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geistREich_04.07.2018

Seite 6 geistREich_04.07.2018Erste gemeinsame Klausurtagung
soll Ökumene weiter stärken
Ende September fahren katholische und evangelische Pfarrer Richtung Schwerte

Ökumene in Recklinghausen ist seit einigen
Jahren sehr eng mit zwei Namen verbunden:
Christian Siebold (rechts) auf Seiten der
evangelischen und Jürgen Quante auf Seiten
der katholischen Kirche. Das hat viele Gründe,
einer davon ist so simpel wie einleuchtend:
Beide Männer verbindet ein freundschaftliches
Verhältnis. Und wie das unter Freunden nun mal
so ist, da empfiehlt man sich auch mal ein gutes
Buch ­ ohne zu ahnen, was sich daraus
letztlich entwickeln würde.

Im konkreten Fall geht es um ,,Gottes Schweigen"
von Magnus Striet (lesen Sie dazu passend auch den
Artikel auf der rechten Seite). ,,Ich habe das Buch
im Kreise mehrerer Theologen gelesen und dann
Christian gegeben", erinnert sich Jürgen Quante.
Nachdem auch sein evangelisches Pendant das Werk
durchgearbeitet hatte, reifte langsam eine Idee. Man
könne das Buch doch als Impuls nehmen. Und diese
Idee präsentierte das Duo dann in der nächsten
Sitzung der Ökumenischen Pfarrkonferenz. Siebolds
und Quantes Vorschlag an die versammelten evangelischen und katholischen Pfarrer war folgender:
Erstmals überhaupt sollte es eine gemeinsame
Klausurtagung geben, an der Vertreter beider Seiten
teilnehmen. ,,Wir hatten keine Ahnung, wie die
Kollegen unseren Vorschlag aufnehmen würden",
erinnert sich Christian Siebold, dass er und Quante
zunächst skeptisch waren. Die Idee kam aber an.
Spontan sagten Pfarrer beider Konfessionen zu und
so wurden schnell Nägel mit Köpfen gemacht.
Am 23. und 24. September geht es nach Villigst (bei
Schwerte) in eine Tagesstätte. Rund 25 Pfarrer beider
Seiten haben zugesagt. Im Rahmen der Klausurtagung soll dann Striets Buch noch einmal intensiv
besprochen und unter anderem folgender Frage
nachgegangen werden: ,,Wie geht eine aufgeklärte
Gesellschaft mit Fragen um, die die Religion einfach
nicht beantworten kann?" Es geht letztlich darum
zu hinterfragen, warum Gott so viel Elend auf der
Welt zulässt. Der Autor selbst wird für Fragen dabei
ebenfalls zur Verfügung stehen.
Es ist die erste Klausurtagung überhaupt, die in
Recklinghausen ökumenisch durchgeführt wird.
Dass dies so kommen wird, daran hat Siebolds und

Quantes gute Beziehung zueinander einen großen
Anteil. Beide sehen, dass Ökumene in vielen Bereichen der Stadt sehr gut funktioniert und positive
Effekte auf beiden Seiten bewirkt. Umso verärgerter
sind die beiden Pfarrer, wenn dann diese Gemeinsamkeiten ,,von oben" torpediert werden. Damit ist
zum Beispiel ein unlängst veröffentlichter Brief des
Vatikan gemeint, in dem klar geschrieben steht,
dass bei verheirateten Paaren mit unterschiedlicher
Konfession, es dem evangelischen Partner nicht
erlaubt sein sollte, in einem katholischen Abendmahl-Gottesdienst die Kommunion zu empfangen.
,,Kein Pfarrer hat das Recht, das Kommunionsrecht
zu verweigern", betont Jürgen Quante. Das würde
in Recklinghausen auch nicht geschehen. Eben auch
weil die Ökumene in der Stadt an so vielen Stellen
lebendig ist.
Trotz allem könnten sich beide Männer noch viele
zusätzliche Aktionen vorstellen. Weil eben auch
beide Pfarrer sehen, dass sich immer mehr Menschen von der Kirche abwenden. Christian Siebold:
,,Letzten Endes haben wir doch dieselben Probleme.
Warum gehen wir sie dann nicht auch gemeinsam
an?"
Auch über diese Frage können alle Teilnehmer dann
vortrefflich bei der Klausurtagung Ende September
beratschlagen. Und die beiden Tage haben noch
einen weiteren positiven Nebeneffekt. Quante: ,,Es
ist auch eine gute Gelegenheit, sich in einem ganz
anderen Rahmen näher kennen zu lernen und einfach mal gemütlich miteinander zu plaudern."


Daniel Maiß

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