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MEN AT WoRK // FoLGE 5 ISABEllE ActEoN, lE BrASSuS, ScHWEIZ
Nach der Arbeit in die oper
isabelle acteon lebt in frankreich, arbeitet aber in der Schweiz. Auf der Suche nach einem Aushilfsjob verschlug es die 37-Jährige nach le Brassus im Vallée de Joux, das wegen seiner vielen Uhrenhersteller auch ,,tal der Uhren" genannt wird. Dort arbeitet sie seit elf Jahren in der Druckerei Baudat, wo sie sich in erster linie um die Qualitätskontrolle kümmert. Die studierte Juristin liest in der freizeit gerne Bücher und ist ein passionierter opern-fan.
Sie pendeln jeden Tag zwischen Frankreich und der Schweiz. Verbringen Sie viel Zeit im Auto?
Nein, gar nicht. Von meinem Wohnort bis zur Arbeit sind es gerade mal 27 Kilometer, wenn ich bei Valor über die Grenze fahre. Insgesamt brauche ich morgens nicht länger als 30 Minuten.
Wir kommt es, dass Sie als Französin in der Schweiz arbeiten?
Das war eigentlich eher Zufall. Nach meinem Juraexamen gab es in Frankreich nur wenige Stellen für Juristen. Ich hätte auf bessere Zeiten warten können, aber das wollte ich nicht. Also machte mich auf die Suche nach einem Job. In der Schweiz werden sehr gute Löhne gezahlt, deshalb schaute ich auch hinter die Grenze und bekam dann eine Stelle bei Baudat. Seitdem bin ich hier.
Wie sieht Ihre Arbeit aus?
Die meiste Zeit arbeite ich in der Weiterverarbeitung. Ich kümmere mich um die Qualitätskontrolle, verpacke die Lieferungen und mache den Versand. Aber ich helfe auch in der Vorstufe bei der Produktion unseres Anzeigenblättchens Feuille d'Avis de la Vallée de Joux. Wenn Frau Baudat dafür keine Zeit hat, übernehme ich das Lektorat. Außerdem erstelle ich den Satz.
Fühlen Sie sich als studierte Juristin nicht manchmal etwas unterfordert?
Nein, gar nicht. Ich werde sehr gefordert und trage eine Menge Verantwortung. Die Qualität meiner Arbeit hat einen direkten Einfluss auf die Außenwirkung der Druckerei und damit auf die Kundenzufriedenheit.
Was gefällt Ihnen besonders gut an Ihrem Job?
Der Wechsel zwischen körperlicher und geistiger Arbeit und die vielen unterschiedlichen Tätigkeiten.
Was unternehmen Sie in Ihrer Freizeit?
Ich lese gerne, aber am liebsten gehe ich in die Oper in Genf oder Lausanne und in ganz Frankreich. Wenn es eine spannende Aufführung gibt, versuche ich eigentlich immer, dabei zu sein.
Was ist ihr größter Wunsch?
Ich wäre sehr gerne eine gute Sängerin. n
54 · Ausgabe 268 · 2009
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