< Seite 5
Seite 7 >

Seite 6

EWa-Ausgabe

Seite 6 EWa-Ausgabe4

Regional

30. April 2019

Mehr Frauen braucht das Land

Meine Woche
Der Rückspiegel

Justizministerin stellt sich der Frage nach Chancengleichheit

von Tamara Willeke

Bittere Wahrheiten und mehr...
Es hört sich nach Satire an, ist
aber leider bittere Wahrheit.
Da müssen Homosexuelle in
Brunei mit Steinigung rechnen und was fordert das Land
nach der berechtigten Kritik
an der Todesstrafe. ,,Toleranz,
Respekt und Verständnis".
Toleranz der Intoleranz, das
ist doch einmal was
ganz Neues. Das
heißt...,
eigentlich
doch nicht. Und da
braucht man gar
nicht erst in andere
Länder zu schauen,
wie erst vor ein paar
Tagen wieder deutlich wurde. Es ging
um eine Diskussion.
Über
unterschiedliche Standpunkte.
Und das auch noch in
einer Universität. Wo kommen
wir denn dahin! So wenigstens
die Ansicht der anonymen
Gruppierung ,,Uni gegen AMR
- Kein Platz für Anti-Muslimischen Rassismus", die unter
der Hashtag-Parole ,,Schröter
raus", die Entlassung von Susanne Schröter, EthnologieProfessorin an der Johann
Wolfgang Goethe-Universität
in Frankfurt/Main als auch
die Absetzung der Konferenz
gefordert hat. Schröters ,,Vergehen". Sie hat für den 8. Mai
zu einer Konferenz mit dem Titel ,,Das islamische Kopftuch
- Symbol der Würde oder der

Unterdrückung?" eingeladen.
Und neben Kopftuchbefürwortern tatsächlich auch Kopftuchgegner eingeladen.
Da anonym, kann man die
Gruppe leider nicht fragen,
was sie davon hält, dass die
Frauenrechtlerin, Rechtsanwältin und liberale Muslimin

Seyran Ates am Samstag mit
dem Lutherpreises ,,Das unerschrockene Wort" ausgezeichnet worden ist. Wahrscheinlich auch nicht viel. Denn
auch Ates hat sich etwas Unerhörtes erlaubt. Die 55-Jährige
ist Gründerin der Ibn-RushdGoethe-Moschee in Berlin, die
für einen liberalen Islam steht.
Hier feiern Männer und Frauen
zusammen
Gottesdienst.
Frauen müssen kein Kopftuch
tragen und dürfen auch Gebete sprechen. Ates selbst ließ
sich zur Imamin ausbilden.
Für manche Grund genug,
sie mit Mord zu bedrohen.

Weshalb die Preisverleihung
unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen stattfand. ,,Der
Einsatz für Freiheit und Demokratie ist auch in einem Land
wie Deutschland leider nicht
einfach und keine Selbstverständlichkeit", befand sie. Wie
schade, dass man es sagen
muss: Sie hat leider recht.
Zu etwas ganz
anderem. Bundesverkehrsminister Andreas
Scheuer
will
Bahn-Fahrkarten im Fernverkehr durch eine
Steuer sen ku ng
billiger machen.
,,Wem es mit dem
Klimaschutz und
dem Umstieg von Auto oder
Flugzeug auf die Bahn ernst
ist, der muss bei der Steuer
ansetzen", sagte er. Man sollte
ihn beim Wort nehmen. Bei
Flugreisen jedoch mit umgekehrten Vorzeichen. Denn
warum Kerosin in der gewerblichen Luftfahrt von der Mineralölsteuer befreit ist, ist vollkommen unverständlich, gilt
doch gerade der Flugverkehr
als besonders klimaschädlich. Also Herr Scheuer. Noch
ein bisschen mehr Kampfgeist
bitte. Denn auch das Klima
hat ein bisschen mehr Schutz
verdient.

Frisch eingetroffen...
6x Sportsvan und
5x Passat Variant
Reimport mit Tageszulassung!
VW Golf Sportsvan 1.5 TSI
BMT Comfortline OPF
Tageszulassung 01.2019
100 km

n
Sie spare

6.505,-

Navigation, Abstandstempomat,
Telefon, Winterpaket, Klimaautomatik u.v.m.
Dt. UPE 30.495,-

Unser Preis

23.990,-

244,-

monatl. Rate

Kraftstoffverbrauch in l/100 km: innerorts: 6,5;
außerorts: 4,3; kombiniert: 5,1; CO 2 -Emission
kombiniert: 143 g/km

Finanzierungsbeispiel: Anzahlung 7.000,- , Schlussrate 8.000,- , effektiver Jahreszins 4,99%, Sollzins p.a. 4,88%, Zinsen
2.464,- , monatliche Rate 244,-

VW Passat Variant 1.5 TSI
BMT Comfortline DSG OPF
Tageszulassung 02.2019
100 km

n
Sie spare

12.555,-

Navigation, Telefon, Automatik,
Winterpaket, Kamera, Fernlichtassistent u.v.m.
Dt. UPE 43.545,-

Unser Preis

30.990,-

Kraftstoffverbrauch in l/100 km: innerorts: 6,7;
außerorts: 4,7; kombiniert: 5,5; CO 2 -Emission
kombiniert: 130 g/km

315,-

monatl. Rate

Finanzierungsbeispiel: Anzahlung 9.000,- , Schlussrate 10.426,- , effektiver Jahreszins 4,99%, Sollzins p.a. 4,88%, Zinsen
3.198,- , monatliche Rate 315,-

Cuxhaven KG
Papenstraße 126 · 27472 Cuxhaven · Tel. 04721 / 737-0 · www.manikowski.de

CUXHAVEN sh · Im Rahmen der zahlreichen Wahlen, die am 26. Mai anstehen, unterstreichen Minister
und Ministerinnen die Bedeutung von Cuxhaven und
dem Cuxland durch ihre
Besuche. Am Montag kam
die Justizministerin Barbara
Havliza aus Hannover, um
sich vom Museum Windstärke 10 beeindrucken zu lassen
und anschließend an einer
Podiumsdiskussion zum Thema ,,Zu wenige Frauen in der
Politik?" teilzunehmen. Moderiert wurde der Talk von
Hans Hochfeld, die weiteren
G esprächspar t ner innen
waren Heike Bahr von den
Landfrauen und die Frauenbeauftragte des Landkreises
Angelika Becker.
Die Eingangsfrage von Hans
Hochfeld, ob es denn wirklich zu wenig Frauen in der
Politik gäbe, wurde von allen
Dreien mit einem kurzem Ja
beantwortet. Bevor die Diskussion damit ein schnelles
Ende fand, schob Moderator
Hochfeld die Frage nach,
woran dies wohl läge. Und
damit war die Diskussion im
vollen Gange.
Vorweg gesagt, auf dem Podium herrschte Einigkeit. Ja
es fehlen Frauen in der Politik, und das aus unterschiedlichsten Gründen. Vor allem
fehlen Frauen, die Ämter bekleiden. Denn in der Politik
aktiv zu sein, bedeute noch
lange nicht Einfluss nehmen
zu können. Landratskandidat Frank Berghorn berichtete von Parteiwahlen bei
denen zahlreiche Frauen auf
der Wahlliste standen, aber
trotz großen Engangements
nicht gewählt wurden. Barabara Havlitza dazu: ,,Chancengleichheit bedeutet nicht
Ergebnisgleichheit." Diese Er-

Es herrschte große Einigkeit auf dem Podium bei der Frage, ob zu wenig
Frauen in der Politik vertreten seien. Mit einem kurzem Ja beantworteten Heike Bahr, Barbara Havlitza und Angelika Becker die Frage von
Hans Hochfeld (v.l.n.r.)
Foto: sh

fahrung wurde von den Podiumsteilnehmerinnen geteilt.
Woran dies läge, konnte keiner so richtig sagen. Ministerin Havlitza vermutet auch
ein tradiertes, allerdings
überholtes
Frauenklischée
dahinter. Denn während
viele sehr junge Frauen in der
Politik aktiv seien, fehle es
an Frauen mittleren Alters.
,,Teils weil sie immer durch
Kindererziehung und einem
gleichzeitigen Job keine Zeit
für ein weiteres Engagement
finden." Und erst wenn die
Kinder aus dem Haus wären, würden Frauen Zeit und
Kraft finden, sich erneut zu
engagieren.
Auf Nachfrage von Moderator Hochfeld, wie und
wann sie denn in die Politik
gekommen sei, verwies die
Ministerin auf ihr Elternhaus. ,,Politik war eigentlich
immer ein Thema bei uns."
Und nach ihrer Studienzeit,
in der sie engagiert politisch
gearbeitet hätte, wäre es ihr
als Richterin nie in den Sinn
gekommen, ihre Parteiarbeit

weiterzuführen. Später aber
wäre sie gerne ,,dem Ruf gefolgt". Für sie, wie auch für
die anderen Podiumsteilnehmerinnen sei klar, ,,dass
man bei Frauen vor allem
das Selbstbewusstsein stärken müsse". Denn können
können sie, nun müssten die
,,Frauen auch ran".

Landwirtschaft
CUXHAVEN re · Unter
dem Titel ,,Entwicklung des
ländlichen Raums - Dorfgemeinschaft + Landwirtschaft als tragende Säule!"
lädt der CDU-Ortsverband
Altenbruch am Samstag,
4. Mai, zu einer Vortragsund Diskussionsveranstaltung mit dem Oberbürgermeisterkandidaten Harald
Zahrte und Landratskandidat Frank Berghorn ein.
Die Veranstaltung findet
von 13 bis 15 Uhr auf dem
Betriebsgelände der Firma
Maschinenhof Niemczyk,
Heerstraße 24 in Cuxhaven-Altenbruch, statt.

,,Blaues Licht" als Pfeiler Europas
Innenminister findet klare Worte für Haupt- und Ehrenamt
CUXHAVEN sh · Es war einer der Tage, an denen man
einen Minister mal hauteng
und sehr persönlich erleben
darf. Innenminister Boris
Pistorius hat das THW in
Cuxhaven zur ,,Blaulichtkonferenz mit Currywurst"
besucht und sich den Mitarbeitern gestellt, die als
Ehrenamtliche und Hauptamtliche für eine Institution mit Blaulicht arbeiten.
Ihre Fragen, aber auch ihre
Kritik nahm Minister Pistorius zum Anlass, sich eingehend zu informieren. So
braucht die DLRG in Cuxhaven ein neues Rettungsboot und die berufliche Feuerwehr viel mehr Personal.
,,Es wird hervorragend ausgebildet in Cuxhaven, aber
wir können uns nicht gegen
Abwerbeversuche von direkt
hinter der Landesgrenze sitzenden anderen Feuerwehren wehren", so Mitglieder
der Cuxhavener Wehr. Deshalb müssten die Arbeitsbedingungen, aber auch das
Gehalt eine starke Motivation darstellen. Überhaupt
war die schlechte personelle
Lage der ,,Blaulichter" ein
ständiges Gesprächsthema.
Auch kamen ein dringend
benötigter
Trocken-NaßSauger für das THW, der
dringend benötigte Leiterwagen in Hemmoor aber
auch die bislang fehlende
Würdigung der aus Altersgründen
ausscheidenden

Innenminister Boris Pistorius nahm sich Zeit für Gespräche mit ,,seinen Blaulichtern"
Foto: sh

aktiven
Feuerwehrleute
zur Sprache. Polizei, Rettungsdienste und Freiwillige Feuerwehren hatten die
Möglichkeit, den Minister
direkt anzusprechen. Und
sie nutzten dies auch.
Für Boris Pistorius war neben dem direkten Kontakt
auch eine Botschaft besonders wichtig. ,,Sorgt bei den
anstehenden Wahlen zum
Europäischen Parlament dafür, das Europa sich ändert,
wo es nöig ist, aber nicht
das es abgeschafft wird."
Mit den Wahlen müssen die
Ängste der Bürger bekämpft
werden, und nicht verstärkt
werden. ,,Man kann die Gesellschaft gegen Dummheit
immunisieren. Und das Ehrenamt hilft dabei." Pistorius erinnerte an die große

Hilfsbereitschaft während
der Flüchtlingswelle. ,,Angst
macht das Unbekannte."
So sei für ihn auch klar,
warum in den Gegenden
Deutschlands, wo es die
wenigsten Ausländer gäbe,
die größten Aggressionen
herrschten. ,,Wer in Kontakt
mit dem Fremden kommt,
hat die Chance dieses vorurteilsfrei kennenzulernen."
Und im Hinblick auf die Historie sagte der Innenminister, ,,wir haben die Chance,
die Geschichte wie die von
Weimar zu verhindern".
Wer nur in Schwarz-Weiß
denke, könne die Vorteile
des heutigen Deutschlands
nicht erkennen. ,,Sicherheit
ist nur durch Zusammenhalt möglich, und den fördert das Ehrenamt."

zurück zum Anfang von "EWa-Ausgabe"