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geistREich_05.12.2018

Seite 10 geistREich_05.12.2018,,Widerwärtiges Verbrechen"
Verurteilter Sexualstraftäter war auch neun Jahre als Priester in Recklinghausen tätig
,,Die Taten waren nur möglich durch ein System
der Vertuschung und des Nichthinsehens",
betont Bischof Felix Genn in seiner Erklärung
zum vielfachen sexuellen Missbrauch durch den
Bistumspriester Heinz Pottbäcker. Diese wurde
auf einer Informationsveranstaltung des
Bistums Münster vom stellvertretenden
Generalvikar in Rhede verlesen.

Der stellvertretende Generalvikar des Bistums Münster,
Jochen Reidegeld (links), bat die Opfer des sexuellen Missbrauchs durch Kaplan Pottbäcker in Rhede auch im Namen
von Münsters Bischof Felix Genn um Verzeihung. Mit im Bild
Pfarrer Thorsten Schmölzing von St. Gudula Rhede (rechts).

© Bischöfliche Pressestelle/Gudrun Niewöhner

Dort hatte ein Betroffener den Fall bekannt gemacht,
weil ihm an Aufklärung und Aufarbeitung lag. Inzwischen liegen konkrete Details vor. Demnach hat
der 2013 verstorbene, damalige Generalvikar und
spätere Bischof, Dr. Reinhard Lettmann, den 1968 vom
Landgericht Bochum wegen ,,Unzucht" verurteilten
Straftäter danach immer wieder in neue kirchliche
Tätigkeitsfelder an verschiedenen Orten versetzt. Nach
weiteren bekannten Vorfällen in Rhede kam er 1973
zunächst nach Marl, bevor er 1974 Berufsschulpfarrer in
Recklinghausen wurde. 1981 wurde er Pfarrer in Recklinghausen-Grullbad, später in Röllinghausen. Durch
seine weltoffene Art erfreute er sich sogar einer großen
Beliebtheit. 1983 wird der geständige Täter wegen
erneuter Taten in Bochum zu einer Geldstrafe verurteilt. Erst 1995 wird er in den vorzeitigen Ruhestand
geschickt. Zur Rechenschaft kann der 2007 Vestorbene
jetzt nicht mehr gezogen werden. Bischof Genn sprach
bei seiner Entschuldigung von einem ,,widerwärtigen
Verbrechen". Er wolle sich künftig daran messen lassen, dass er alles Mögliche tun werde, ,,um sexuellen
Missbrauch in unserer Kirche heute und in Zukunft zu
verhindern."
Joachim van Eickels

Unter dem Motto #MachtLichtAn fordert die katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd)
die deutschen Bischöfe auf, Licht in das Dunkel der
Missbrauchsfälle zu bringen. Da das Vertrauen in
die Kirche durch den Missbrauchsskandal vielerorts
erschüttert sei, halten die Frauen tiefgreifende
Reformen in der katholischen Kirche für unvermeidlich.

Die kfd fordert von der
Deutschen Bischofskonferenz konkret
den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche
glaubwürdig und umfassend aufzuklären,
von der Kirche unabhängige Missbrauchsbeauftragte

als Anlaufstelle für Betroffene einzurichten,
den verantwortungsbewussten und befreienden

Umgang mit Körperlichkeit und Sexualität in Ausbildung, Lehre und Katechese zu stärken,
sich für eine strukturelle Erneuerung der Kirche einzu
setzen: Priester sind Diener Gottes und der Menschen
und nicht durch ihre Weihe überlegen oder mächtiger.
Klerikal-autoritäre Machtstrukturen haben in unserer
Kirche keinen Platz!

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geistREich · Kirchenzeitung für Recklinghausen

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