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DAS GESUNDHEITSMAGAZIN IM VEST - medio

SCHNELLE, WOHNORTNAHE HILFE
FÜR HERZPATIENTEN
Neues Herzkatheterlabor im St. Vincenz-Krankenhaus hat schon erste Leben gerettet
Von Ina Fischer

Im Notfall richtig handeln, das ist leichter gesagt als getan. Insbesondere bei einem Herzinfarkt sterben rund 30 Prozent, bevor
ärztliche Hilfe naht. Jede Minute kann Leben, aber auch Lebensqualität retten. Warum das neue Herzkatheterlabor am St.
Vincenz-Krankenhaus in Datteln deshalb ein unglaublich wichtiger Baustein in der wohnortnahen medizinischen Versorgung
ist, das verriet Chefarzt Dr. Loant Baholli (47) jetzt im Gespräch mit unserer Zeitung.

Herr Dr. Baholli, Sie haben Dr. Peter Lenga als Chefarzt der
Medizinischen Klinik II abgelöst und sich unglaublich stark
gemacht für den Aufbau einer invasiven Kardiologie.
Weshalb ist das so wichtig?
Ein Leitsatz von mir ist der Spruch ,,Time is muscle" ­ also: je
weniger wertvolle Zeit bei einem Infarkt verloren geht, desto
eher lässt sich irreparable Muskelmasse erhalten und ein gesundheitlicher Schaden begrenzen. Deshalb habe ich mich so
gezielt eingesetzt für unser neues, hochmodernes Herzkatheterlabor mit bester Ausstattung, in dem nun auch Patienten mit
Herzinfarkt schnellstmöglich optimal behandelt werden. Bisher
mussten sie dafür in Nachbarstädte, etwa nach Recklinghausen
oder Dortmund ausweichen ­ eine rein provisorische Lösung,
die für uns nicht länger tragbar war. Deshalb stieß ich bei der
Geschäftsleitung auch sofort auf offene Ohren.

Was leistet dieser Linksherzkathetermessplatz, wie er ja fachlich
eigentlich betitelt wird, noch?

so schonend wie möglich zu behandeln. Wir haben zudem
auch personell aufgestockt und zwei neue Oberärzte sowie vier
Pflegekräfte eigens für das neue Herzkatheterlabor eingestellt
und in den komplizierten Umbau der räumlichen Kapazitäten
investiert. Es hat sich auf alle Fälle gelohnt!

Inwiefern denn und was bietet dieses neue Gerät den Patienten?
Neben Vorteilen wie einer extrem hohen Bildauflösung und
guter Bedienerfreundlichkeit bietet es vor allem eine geringere
Strahlenbelastung, der die Patienten nun noch ausgesetzt werden. Wichtig ist uns aber auch, dass nun das gesamte Ostvest
von Waltrop über Oer-Erkenschwick bis nach Lüdinghausen
zu unserem Einzugsgebiet gehört. Und damit auf der Fahrt ins
Klinikum bei einem Infarkt keine wertvolle Zeit verloren geht,
arbeiten wir bereits an einem verbesserten Netzwerk: Schon in
der Wohnung soll der Notarzt künftig die nötigen Daten an die
Kardiologie weiterleiten, damit alles Notwendige vorbereitet ist.
Sie wissen ja: ,,Time is muscle."

Seit Anfang Juni können nun diverse Krankheitsbilder in Datteln
therapiert werden ­ 24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche.
Darunter fallen neben der besseren Infarktversorgung auch Herzklappen- und Rhythmuserkrankungen sowie eine Ausweitung
der Schrittmacherbehandlungen. Koronare Herzerkrankungen,
also die Verengungen von Herzkranzgefäßen, werden künftig
nicht nur diagnostisch angegangen, sondern auch therapeutisch
behandelt etwa durch die Versorgung mit einem Stent. Der Vorteil: So lassen sich Operationen meistens vermeiden.

Welche Erfahrungen haben Sie schon gesammelt, wie sind die
ersten Monate angelaufen?
Die Erfahrungen sind absolut positiv. Dazu sollte man im Allgemeinen wissen: EKG und Ultraschall können immer nur erste
Hinweise auf eine Verengung der Kranzgefäße geben. Um einen
endgültigen Nachweis zu erbringen, ist eine Herzkatheter-Untersuchung sinnvoll. Gerade bei komplizierten Fällen hat sie
uns mehrfach geholfen, schnell die bestmögliche Therapie für
den Patienten zu finden. Ganz konkret heißt das: Wir blicken
mittlerweile auf 250 Herzkatheter-Untersuchungen zurück und
konnten vielen Patienten schnell und unkompliziert helfen und
dem einen oder anderen sogar das Leben retten.

Wie tief musste das St. Vincenz Krankenhaus dafür
in die Tasche greifen?
Wir haben uns bewusst für ein Herzkatheterlabor mit höchsten
technischen und hygienischen Standards entschieden, dass
weltweit das modernste und mit rund einer Millionen Euro das
teuerste auf dem Markt ist, um unsere Patienten optimal und

Info ­ Dr. med. Loant Baholli
Chefarzt der Medizinischen Klinik II /
Fachbereich Kardiologie im St. Vincenz-Krankenhaus
Datteln
Rottstraße 11 · 45711 Datteln
Kardiologisches Sekretariat ­ Frau Becker
Telefon 0 23 63 / 108 - 2770 · Telefax 0 23 63 / 108 - 2771
kardio@vincenz-datteln.de
www.vincenz-datteln.de

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