz, der die Bedeutung des Klimahauses für
Bremerhaven unterstreicht.
,,Das Klimahaus ist eine bis
heute weltweit einzigartige
Wissens- und Erlebniswelt.
Hier werden den Besuchern Sir Bob Geldof, Musiker und Menschenrechtsaktivist, bei der Einweiin einer ausgewogenen Mi- hung des Klimahauses 2009

,,Linientreu von West nach Ost"
Das Leben Karl Salomons in all seinen Facetten

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Fortsetzung von Seite 1
Nach Ende des Ersten Weltkriegs erlebte Salomon den
Matrosenaufstand in Kiel
und Bremen mit, war Angehöriger eines Soldatenrates.
1923 trat er in die KPD ein
und stellte sich ,,mutig, tapfer, antifaschistisch", so Mülich, gegen das Regime der
Nationalsozialisten.
Fast
zehn Jahre verbrachte er
in dieser Zeit in Haft. Nach
seiner Befreiung aus dem
KZ Sachsenhausen blieb er
im Osten Deutschlands und
war am Aufbau der DDR beteiligt, wurde 1958 Staatssekretär und Stellvertreter des
Ministers für das Verkehrswesen. Sein Aufstieg und
Fall seien eng mit dem Leben
und Wirken seines Freundes
und Förderers Ernst Wollenweber verbunden. Der
spätere Minister für Staatssicherheit, sei in den Jahren vor 1945 für zahlreiche
Schiffsattentate verantwortliche gewesen, und soll diese Sabotageaktionen in den
späten 1940er Jahren und
zu Beginn des Korea-Krieges
fortgesetzt haben. Mülich
geht in seinem Buch deshalb
auch der Frage nach, ob Karl
Salomon daran beteiligt
war, ob Verbindungen zwischen Bremerhaven und der
Ostsee, zwischen alter Bundesrepublik und DDR aktiv
geblieben sind. ,,Ein Leben,

Walter Mülich stellte in Bremerhaven sein neues Buch vor

das Kraft, Mut, doktrinäre
Härte und persönliche Unerbittlichkeit erfordert", so
Mülich, der in seinem neuen Buch vier Schwerpunkte
gesetzt hat: Den regionalen
Aspekt, den Weg eines deutschen Kommunisten, die
Grauzonen nicht nur in
Salomons beruflichen und
politischen Leben und die
Frage der persönlichen Disposition. Warum blieb er linientreu? Warum gestaltete
er sein Leben im Kielwasser
der Partei? Lässt sich aus
früher Erlebtem das spätere
Handeln erklären?
Ein Buch mit aktuellem
Hintergrund, wie Frost findet. Auch heute bestehe die
Gefahr, dass sich Menschen

Foto: tw

in vielfältiger Weise von der
Demokratie abwenden. Mülichs Buch könnte mit helfen
zu verstehen warum Menschen dies tun und ,,wo wir
ansetzen können, um Menschen in der Demokratie zu
halten."
,,Mit Karl Salomons Biografie hat es Walter Mülich
geschafft, nicht nur einen
wichtigen Baustein zur Bremerhavener-, sondern auch
zur DDR-Geschichte vorzulegen", betonte Kahleys Stellvertreter Dr. Florian Dirks,
inzwischen Kreisarchivar in
Verden.
Das 268-Seiten starke Buch
mit
zahlreichen
Abbildungen ist im Buchhandel
für 22,90 Euro erhältlich.

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