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Seite 21 medio_11.10.18medio - DAS GESUNDHEITSMAGAZIN IM VEST

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VISITENKARTE DES KÖRPERS
So bleiben Fingernägel gesund
Von Sabine Meuter

Robust sollen sie sein, leicht glänzen und gepflegt aussehen. Doch nicht immer entsprechen die Nägel an Fingern und Zehen
solchen Idealvorstellungen. Mitunter sind sie verfärbt, manchmal auch verformt. Solche Veränderungen können ­ müssen aber
nicht zwingend ­ ein Hinweis auf eine Erkrankung sein und sind deshalb in der Regel ein Fall für den Hautarzt.
Nägel haben in erster Linie eine Schutzfunktion, erklärt der
Hautarzt Reinhard Mrotzek. Das Häutchen am unteren Rand des
Nagels verhindert, dass Krankheitserreger in die Wurzel eindringen.
Wer ausreichend Obst und Gemüse, Milchprodukte, Nüsse und
Fisch isst, schaff t beste Voraussetzungen dafür, dass Nägel nicht
spröde und brüchig aussehen, sondern gesund wachsen.
Dennoch können sich Nägel verfärben oder verformen. Möglicherweise liegt es an Rückständen von Nagellack oder aggressiven
Reinigungsmitteln. Auch zu enge Schuhe wirken sich manchmal
ungünstig auf die Zehennägel aus, sagt Nicolle Großmann vom
Bundesverband Kosmetik und Fußpflegebetriebe Deutschlands.
Sind die Nägel blau verfärbt, hat sich vielleicht nach einer Verletzung ein Bluterguss gebildet. Grund für die Blaufärbung kann aber
auch schwarzer Hautkrebs sein. Wächst ein blauer Nagel mit der
Zeit nicht heraus, sollte man das unbedingt einem Hautarzt zeigen.

Nagellack kann Spuren hinterlassen, wenn man ihn entfernt.
Dagegen hilft ein Unterlack.
Foto: Andrea Warnecke

Ein Nagelpilz dagegen zeigt sich durch eine gelbliche bis bräunliche
Verfärbung. Außerdem wird der Nagel bröckelig. Bei einer Schuppenflechte sehen die Nägel ganz ähnlich aus. Auch Medikamente
wie Antibiotika verfärben manchmal die Nägel, ergänzt Mrotzek.
Nicht nur die Farbe, auch die Form der Nägel kann sich verändern.
Ein Hinweis auf Eisenmangel kann es zum Beispiel sein, wenn die
Nägel wie ein Löffel in der Mitte abgesenkt und vorn nach oben
gebogen sind.
,,In 95 Prozent aller Fälle kann ein Hautarzt beim Anblick der Veränderungen eine Diagnose stellen", erklärt Mrotzek. Vermutet

er eine Infektion, bringt in der Regel ein Abstrich oder eine Gewebeprobe Klarheit. Äußerlich kann die Infektion mit Tinkturen
oder Nagellacken behandelt werden, die Antimykotika enthalten.
,,Diese Wirkstoffe wirken gezielt gegen Pilze", sagt Ursula Sellerberg
von der Bundesapothekerkammer. Wer eine erneute Nagelpilz-Infektion verhindern will, sollte sich wappnen ­ und vor allem in
öffentlichen Schwimmbädern Badeschuhe tragen. Auch ansonsten
lässt sich einiges zum Schutz der Nägel tun.,,Der direkte Kontakt mit
Reinigungs- oder Lösungsmittel lässt sich vermeiden, indem man
beim Putzen oder Spülen Handschuhe trägt", erklärt Sellerberg.

Diejenigen, die sich die Nägel lackieren, sollten einen Unterlack
nutzen. ,,Der Unterlack schützt vor Verfärbungen durch den eigentlichen Nagellack und pflegt zugleich", sagt Großmann. Zudem
hält die Farbe auf Unterlack besser. Bei Nagellackentferner sollten
Nutzer darauf achten, dass er möglichst frei von Aceton ist. ,,Im
Anschluss an den Nagellackentferner sollte auf die Nägel großzügig
eine fettreiche Creme aufgetragen werden", empfiehlt Sellerberg.

Regelmäßig schneiden und feilen ist ebenfalls ein Muss. Ideal sind
leicht abgerundete Nägel und der Nagelform angepasste Nägel. So
ist die Gefahr gering, dass sie einwachsen oder man sich mit den
Ecken irgendwo verhakt und so dem Nagel schadet.

Ist es doch passiert, hilft bei eingerollten oder eingewachsenen
Nägeln eventuell eine Nagelkorrekturspange, sagt Podologin
Tatjana Pfersich aus Reutlingen. Bringt eine solche Spange nicht
den gewünschten Erfolg, muss der fehlgewachsene Nagel operativ
entfernt werden.

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