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dorfleben Westerholt_16.11.2018

Seite 15 dorfleben Westerholt_16.11.2018Westerholt attraktiver machen
Die Werbe- und Interessengemeinschaft hat viele Pläne, übt aber auch Kritik an der Stadt.
Von Dagmar Hojtzyk

D

reht sich aktuell noch alles um den Weihnachtsmarkt, gehen die Gedanken
des Vorstandes der Werbeund Interessengemeinschaft
Westerholt (WIW) bereits in
die Zukunft. WIW-Sprecher
Hans Klare sagt: ,,Wir richten
den Blick nach vorne. Uns
geht es darum, die Schönheit
Westerholts noch mehr nach
außen zu tragen." Und Jürgen
Watanabe ergänzt: ,,Die WIW
will Westerholt zum ,best place to live` im Ruhrgebiet machen." Das Potenzial sei vorhanden, finden die Sprecher
der Werbegemeinschaft, die
sich gleichzeitig mehr Unterstützung von der Stadt Herten
wünschen.
An dieser Stelle sparen sie
auch nicht mit Kritik. Watanabe und Klare sind sich einig: ,,Wir fühlen uns von Herten vernachlässigt, werden
behandelt wie Stiefkinder."
Ob
Weihnachtsmarkt,
Weihnachtsbeleuchtung,
Sommer- oder Kinderfest: Vieles würde von der WIW alleine
oder in Kooperation mit anderen Westerholter Gruppen gestemmt. Die Gemeinschaft
der Gewerbetreibenden habe

ein tolles Vorstandsteam,
schwärmen Klare und Watanabe: ,,Die Leute reißen sich
hier ein Bein aus, um Westerholt so attraktiv wie möglich
zu machen. Und dazu gehören auch einige, die nicht einmal mehr ein Geschäft in
Westerholt haben."
Nur zu gern würde die WIW
die Bahnhofstraße in den
Sommermonaten wieder mit
Blumenampeln verschönern.
Doch
die
Unterstützung
durch die Stadt sei komplett
weggefallen. ,,Bisher haben
uns alle Bürgermeister unterstützt, nur Herr Toplak nicht",
sagt Hans Klare.
Die Westerholter Kaufmannschaft sei stolz darauf,
dass man mit weniger Mitgliedern immer noch ,,so viel auf
die Kette kriegt". Zählte die
WIW in ihren ersten Jahren
locker 110 Mitglieder, sind es
heute noch 54. Drei neue
könnten bald hinzukommen,
freut sich Hans Klare.
Internethandel und die
wirtschaftliche Situation im
Ruhrgebiet gehen auch an
Westerholt nicht spurlos vorüber, doch im WIW-Vorstand
lässt man die Köpfe nicht hängen. Ganz im Gegenteil. Offensiv will man sich auch an

Kämpfen für ihren Stadtteil: Jürgen Watanabe (l.) und Hans
Klare von der WIW.
--FOTO: HOJTZYK
politischen Prozessen beteiligen. So hat es Anfang September ein erstes Gespräch mit
Westerholter Kommunalpolitikerinnen und -poltikern gegeben, von dem Watanabe
und Klare sagen: ,,Das war ein
sehr angenehmer Abend."
Zentrale Westerholter Themen wie die Planungen fürs
Zechengelände, die Gestaltung des Bahnhofs, Sauber-

keit, Neubaugebiete, Bildung
und Ausbildung, Blumenampeln und Weihnachtsbeleuchtung seien zur Sprache
gekommen. Wenn es nach
dem Wunsch der Kaufleute
geht, sollen solche Gespräche
mehrmals jährlich geführt
werden.
Klare und Watanabe, beide
,,Westerholter durch und
durch" wie sie sagen, wollen

Recyclinghof wird 2019 umgebaut

Hochkarätiges
Konzert in
der Kirche

Geplant sind ein größeres Gelände, versenkbare Container,
die Annahme zusätzlicher Abfallsorten und veränderte Öffnungszeiten.
Von Frank Bergmannshoff
In Marl und Recklinghausen
stehen den Bürgern seit Jahren moderne, nutzerfreundliche Recyclinghöfe zur Verfügung. Anlieferer müssen dort
nicht Treppen steigen oder
schwere Abfälle in hohe Container wuchten. Sie können
die Materialien einfach in
Mulden werfen, die im Boden
versenkt sind. Und zwar nicht
nur Altpapier, Sperrmüll,
Schrott oder Grünschnitt,
wie in Herten, sondern zum
Beispiel auch Bauschutt.
Solch einen zeitgemäßen
Recyclinghof sollte es auch in
Herten schon längst geben.
Doch die Planungs- und Genehmigungsverfahren zogen
sich in die Länge. In der
jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses wurde nun
der fertige Entwurf vorgestellt.
Er sieht vor, dass die Fläche
fast verdoppelt wird. Bürger
müssen ihre Anlieferung
künftig an einem Kassenhäuschen mit Schranke anmelden, ihren Ausweis zeigen
und ­ falls nötig ­ Gebühren
zahlen. Danach werden die
Fahrzeuge über eine U-förmi-

ge Strecke an den Containern
vorbeigeführt.
Ein Teil der Container wird
weiterhin auf dem Boden stehen, zusätzliche Behälter
werden versenkt. Hier können künftig zusätzliche Abfallarten
(kostenpflichtig)
entsorgt werden, etwa Altreifen, Bauschutt und Altholz.
Die Container werden so aufgestellt, dass sie ausgetauscht
werden können, ohne dass
dafür der gesamte Recyclinghof gesperrt werden muss.
Die Öffnungszeiten sollen
dem Bedarf entsprechend um
4,5 Wochenstunden verkürzt
werden. Der Recyclinghof soll
statt um 7 erst um 8 Uhr öffnen. Die Öffnungszeit am
späten Donnerstagnachmittag entfällt, am Samstag soll
sie von 12 auf 14 Uhr verlängert werden.
Der Umbau erfolgt bei laufendem Betrieb in zwei Abschnitten: Ab dem zweiten
Quartal 2019 sollen zunächst
Lager- und Parkplatzflächen
hinter dem heutigen Recyclinghof neu geordnet werden,
damit t Platz für eine Erweiterung entsteht. Der eigentliche Umbau schließt sich an
und Ende 2019 fertig sein.

Aufstellfläche für
reguläre Container

Kassenhäuschen
mit
Schranke
Einfahr t

die Bahnhofstraße allen Veränderungen zum Trotz als attraktive Einkaufsstraße erhalten. Hans Klare: ,,Westerholt
ist nach wie vor ein attraktiver
Standort für Kaufleute."
Neue
Baugebiete
und
Wohnraum für junge Familien, Ausbildungs- und Arbeitsplätze müssten hinzukommen. Jürgen Watanabe,
selbst erfolgreicher Unternehmer im Gesundheitsbereich,
sieht besondere Chancen in
,,allem, was medizinisch ist".
Im Jahr 2019 sieht sich die
WIW erneut vor großen Herausforderungen: Das fast
schon legendäre Sommerfest
feiert seinen 35. Geburtstag
(,,Da hoffen wir auf Sponsoren"), und wenn es noch so
gerade machbar ist, soll es
auch wieder ein Kinderfest in
Westerholt geben. ,,Beim letzten Mal hatten wir mit dem
Stadtteilbüro Herten/Westerholt/Bertlich eine super Zusammenarbeit."
Auf jeden Fall will die WIW
mit allen Mitgliedern und
Kräften etwas bewegen. Und
es klingt fast schon wie ein
Schwur, wenn Hans Klare und
Jürgen Watanabe sagen: ,,Wir
kämpfen für unseren Stadtteil."

Neue versenkbare
Container für
leichteres Einwerfen

Ausfahrt

Als sich Prinz Harry und seine
Braut Meghan Markle im Mai
in der Kapelle von Schloss
Windsor das Ja-Wort gaben,
erklang John Rutters ,,The
Lord bless you and keep you".
Wer die rührende Weise noch
einmal hören will, der muss
sich den 25. November im Kalender anstreichen. Dann erklingt in der Kirche St. Martinus Chor- und Orgelmusik
aus England und Deutschland. Das Konzert bildet den
fulminaten Abschluss der
Hertener Kirchenmusiktage.
Deren Konzept ist stets das
gleiche: interessante Werke,
dargeboten von talentierten
Künstlern aus der Region.
,,Die Kirche hat einen Kulturauftrag ­ und den nehmen
wir hiermit wahr", sagt Bernhard Terschluse, Kantor von
St. Antonius.
Das Konzert am Sonntag,
25. November, bestreiten der
Kirchenchor, Jürgen Schoeneberger (Continuo und Piano) und Michael Hartel (Leitung und Orgel). Sie bringen
Werke von Bach, Josef Gabriel
Rheinberger, Felix Mendelssohn-Bartholdy und John
Rutter zu Gehör. Beginn ist
um 17 Uhr in der MartinusKirche. Der Eintritt ist frei.

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dorfleben - das Magazin für Herten-Westerholt

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