< Seite 15
Seite 17 >

Seite 16

medio_11.10.18

Seite 16 medio_11.10.1816

DAS GESUNDHEITSMAGAZIN IM VEST - medio

RADIOLOGIE AUF
,,CHAMPIONS-LEAGUE NIVEAU"
Das Prosper-Hospital stellt seine neue Koryphäe Chefarzt Prof. Dr. Syha vor
Von Ina Fischer

Sportbegeistert ist Mathias Buckmann, Geschäftsführer des Recklinghäuser Prosper-Hospitals, durchaus. Da wundert es nicht,
dass er bei seiner jüngsten Neueinstellung ein Bild aus dem Fußball bemüht. ,,Jetzt bewegen wir uns weiterhin auf ChampionsLeague Niveau", sagt er ­ aus gutem Grund: Seit September hat die Abteilung für Radiologie und Nuklearmedizin einen neuen
Chef. Prof. Dr. Roland Syha (36) tritt die Nachfolge von Dr. Franz-Josef Kurth an und löst damit endlich auch die kommissarische Leitung ab. Damit steht die Betreuung der Patienten aus Recklinghausen und Umgebung im Bereich der ,,bildgebenden
Verfahren" nun endgültig weiter auf sicheren Beinen. Warum eine gute Radiologie auch und gerade für ein Krankenhaus
wichtig ist, welche Schwerpunkte der Mediziner setzt und welche Visionen ihm vorschweben, das verriet Syha im Gespräch
mit dieser Zeitung.

Von Tübingen nach Recklinghausen ­ wie war der Start
im Prosper-Hospital?
Es beginnt nun natürlich ein ganz neuer Lebensabschnitt für
mich, aber ich fühle mich schon jetzt richtig wohl. Nachdem die
Abteilung nach dem Ausscheiden von Dr. Kurth zunächst durch
meine beiden leitenden Oberärzte kommissarisch geleitet
wurde, bin ich sehr herzlich aufgenommen worden und fühle
mich schon jetzt als ein Mitglied des Teams. Auch die Bedingungen, die ich hier vorfand, waren sehr gut. Die Abteilung ist
top-ausgestattet mit exzellentem Fachpersonal und modernen
Gerätschaften. Gerade installieren wir eine neue Mammografie
mit sehr guter Bildqualität und gut geeignet für Gewebeentnahmen aus der Brust, und im November wird unser ohnehin
moderner Kernspintomograph noch einmal auf den neuesten
Stand upgedatet.

Apropos: Ihre Tätigkeitsschwerpunkte sind die Kernspintomografie und die bildgesteuerten Therapien in der Onkologie und
Gefäßmedizin. Warum ist das für ein Krankenhaus so wichtig?
Vieles wird doch auch ambulant vorgenommen.
Im Krankenhaus gibt es naturgemäß viele interdisziplinäre Fragestellungen, etwa aus dem Bereich der Kardiologie, Urologie
oder Gynäkologie. Die enge Zusammenarbeit mit anderen
Abteilungen des Hauses ist für alle, die einer engeren Nachsorge bedürfen, wichtig und sie erfolgt auf einem sehr hohen
Standard, wie es im ambulanten Bereich nicht so leicht möglich
ist. Unser Vorteil ist zudem, dass wir nicht nur die Diagnose
per Bildgebung stellen können, sondern auch bildgesteuerte
Therapien anbieten.

Gibt es dafür ein Beispiel?
Ja, etwa aus der Tumortherapie, die hier im Haus einen hohen
Stellenwert hat: Wir können beispielsweise per CT nicht nur eine
minimalinvasive Gewebeprobe entnehmen, sondern Tumoren
in der Leber oder Lunge unter Lokalanästhesie durch eine bildgesteuerte Hitzeapplikation schrumpfen oder sogar komplett
veröden. Mit der Radiofrequenzablation oder der Mikrowellenapplikation haben wir zwei Verfahren zur ganzheitlichen Tumortherapie hinzugewonnen, ohne große chirurgische Eingriffe
vornehmen zu müssen. Sie sind naturgemäß risikoärmer, haben
weniger Nebenwirkungen, verlangen einen kürzeren Krankenhausaufenthalt und sie erlauben eine sofortige Erfolgskontrolle,
denn durch die Bildgebung können wir gleich sehen, ob wir den
Tumor voll erwischt haben.

Welche Pläne haben Sie noch?
Wir möchten im nächsten Jahr die sogenannten Embolisationsverfahren noch weiter vorantreiben. Bei der transarteriellen
Chemoembolisation etwa können wir uns mit einem Katheterzugang über die Leistenarterie über die Hauptschlagader bis
zur Leber vorarbeiten und dort unter Bildsteuerung und Röntgendurchleuchtung mit Kontrastmitteln sehr selektiv gefäßverschließende Materialen wie etwa Mikropartikel spritzen, um eine
Tumorwachstumskontrolle zu erreichen oder Tumore sogar zu
verkleinern. Geeignet ist dieses Verfahren vor allem für Tumore,
die nicht mehr operabel sind oder wenn ein Patient die Systemtherapie, also beispielsweise Chemo- oder Immuntherapie, nicht
gut verträgt und zeitweise oder ganz auf eine lokale Behandlung
mit weniger Nebenwirkungen angewiesen ist. Wichtig ist uns,
die verschiedenen Verfahren nicht als konkurrierend, sondern
ergänzend anzusehen.

Ihre Vision?
Zusammen mit den Säulen der Chirurgie, Onkologie und Radiologie auch künftig immer ein optimales Therapieprotokoll innerhalb der ganzheitlichen Tumortherapie zu finden, dass auf jeden
Patienten und sein Krankheitsbild individuell zugeschnitten ist.
Ich glaube, hier im Prosper-Hospital lässt sich das gut leben.

Info ­ Chef. Prof. Dr. Roland Syha
Prof. Dr. Roland Syha wurde 1982 in Aachen geboren.
Sein Studium der Humannmedizin absolvierte er in
Aachen, Freiburg und Tübingen, wo er außerdem 2014
seine Facharztausbildung machte und 2015 schließlich
seine Habilitation ablegte.
Danach wurde er Oberarzt im Bereich der Interventionellen Radiologie mit den Schwerpunkten interventionelle
Tumortherapie und Gefäßmedizin an der EberhardKarls-Universität in Tübingen. Zeitgleich legte er berufsbegleitend sein Masterstudium ,,Master of Health
Business Administration" ab.
Nebenbei war Prof. Syha als Gutachter in internationalen
Fachjournalen und als Prüfarzt mehrerer multizentrischer
Studien tätig.

zurück zum Anfang von "medio_11.10.18"