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Jüdisches Echo 17-18

Seite 152 Jüdisches Echo 17-18Lammerhuber, Lois. Geboren 1952 in St. Peter in der Au im Bezirk
Amstetten. Arbeitete zunächst als Programmierer und wandte sich dann, als
er ab 1978 die Panamericana von Alaska bis Tierra del Fuego bereiste, der
Fotografie zu. Langjährige Zusammenarbeit mit der Zeitschrift ,,Geo". 1996
gründete er gemeinsam mit seiner Frau Silvia den Verlag Edition Lammerhuber.
Viele der dort erschienene Bücher wurden ausgezeichnet. Einen BiedermeierBand erkor die ,,New York Times" zum ,,Best Decorative Art Book of 2006".
Seit 2007 kooperiert Lammerhuber mit dem Pariser Musée du Louvre
und produziert Bücher über dessen Sammlungen. 2013 wurde die Edition
Lammerhuber bei den European Photo Book of the Year Awards zum ,,Besten
Fotobuchverlag Europas" gewählt. 2014 erhielt Lois Lammerhuber von der
Republik Österreich das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst
1. Klasse verliehen. Lammerhuber ist Mitglied im Art Directors Club New York
und lebt in Baden bei Wien.

Leo, Rudolf. Geboren 1962 in Bramberg am Wildkogel im Salzburger Pinzgau.
Nach einer Lehre als Einzelhandelskaufmann arbeitete er als Erzieher behinderter Kinder, bevor er Pädagogik sowie Sonder- und Heilpädagogik studierte.
19972012 Pressesprecher der Grünen in mehreren Bundesländern.
2012/13 war Leo Mitarbeiter im Forschungsteam der Wiener Wilhelminenbergkommission (zur Untersuchung gravierender Vorwürfe gegen das Erziehungsheim). Mit dem Thema ,,Der Pinzgau unterm Hakenkreuz" promovierte er 2012
am Institut für Zeitgeschichte an der Universität Wien. 20152017 Mitarbeiter
im Forschungsteam ,,Menschen mit Behinderung in der Wiener Psychiatrie von
der Nachkriegszeit bis in die 1980er-Jahre". Leo lebt in Wien und Linz, wo er an
der Johannes-Kepler-Universität Geschichte lehrt.
Luu, Que Du. Geboren 1973 in Südvietnam (Saigon/Cholon). Sie ist
chinesischer Abstammung. Nach Ende des Vietnamkriegs flüchtete die Familie
wie Millionen anderer Boatpeople über das Meer. Es folgte ein fast einjähriger
Aufenthalt in einem thailändischen Flüchtlingslager. In Deutschland betrieben
die Eltern später ein China-Restaurant. Luu lebt in Bielefeld. Sie studierte
Germanistik und Philosophie (M.A.). Davor und währenddessen jobbte sie in
der Gastronomie, in der Altenpflege und als Nachtwache in der Psychiatrie. Für
ihren ersten Roman ,,Totalschaden" (Reclam Leipzig) wurde sie 2007 mit dem
Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis ausgezeichnet. 2015 erhielt Que Du Luu
den Hohenemser Literaturpreis für deutschsprachige AutorInnen nichtdeutscher Muttersprache. 2016 ist ihr Jugendroman ,,Im Jahr des Affen" im Carlsen
Verlag Hamburg erschienen.

Maimann, Helene. Geboren 1947 in Wien, Historikerin, Autorin und Filmemacherin. Sie studierte Geschichte, Germanistik und Philosophie an der Uni
Wien. Hat große Ausstellungen zur Zeitgeschichte kuratiert und geleitet, für Ö1
gearbeitet, war Abteilungsleiterin im ORF für Dokumentarfilmleisten (,,Nightwatch", ,,Brennpunkt", ,,DOKUmente"). Zahlreiche Filme für die Abteilungen
Wissenschaft und Religion des ORF sowie Publikationen zu Exil, Frauengeschichte, Geschichte der politischen Ideen, Methodologie, Mentalitätsgeschichte, Biografien und jüdische Identitäten. 19801994 Lektorin am Institut
für Geschichte der Universität Wien, seit 2008 an der Filmakademie Wien.
Mehrere Auszeichnungen, zuletzt Karl-Renner-Publizistikpreis, Ehrenkreuz für
Wissenschaft und Kunst und Rosa-Jochmann-Plakette.

Menasse, Robert. Geboren 1954 in Wien. Er studierte Germanistik,
Philosophie sowie Politikwissenschaft in Wien, Salzburg und Messina und
promovierte im Jahr 1980 mit einer Arbeit über den ,,Typus des Außenseiters im
Literaturbetrieb". Menasse lehrte anschließend sechs Jahre an der Universität
São Paulo. Seit seiner Rückkehr aus Brasilien 1988 lebt Robert Menasse als
Literat und kulturkritischer Essayist hauptsächlich in Wien. Für sein umfangreiches Werk gab es zahlreiche Ehrungen wie den Max-Frisch-Preis 2014.
Zuletzt erschienen: ,,Heimat ist die schönste Utopie. Reden (wir) über Europa"
(Suhrkamp 2014). Im September 2017 erschien ­ ebenfalls bei Suhrkamp
sein lang erwarteter Europa-Roman ,,Die Hauptstadt" über Brüssel, ,,wo die
Fäden zusammenlaufen".

Vol.66: WOHIN UNSERE WELT TREIBT

Niedermeyer, Ronnie. Geboren 1980 in Wien, wuchs dreisprachig auf und
lebte als Jugendlicher fünf Jahre in Jerusalem. Als Fotograf und Journalist
beschäftigt er sich vorwiegend mit sozialen und kulturellen Themen. Seine
Arbeiten im Bereich der künstlerischen Fotografie wurden im Wien Museum, im
Leopold Museum und im Künstlerhaus Wien ausgestellt, sein erstes Fotobuch,
,,Zeit und Wien", erschien 2008 im Christian Brandstätter Verlag. 2011 bekam
seine Serie ,,Blinde sehen" beim europaweiten Fotowettbewerb ,,Gegen
Diskriminierung" von Amnesty International den 1. Preis. 2015 veröffentlichte
er das Fotobuch ,,Farben in Marrakesch" im Verlag Bibliothek der Provinz. Er
unterrichtet Fotografie im Wiener Bildungszentrum sowie als Gastlektor an der
Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt. Als Herausgeber
publizierte er 2014 fotografische Arbeiten des Regisseurs und Schauspielers
Otto Schenk und 2016 eine Monografie der Fotografin Elfriede Mejchar.
2015 war er Artist in Residence an der One World Foundation in Sri Lanka
(gemeinsam mit David Schalko).
Nowak, Manfred. Geboren 1950 in Bad Aussee, Professor für Internationales
Recht und Menschenrechte an der Universität Wien. Nach seiner Promotion
zum Doktor der Rechte in Wien 1975 erwarb er einen Master of Laws an der
Columbia University in New York. Seit 1992 ist er Leiter des Wiener Ludwig
Boltzmann Instituts für Menschenrechte. Zwischen 1996 und 2003 arbeitete
Nowak als Richter des Internationalen Gerichtshofs in Bosnien-Herzegowina.
Später wurde er von der UN-Menschenrechtskommission zum Sonderberichterstatter über Folter ernannt. In diesem Amt legte Nowak 2006 einen kritischen
Bericht über die Zustände im US-Internierungslager in Guantánamo vor.
Zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um
die Menschenrechte (2007). Sein Buch ,,Menschenrechte. Eine Antwort auf die
wachsende ökonomische Ungleichheit" ist 2015 in der Wiener Edition Konturen
erschienen.

Perger, Werner A. Geboren 1942 in Wien, lebt in Berlin und auf Mallorca.
Jus-Studium an der Uni Wien (Promotion 1969). Journalistische Anfänge in
der Zeitschrift ,,Academia". Ab 1967 tätig für ,,Die Presse", ab Februar 1970
als Deutschlandkorrespondent in Bonn. Ab 1979 Bonn-Korrespondent für
das Hamburger ,,Deutsche Allgemeine Sonntagsblatt", zugleich Kolumnist für
das Magazin ,,Profil" (bis 1990). Danach Bonn-Reporter für den ,,Stern". 1991
Wechsel in die Bonner Redaktion der ,,Zeit", 19951998 stellvertretender
Chefredakteur und Politikchef in Hamburg, danach Reporter mit Sitz in Berlin,
seit 2007 freier Autor für ,,Zeit", ,,Zeit online", ,,Falter" und Rundfunkprogramme.
Zahlreiche Publikationen, darunter die Essaysammlung ,,Was wird aus der
Demokratie?" (gemeinsam ediert mit Thomas Assheuer; 2000 Bruno-KreiskyPreis), ,,Progressive Perspektiven" (Gespräche mit europäischen Sozialdemokraten, in Zusammenarbeit mit dem Karl-Renner-Institut) und ,,Gegen die
Zeit", eine Erinnerung an Begegnungen mit Bruno Kreisky in dessen letztem
Lebensjahr. Aufsätze in Büchern und Zeitschriften über Demokratieprobleme
und den europäischen Populismus.

Rabinovich, Julya. Geboren 1970 in Leningrad in der damaligen Sowjetunion. Lebt seit 1977 in Wien, wo sie an der Uni Wien ein Dolmetschstudium
absolvierte und an der Angewandten ein Studium mit Schwerpunkt Malerei
und Philosophie abschloss. Als Dolmetscherin arbeitete sie u. a. für das
Integrationshaus Wien und in der Flüchtlingsbetreuung der Diakonie. Sie
schrieb Romane und andere Prosa (,,Spaltkopf", 2008, ,,Herznovelle", 2011,
,,Die Erdfresserin", 2012, ,,Krötenliebe" und ,,Dazwischen: ich", beide 2016)
und Theaterstücke (darunter ,,Stück ohne Juden", 2010 und ,,Tagfinsternis",
Uraufführung 2013), für die sie zahlreiche Preise erhielt.

Rabinovici, Doron. Geboren 1961 in Tel Aviv, lebt seit 1964 in Wien. Er ist
Schriftsteller und Historiker, der an der Uni Wien promovierte. Seine Prosa
umfasst Kurzgeschichten, Romane und Essays. Als Intellektueller engagiert er
sich u. a. im Republikanischen Club ­ Neues Österreich gegen Antisemitismus,
Rassismus, Homophobie und Rechtspopulismus. 2013/14 initiierte und
konzipierte er gemeinsam mit Matthias Hartmann die Zeitzeugenproduktion
,,Die letzten Zeugen" am Burgtheater, die danach zum Berliner Theatertreffen

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