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Dorfleben RE Suderwich 24.08.18

Seite 11 Dorfleben RE Suderwich 24.08.18Fortsetzung von Seite 10
Bei den immer vorherrschenden Westwinden soll es
zu diversen Sandverwehungen gekommen sein. Hauptsache war, man hatte ein eigenes Areal. Wer hier aber
zum Spiel auflaufen durfte,
nur einer der ganz Getreuen,
was die damalige Zugehörigkeit zur KP anbetraf.
Notdürftig hatte man für
das Ablegen der eigenen Klamotten einen Bauwagen hingestellt. Eine örtliche Baufirma bemühte sich ständig, das
Gefährt wieder in ihren Besitz zu bekommen, keiner war
angeblich für das Hinstellen
verantwortlich, muss wohl
geflogen sein. Alsbald wurde
der reguläre Spielbetrieb eingestellt.
Der wohl merkwürdigste
Fußballplatz war auf dem Esseler Knapp, zwischen dem
katholischen und dem evangelischen Teil des Friedhofes
gelegen. Man liest richtig:
Fußballplatz/Friedhof. Später
war hier der Kommunale Teil
des Friedhofes angelegt worden. Am Rande des Recklinghäuser Höhenrücken gelegen. Nichts war hier in der
Waage, alles in Richtung der
noch heute bestehenden
Gärtnerei Homeyer. Ob nun
der Fußball wie auch das Regenwasser ­ liegt halt am
Knapp.
Als Jünglingsverein und zur
Körperertüchtigung der Jugend wurde dieses Areal von
der Katholischen Kirche betrieben. Die Messdiener der
Johannes-Gemeinde hatten
wohl ihren Spaß, auch wäre
bei den Fußballspielen stets
Hochwürden zumindest anwesend gewesen. Auch ein
Hundeverein hatte dieses
Areal für die Übungseinheiten der Boxer an der Seitenlinie genutzt.
In der Chronik von ,,Worzecka" ist diese Zusammenkunft als der Vorläufer des

1952 sind die beiden aktuellen Plätze am Freibad und an der Lülfstraße schon zu erkennen.
späteren ,,Westfalia" zu nennen. Hier konnte man einst
Figuren auf dem Platz bewundern, ganz gewichtige, was
die Körperfülle anbetraf. Fußballschuhe
kannte
man
nicht, mit Nägeln beschlagene schwere Grubenschuhe,
Stutzen, wie heute, kannte
man auch nicht, Sockenhalter hielten die Wollstrümpfe.
Kürzlich noch hatte ich bei
Homeyer nach vorhandenen
Bildern nachgefragt: Weißt
du noch, der Jeltrup in sei-

nem Talar sollte den Anstoß
machen, schon lag dieser im
Mittelkreis auf der Nase. Ob
es doch einer aus Horneburg
war, der unser' Hochwürden
ein Bein stellte? Gut, dass es
damals schon heiliges Wasser
gab, die Wunde musste doch
gespült werden.

Pfanni Arns war
die Vereinsgaststätte
Als Vereinsgaststätte hatte
man Pfanni Arns, Esseler Straße 1. Mit dem Umkleiden

Schwer zu erkennen: In der Mitte auf diesem Luftbild von 1926 liegt die Gaststätte Karp,
ein Sportplatz ist jedoch nicht auszumachen.

und ,,Duschen" war es wie in
den beiden anderen Sportstätten ebenso. Aber Fotos
von dazumal konnten wir
keine Auftreiben, nur in Erinnerung schwelgen.
Dennoch: Die Erinnerung
an diese drei alten Sportstätten in unserem schönen Ortsteil sollten der nächsten
Generation übermittelt werden. Eine
weitere Sportstätte
gar noch mit einer
Turnhalle befand
sich auf der Zechenanlage am Ickerottweg, aber diese
war den Bergjungleuten vorbehalten. Vor
der einstigen Bergberufsschule der Zeche König Ludwig, später hatten wir Brieftaubenfreunde diesen Treff
als den Züchtertreff ausgebaut.
Zwölf Stufen gingen runter
zum Platz, dieser lag direkt
neben dem Fußweg, der zum
Landwirt Bökamp führte. Davor war die Turnhalle, Ringer
und die Boxabteilung waren
dort zeitweilig anzutreffen.
Turnlehrer war der einstige
Mittelstürmer der Spielvereinigung Erkenschwick, Jule
Ludorf. Diese zwölf Stufen
hatte der Jule in sein Herz geschlossen, runter, wieder
rauf, und das etliche Male.
Schwager
Kalle
Matajka
dankte es ihm, damals Trainer des VfL Suderwich, die
Kondition stimmte.
Heute ist nichts mehr von
einst zu erkennen, hat doch
die Farben Firma Scholz aus

dem einstigen Durcheinander eine wirklich ansehnliche
Betriebsstätte
geschaffen.
Dieser Platz entsprach nicht
der Norm, aber zum Scheuchen und Konditionsbolzen
ging es, vor allem diese zwölf
Stufen bleiben in Erinnerung.
Was war das für eine Wohltat,
wenn der GewerbeOberlehrer
Hans
Brambring
von
unserer Heimat
erzählte.
Die
Jungs, die wie er
den Taubensport
ins
Herz
geschlossen hatten,
waren ohnehin fein
heraus, Heimatkunde
und
Biologieunterricht
am lebenden Objekt, der
Brieftaube.
Es tut sich etwas, was die
Sportstätten
in
unserem
schönen Ortsteil anbelangt.
Zwei der Wilhelms mit Vornamen aus der SG-Familie
hofften weit über 40 Jahre,
diese Glückseligkeit einer
Sportanlage für unseren Ortsteil miterleben zu dürfen ­
Huckels und Vollhase. Es
wird gelingen, wenn auch ein
Rückschlag den Kunstrasenplatz verzögern wird.
Ein besonderer Dank an
die, die hier an der Uhr gedreht haben. Dann hätte
zwar unser Ortsteil nur noch
,,eine" Sportstätte, aber von
ganz besonderer Qualität.
Dieses ist dann der Beharrlichkeit des letzten Wilhelm
mit seinen jetzt 75 Lebensjahren zu verdanken ­ Burrichter.

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