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Jüdisches Echo 17-18

Seite 153 Jüdisches Echo 17-182014 eingeladen wurde. Im Suhrkamp Verlag erschien soeben sein neuester
Roman, ,,Die Außerirdischen", der von einer Gesellschaft erzählt, ,,die keine
Außerirdischen braucht, um sich selbst unheimlich zu werden". Im Internet:
www.rabinovici.at

Radzyner, Tamar (1932­1991). Geboren in Lód in Polen, überlebte Auschwitz, verlor ihre Eltern und den größten Teil ihrer Verwandtschaft. Vor und nach
ihrer Inhaftierung war sie im polnischen Widerstand aktiv. 1959 emigrierte sie
gemeinsam mit ihrem Ehemann Viktor Niutek Radzyner, ehemaliger Widerstandskämpfer und Mitglied des Polnischen Parlaments, und ihren beiden
Töchtern Joana und Olga nach Wien. Sie schrieb auf Polnisch und später auf
Deutsch Gedichte und Liedtexte (u. a. für Georg Kreisler und Topsy Küppers),
übersetzte aus dem Polnischen, Russischen, Hebräischen und Jiddischen. Eine
Auswahl ihrer Gedichte und Chansons erschien 2017 unter dem Titel ,,Nichts
will ich dir sagen" im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft Wien.
Rotifer, Robert. Geboren 1969 in Wien. Kurz nach Österreichs EU-Beitritt zog
er 1997 mit seiner Frau nach Großbritannien, wo ihre beiden gemeinsamen
Kinder geboren wurden. Er spielt als Musiker in einer Reihe von Bands und
arbeitet als Journalist für deutsche und österreichische Medien wie FM4, Ö1,
Deutschlandradio, Deutschlandfunk, ,,Rolling Stone", ,,Kurier", ,,Wiener Zeitung"
und ,,Profil". Im August 2017 erschien bei Bader Molden Recordings sein
neuntes Album, das erste mit deutschen Texten. Es trägt den Titel ,,Über uns"
und befasst sich aus persönlicher Perspektive mit dem Trauma Brexit.

Schlag, Evelyn. Geboren 1952 in Waidhofen an der Ybbs. Nach der Matura
nahm sie 1971 an der Universität Wien ein Studium der Germanistik und
Anglistik auf, das sie mit dem Magistergrad abschloss. Von 1978 bis 1981
wirkte sie als Mittelschullehrerin in Wien. Ab 1981 unterrichtete sie Deutsch
und Englisch an der Bundeshandelsakademie in Waidhofen. Seit den
1980er-Jahren ist sie schriftstellerisch tätig. Sie verfasst Erzählungen, Romane
und Lyrik. Zuletzt erschien der Gedichtband ,,verlangsamte raserei" (2014) und
der Roman ,,Yemen Café" (2016, beide bei Zsolnay). Evelyn Schlag ist Mitglied
der Grazer Autorenversammlung.

Scholl, Susanne. Geboren 1949 in Wien. 1972 Doktorat der Slawistik an der
Universität Rom. 1973/74 Studienaufenthalt an der Universität Leningrad.
Sie erlernte das journalistische Handwerk in der Auslandsredaktion der Austria
Presse Agentur und arbeitete ab 1985 in der Osteuropa-Redaktion des ORF.
Sie hat 1989 als ORF-Korrespondentin in Bonn das Ende der DDR miterlebt
und danach von 1991 bis 2009 mit einer kurzen Unterbrechung aus Moskau
berichtet. Scholl wurde mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft
und Kunst und zahlreichen Preisen ausgezeichnet, so etwa mit dem AxelCorti-Preis und dem Concordia-Preis. Seit 2009 lebt sie als freie Journalistin
und Autorin in Wien. Susanne Scholl hat Sachbücher, Romane und einen
Gedichtband veröffentlicht. Sowohl der Band ,,Russland mit und ohne Seele"
(Ecowin, 2009) als auch ihr Buch ,,Allein zu Hause" (Ecowin, 2011) schafften
es auf die Bestsellerlisten. Ihr jüngstes Buch, ,,Wachtraum", ein Roman über
,,starke Frauen und den Kampf um ein Leben nach dem Überleben", ist 2017 im
Residenz Verlag erschienen.
Stackl, Erhard. Geboren 1948 in Wien-Mödling. Studien an der Hochschule
für Welthandel (nun Wirtschaftsuniversität) und an der Uni Wien, M.A. Im
Jahr 1970 Gründungsmitglied des Magazins ,,Profil", zuerst in den Bereichen
Kultur und Wirtschaft, später Leiter des Auslandsressorts und stellvertretender
Chefredakteur. Ab 1991 mehr als zwanzig Jahre bei der Tageszeitung ,,Der Standard", nun freier Journalist und Autor. Beiträge u. a. für ,,The New York Times"
(International Weekly), ,,Die Zeit", ,,Kontext" auf Ö1 und ,,Südwind-Magazin".
Seit den 1980er-Jahren zahlreiche Reisen nach Lateinamerika, Ostmitteleuropa und in den Nahen Osten. Als ,,Friedensjournalist" wurde er 2000 mit
dem Humanitätspreis des Österreichischen Roten Kreuzes ausgezeichnet. Für
sein Buch ,,1989 ­ Sturz der Diktaturen" (Czernin Verlag) erhielt er 2010 den
Hauptpreis des Bruno-Kreisky-Buchpreises. Jüngste Publikation: ,,Atención!
Die besten Reportagen aus Lateinamerika" (Czernin Verlag).

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Sznaider, Natan. Geboren 1954 in Mannheim als Kind von aus Polen
stammenden staatenlosen Überlebenden der Schoah. Mit zwanzig ging er nach
Israel und arbeitete zunächst in verschiedenen Kibbutzim. 1977 begann er,
an der Universität Tel Aviv Soziologie, Psychologie, Geschichte und Philosophie
zu studieren. 1984 wechselte er an die Columbia University in New York, wo er
1992 promovierte. Im selben Jahr begann er für das Leo Baeck Institut in New
York in Berlin zu arbeiten. Er unterrichtete an der Columbia und anderen Universitäten und lehrt seit 1994 als Professor für Soziologie an der Akademischen
Hochschule in Tel Aviv. Schwerpunkte seiner Forschungen sind Kultursoziologie,
Politische Theorie, Hannah Arendt, Globalisierung, Kosmopolitismus, Erinnerung und Schoah.
Vertlib, Vladimir. Geboren 1966 in Leningrad (heute St. Petersburg) in der
damaligen Sowjetunion. 1971 Emigration der Familie nach Israel. 1972 Übersiedlung nach Österreich, 1975 in die Niederlande, kurze Zeit später abermals
nach Israel, 1976 nach Zwischenstation in Rom wieder nach Österreich, 1980
in die USA und schließlich 1981 endgültig nach Österreich. 1984 bis 1989
Studium der Volkswirtschaftslehre in Wien. Seit 1993 freiberuflicher Schriftsteller und Journalist in Salzburg. Zahlreiche Publikationen in Zeitungen und
Zeitschriften, darunter: ,,Abschiebung" (Otto Müller Verlag, 1995), ,,Zwischenstationen" (Deuticke, 1999), ,,Das besondere Gedächtnis der Rosa Masur"
(Deuticke, 2001 und dtv-Taschenbuch, 2003), ,,Letzter Wunsch" (Deuticke,
2003) sowie ,,Mein erster Mörder" (Deuticke, 2006 und dtv, 2008). Danach
erschienen: ,,Am Morgen des zwölften Tages" (Deuticke, 2009). ,,Schimons
Schweigen" (Deuticke, 2012) und ,,Ich und die Eingeborenen. Essays und
Aufsätze" (Thelem, 2012). Sein Roman ,,Lucia Binar und die russische Seele"
ist 2015 im Verlag Deuticke in Wien erschienen.

Voykowitsch, Brigitte. Geboren in Wien, ist freie Print- und Radiojournalistin
mit regelmäßigen Beiträgen für den ORF, speziell für das Programm Ö1. Von
1991 bis 2000 war sie außenpolitische Redakteurin der Zeitung ,,Der Standard" mit Schwerpunkt Süd- und Südostasien, 2001 London-Korrespondentin
des ,,Standard". Für ihre Berichterstattung über Menschenrechte erhielt sie
1999 den Concordia-Preis. Lange Jahre beschäftigte sie sich schwerpunktmäßig mit Südasien, in jüngster Zeit widmet sie sich verstärkt Osteuropa und
Russland. Buchpublikationen: ,,Göttinnen und Frauenrechte: Indiens neue
Töchter" (Picus Verlag Wien 2000). ,,Allah, Ram und Kricket: Indisch-Pakistanische Konfrontationen" (Picus 2003), ,,Dalits ­ die Unberührbaren in Indien"
(Verlag Der Apfel, Wien 2006).
Weiss, Alexia. Geboren 1971, lebt als freie Journalistin und Autorin in Wien.
Germanistikstudium und Journalismusausbildung an der Universität Wien. Seit
1993 journalistisch tätig. Derzeit ist sie Redakteurin des jüdischen Magazins
,,Wina" und bloggt in der ,,Wiener Zeitung" regelmäßig zum Thema ,,Jüdisch
leben" auf www.wienerzeitung.at/meinungen/blogs/juedisch_leben. Ihr erster
Roman, ,,Haschems Lasso", erschien 2009 im Milena Verlag, das Kinderbuch
,,Dinah und Levi. Wie jüdische Kinder feiern" 2011 im Annette Betz Verlag. Im
Frühjahr 2014 präsentierte sie ihren zweiten Roman, ,,Endlosschleife" (Iatros
Verlag).
Wöll, Alexander. Geboren 1968 in Kempten im Allgäu, deutscher Slawist und
Hochschullehrer. Er studierte von 1988 bis 1994 Germanistik, Geschichte
und Slawistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der HumboldtUniversität Berlin und der Staatlichen Linguistischen Universität Moskau. 1997
Promotion an der LMU München. Lehrtätigkeit an mehreren Universitäten,
darunter 2007/08 als Lecturer für tschechische, slowakische und russische
Philologie an der Universität Oxford. Seit Dezember 2014 ist er Präsident der
Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder.

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