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Seite 17 medio_11.10.18medio - DAS GESUNDHEITSMAGAZIN IM VEST

Vor Pflegebedürftigkeit ist
niemand gefeit. Foto: Bodo Marks

Von Teresa Nauber

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PLÖTZLICH PFLEGEBEDÜRFTIG
Das sind die ersten Schritte
Eine Pflegebedürftigkeit wird nur selten von langer Hand geplant und vorbereitet. Ist es so weit, stehen viele Betroffene und
Angehörige deshalb ratlos in einem Dickicht aus Informationen. Was ist als Erstes zu tun? Und wo bekommt man Hilfe?
Wird jemand pflegebedürftig, haben die Angehörigen Anspruch auf Unterstützung. Jedenfalls theoretisch. In der Praxis
sind viele mit der Situation überfordert. Die Verbraucherzentrale
Niedersachsen etwa ließ das Umfrageinstitut Forsa Anfang 2018
nachfragen, wie gut sich pflegende Angehörige informiert fühlen.
Das Ergebnis: Wer sich nicht selbst kümmert, wird kaum beraten.
Und wer im Internet nachliest, bleibt oft dennoch ratlos zurück.
Eugénie Zobel-Kowalski, Juristin und Redakteurin bei der Stiftung
Warentest, beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was ist als Erstes zu tun, wenn jemand pflegebedürftig wird?
Sobald sich so eine Situation abzeichnet, ist ein Anruf bei der
Pflegekasse sinnvoll. Dort stellt man telefonisch einen Antrag auf
Pflegebedürftigkeit. Die Formulare für den schriftlichen Antrag
werden zugeschickt. Sind die ausgefüllten Formulare bei der
Kasse eingegangen, meldet sich der Medizinische Dienst der
Krankenversicherung (MDK), um die Situation zu begutachten.

Was genau begutachtet der MDK?
Wie selbstständig jemand noch agieren kann. Der Gutachter
schaut also beispielsweise, wie weit sich der potenziell Pflegebedürftige noch herunterbeugen kann, wie gut seine Motorik noch
funktioniert und ob eine Demenzerkrankung vorliegt. Dabei ist
es wichtig, nichts zu beschönigen. Denn auf der Grundlage des
Gutachtens legt der MDK den sogenannten Pflegegrad fest.

(ZQP) listet kostenlose und unabhängige Beratungsstellen auf.
Unter der Nummer
0 30 / 20 17 91 31 erreichen Angehörige
von Montag bis Donnerstag jeweils zwischen 9.00 und 18.00
Uhr zudem das Pflegetelefon des Bundesfamilienministeriums.
Auch die Unabhängige Patientenberatung Deutschland berät zu
diesen Themen.

Wo gibt es Hilfe, wenn es um die Anpassung der Wohnung geht?
Hier hilft die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung
weiter, ein Zusammenschluss von Wohnberatern. Solche spezialisierten Berater kommen nach Hause und schauen gemeinsam
mit den Betroffenen, welche Umbauten möglich sind ­ und wie
sie am besten umgesetzt werden. Es gibt kostenlose und kommerzielle Angebote. Ein Preisvergleich lohnt sich.

Was ist bei der Wahl des richtigen Pflegeheims zu beachten?
Das Wichtigste ist, sich selbst ein Bild zu machen. Nur aufgrund
der Informationen auf der Internetseite etwa sollte niemand
ein Pflegeheim auswählen. Stattdessen macht man am besten
einen Termin mit der Heimleitung und lässt sich herumführen.
Die Leitung kann man etwa fragen, wie sie mit Beschwerden umgeht. Beim Rundgang unbedingt auch Bewohner ansprechen,
und möglichst auch einmal mit den anderen essen. Sinnvoll ist
auch, noch mal ohne Termin wiederzukommen. Kommt ein Heim
infrage, lohnt sich ein Probewohnen.

Mit wie viel finanzieller Unterstützung kann man rechnen?
Das kommt auf den Pflegegrad an. Im Pflegegrad eins etwa gibt
es nur einen Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro. Er soll zum
Beispiel einen Verdienstausfall von einem pflegenden Angehörigen ausgleichen. Im höchsten Pflegegrad sind es 901 Euro.
Wer einen ambulanten Pflegedienst beauftragt, bekommt mehr:
689 Euro im Pflegegrad zwei und 1995 Euro im Pflegegrad fünf.
Die Kasse rechnet mit einem Pflegedienst direkt ab. Den Entlastungsbetrag von 125 Euro pro Monat gibt es dann zusätzlich.

Welche Frage sollten sich Angehörige als Erstes stellen?
Sinnvoll ist, zunächst zu schauen, ob eine Pflege zu Hause möglich ist: Ist die Wohnung barrierefrei? Wenn nicht ­ lässt sie sich
entsprechend anpassen? Und natürlich: Wer könnte die Pflege
zu Hause übernehmen? In einer Krisensituation kann man eine
Kurzzeitpflege in einem Pflegeheim nutzen, um solche Dinge zu
klären. Dort wird der Pflegebedürftige für eine bestimmte Zeit
­ maximal 56 Tage binnen eines Jahres ­ untergebracht. Danach
können beide Seiten weitersehen.

Wo können sich Pflegebedürftige und Angehörige
beraten lassen?
Die Pflegekassen bieten selbst Beratung an oder können Stellen
vermitteln, die das tun. Das Zentrum für Qualität in der Pflege

Unser Leistungsangebot:
-

Unser Fahrdienst holt Sie bei Bedarf ab
und bringt Sie auch wieder nach Hause.

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Ein klar strukturiertes Tagesprogramm
mit einer ganzen Palette von Aktivitäten.

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Kostenfreie und umfassende Beratung,
sowie Unterstützung beim Kontakt mit
Sozialämtern und Pflegekassen.

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Wir betreuen Sie bis zu fünfmal
pro Woche von 8.00 ­ 16.00 Uhr.

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Liebevolles, engagiertes,
examiniertes Personal.

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