< Seite 3
Seite 5 >

Seite 4

dorfleben Westerholt_16.11.2018

Seite 4 dorfleben Westerholt_16.11.2018l i eß Sc h
c h er

frei!

Lächeln
möglich
machen
Marie-Theres Walter ist seit zwei Jahren
im Trauer- und Begräbnisdienst tätig.

Marie-Theres Walter vor der Kapelle im Alten Dorf.
Von Dagmar Hojtzyk

E

Bankschließfach Sicherheit für Ihre Wertsachen
In Ihrer Nähe & sicher während der Urlaubszeit
Schnell eingerichtet und verfügbar
Persönliche Anfragen in der Filiale Westerholt, Bahnhofstr. 28-30
Telefonische Anfragen unter 0209 385-0

Jetzt
folgen!
www.vb-ruhrmitte.de

4

dorfleben - das Magazin für Herten-Westerholt

s ist ein Ehrenamt mit Anspruch, es braucht Feingefühl und Zeit. Und dennoch
sagt Marie-Theres Walter:
,,Ich fühle mich durch dieses
Amt beschenkt." Die 58-jährige Westerholterin ist seit
zwei Jahren ,,Ehrenamtliche
im Trauer- und Begräbnisdienst" der katholischen Kirchengemeinde St. Martinus.
Der Umgang mit Tod und
Trauer schreckt sie nicht.
Wenn Marie-Theres Walter
über ihre Motivation und ihre
Erlebnisse spricht, weiß man
schnell, warum das so ist. Die
gebürtige Westerholterin ist
tief gläubig, und sie mag Menschen. ,,Menschen sind mein
Hobby", sagt sie lächelnd. Die
Geschichten, die Menschen
zu erzählen haben, faszinieren sie. Sie hört ihnen gerne
zu. Darin liegt wohl der
Schlüssel. ,,Mir ist wichtig,
dass die Angehörigen in der
Abschiedsfeier ihrem Verstorbenen noch einmal wiederbegegnen können." Würdevoll
soll dieser Abschied sein und
trotz Trauer auch das Lächeln
möglich machen.
Marie-Theres Walter wurde
religiös erzogen, und aus ihrem Glauben heraus möchte
sie Trost spenden. ,,Ich bin davon überzeugt, dass jeder
Mensch mit einer Seele geboren wird, und diese Seele hat
eine Aufgabe. Wenn die Aufgabe beendet ist, dann geht
sie wieder." Kern ihres Ehrenamtes ist die Annäherung an
den verstorbenen Menschen.

Sie nimmt sich viel Zeit für die
Angehörigen, fragt nach, hört
zu. Die Lebensgeschichten,
die sie hört, faszinieren sie.
Die Begegnungen mit den
Trauernden geben ihr viel:
,,So offen und ehrlich wie in
Trauergesprächen redet man
sehr selten mit fremden Menschen." Im Gegenzug können
die Angehörigen sicher sein,
dass ihre Geschichten bei Marie-Theres Walter gut aufgehoben sind.
Zur Annäherung gehört für
sie auch, sich ein Bild des Verstorbenen anzuschauen und
den Sarg. Da lassen sich Leidenschaften entdecken, z.B.
wenn der Sarg in Blau-Weiß
gestaltet ist oder Bergbausymbole eine Rolle spielen. Hat
Marie-Theres Walter ein ,,rundes Bild" des Verstorbenen,
schreibt sie ihre Ansprache.
Dass Laien wieder mehr in
den kirchlichen Dienst einbezogen werden, freut MarieTheres Walter, die als Sekretärin mit einer halben Stelle bereits seit 2007 im Pfarrbüro
von St. Martinus arbeitet. Vor
drei Jahren ergab sich die Gelegenheit, eine Ausbildung
für das spezielle Ehrenamt zu
machen. Die Chance nutzte
sie. Rückblickend sagt MarieTheres Walter: ,,Die Menschen bringen mir sehr viel
Vertrauen entgegen. Dafür
bin ich dankbar."
In der Gemeinde St. Martinus gibt es drei Ehrenamtliche im Trauer- und Begräbnisdienst. Neben Marie-Theres
Walter sind das Ulrike Reimer
und Johannes Wendt.

zurück zum Anfang von "dorfleben Westerholt_16.11.2018"