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geistREich_05.12.2018

Seite 7 geistREich_05.12.2018Eine kirchliche Sozialkritik, die auf Gerechtigkeit und Hoffnung zielt
In seinen Predigten in den 1970er Jahren
scheute sich Bischof Romero nicht, die sozialen
und politischen Verhältnisse in El Salvador konkret
und kritisch zu verurteilen. Nicht zuletzt diese
Worte werden seine Gegner dazu bewogen haben,
ihn zu töten. Aus der Sicht unserer globalisierten
Weltgesellschaft besitzen Romeros folgende
Zitate über El Salvador hinaus bis in die Gegenwart
hinein leider eine beschämende Aktualität.

,,Ihr Regierenden, Reichen und Mächtigen,
wenn Ihr Euch nicht selbst arm macht,
wenn Ihr Euch nicht um die Armut unseres
Volkes kümmert, als wäre es Eure eigene Familie,
könnt Ihr die Gesellschaft nicht retten."

,,Dies ist die große Krankheit der heutigen Welt:
Nicht lieben können. Überall Egoismus, überall
Ausbeutung des Menschen durch den Menschen.
Überall Grausamkeit, Folter. Überall Repression,
Gewalt. Jesus, wie sehr leidest du heute, wenn
du in unserem Land so viel Gewalt siehst!"

,,Der Hirte muss dort sein, wo das Leid ist."
,,Die Kirche kann vor diesen wirtschaftlichen,
politischen und sozialen Ungerechtigkeiten
nicht schweigen. Das ist eine Frage von Leben
oder Tod für das Reich Gottes auf der Welt."

,,Arme und Reiche sollen im Sinne des
Evangeliums arm werden. Also nicht arm im
Sinne der Armut, die durch unsere menschliche
Gier entsteht. Sondern im Sinne der Armut, die
Loslassen bedeutet, die bedeutet, alles von Gott
zu erhoffen, die bedeutet, dem goldenen Kalb
den Rücken zu kehren. Und das Glück, etwas zu
haben, mit denen zu teilen, die nichts haben."

Diese letzten waren die Worte Romeros
in seiner vorletzten Predigt. Vielleicht
besiegelten sie den Beschluss, ihn zu töten.
,,Wir wollen, dass die Regierung dies ernst nimmt:
Wenn die Reformen so von Blut getränkt sind,
nützen sie gar nichts. Im Namen Gottes und dieses
leidenden Volkes bitte ich Euch, flehe ich Euch an,
befehle ich Euch: Stoppt die Unterdrückung!"

,,Was nützen so schöne Straßen und
Flughäfen, so große Hochhäuser, wenn sie
doch nur mit dem Blut der Armen gebaut
sind, die sie nicht genießen werden?"

In seiner letzten Predigt sagte er:
,,Wer der Gefahr aus dem Weg gehen will, wird sein
Leben verlieren; wer sich aber aus Liebe zu Christus
im Dienst an den anderen verschenkt, wird leben
wie das Weizenkorn, das nur anscheinend stirbt.
Wenn es nicht sterben würde, bliebe es allein."

,,In der Armut, im Elend, und gerade in
der Hoffnung dessen, der im Elendsviertel
betet, im Schmerz, im Nicht-gehört-werden
können wir einen Gott finden, der hört."
,,Wir müssen den Egoismus angehen, der in
denen steckt, die nichts abgeben wollen, damit
es für die anderen auch reicht. Wir können die
tiefe evangelische Wahrheit wiederfinden, dass
wir den armen Mehrheiten zu dienen haben."

,,Gott kann hier nicht entlanggehen,
über diese Blutlachen der Folter. Er geht
über reine Wege der Hoffnung und Liebe."

Alle Zitate entnommen aus:
Cavada Diez, M. (Hg.):
Homilías Monseñor Oscar A. Romero,
6 Bde., San Salvador 2005-2009
(Gesamtausgabe der Predigten
Oscar Romeros; Übersetzung:
Lucia Werbick/MISEREOR)

Óscar Romero
· m 15. August 1917 in Ciud
a
ad
Barrios in El Salvador geboren
· salvadorianischer Geistlicher
· nter der Militärdiktatur
u
katholischer Erzbischof
von San Salvador
· m gesellschaftlichen Fried
u

en
bemüht; kämpfte gegen
Unterdrückung und Armut
· rmordung am 24. März 1980
E
durch eine Todesschwadron
· ies löste u.a. im Land einen
D

elfjährigen Bürgerkrieg
(1980­1991) aus, bei dem mehr
als 75.000 Menschen starben.

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