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Jüdisches Echo 17-18

Seite 151 Jüdisches Echo 17-18Biografien der Autorinnen und Autoren
Brandner, Judith. Geboren 1963 in Salzburg. Japanologin und Übersetzerin
für Englisch und Japanisch. Radiojournalistin und Moderatorin für Ö1 sowie für
öffentlich-rechtliche Sender in der Schweiz und in Deutschland; Publizistin und
Buchautorin (Zuletzt: ,,Zu Hause in Fukushima", Verlag Kremayr & Scheriau,
2014 und ,,Leben mit den Folgen der Atomkatastrophe von Fukushima", in:
,,Nukleare Katastrophen und ihre Folgen", Berliner Wissenschaftsverlag 2016).
Zahlreiche Journalistenpreise, darunter der Concordia Menschenrechtspreis
1998; Herta-Pammer-Preis 2005; Prälat-Leopold-Ungar-Preis 2008 und der
Verkauf-Verlon Preis 2013 für antifaschistische österreichische Publizistik.
2016/17: Lehrauftrag am Institut für Japanologie der Uni Wien.
Website: www.judithbrandner.at
Broukal, Josef. Geboren 1946 in Wien. Volksschule, Hauptschule, technischnaturwissenschaftliches Realgymnasium in Wien. Studierte Sozialgeschichte
und Anglistik an der Universität Wien. Nach Lehrjahren in der Öffentlichkeitsarbeit 1975 Wechsel in den ORF. Chefredakteur im Landesstudio Wien,
stellvertretender Chefredakteur der ,,Zeit im Bild", Sendungsverantwortlicher
,,ZiB 1". Moderator von ,,ZiB", ,,Pressestunde", ,,Club 2", ,,Modern Times". 2002
Einladung der SPÖ, ihre Wissenschaftspolitik im Nationalrat zu vertreten und zu
gestalten. Abgeordneter und stellvertretender Klubobmann bis 2008. Seither
wieder Moderator, Journalist und Autor von Sachbüchern. In den letzten Jahren
steigender Einsatz in der ehrenamtlichen Betreuung junger Flüchtlinge. Ausgezeichnet mit der Friedrich-Torberg-Medaille der IKG.

Dalos, György. Geboren 1943 in Budapest, Schriftsteller und Historiker.
Von 1962 bis 1967 studierte er Geschichte an der Lomonossow-Universität
Moskau. 1968 wurde er in Ungarn wegen ,,maoistischer Umtriebe" zu einer
bedingten Haftstrafe verurteilt und hatte Berufsverbot. 1977 gehörte er zu
den Mitbegründern der demokratischen Oppositionsbewegung in Ungarn.
Von 1995 bis 1999 war er Leiter des ,,Hauses Ungarn" in Berlin und 1999
Koordinator des Themenschwerpunktes ,,Ungarn" der Frankfurter Buchmesse.
In einem seiner ersten Bücher, ,,Neunzehnhundertfünfundachtzig" (erschienen
1982), schreibt er den Orwell-Klassiker fort und prophezeit den Niedergang der
totalitären Regime. In seinem Buch ,,Ungarn in der Nussschale" (2004) warnte
er sein Heimatland davor, soziale Fragen autoritär zu beantworten. Jüngste
Buchtitel: ,,Gorbatschow: Mensch und Macht" (2011), ,,Geschichte der Russlanddeutschen: Von Katharina der Großen bis zur Gegenwart" (2015). Dalos,
der 2010 den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung erhalten
hat, lebt in Berlin.
Folger, Arie. Geboren 1947 in Antwerpen als Sohn eines Schoah-Überlebenden, seine Mutter stammt aus Marokko. Er absolvierte ein Rabbinatsstudium unter anderem in Wilrijk, Belgien, Gateshead, England, Jerusalem
und New York. An der Stern School of Business der New York University
erwarb er den Mastergrad (MBA). 2003­2008 war er Rabbiner in Basel,
später PR-Direktor des Amerikanischen Rabbinerverbands. Danach betreute
er Gemeinden in München und Frankfurt. Er spricht Deutsch, Englisch,
Französisch, Hebräisch, Jiddisch und Niederländisch. Der orthodoxe Rabbiner
bezeichnet sich zudem als Autor, Redakteur und koscherer Nahrungsmittelexperte. In verschiedenen Organisationen, darunter in der Konferenz Europäischer
Rabbiner, im Amerikanischen Rabbinerverband (RCA) und in der Orthodoxen
Rabbinerkonferenz Deutschland, bekleidete oder bekleidet er Ehrenämter. Seit
September 2016 ist er Oberrabbiner von Wien. Im Internet: www.rabbifolger.net
Heinzlmaier, Bernhard. Geboren 1960 in Wien. Nach Abschluss der
Handelsakademie studierte er an der Uni Wien und erlangte 1987 den Magister
der Philosophie. Von 1988 bis 2000 war er wissenschaftlicher Leiter und später
Geschäftsführer des Österreichischen Instituts für Jugendforschung (ÖIJ). 1997
gründete er die T-Factory Trendagentur Markt- und Meinungsforschung GmbH,
die Standorte in Wien und Hamburg hat. Seit 2003 ist er Vorstandsvorsitzender

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des Österreichischen Institutes für Jugendkulturforschung und seit 2007
Mitglied des Vereins jugendkulturforschung.de e.V., der auf praxisorientierte,
nicht-kommerzielle Jugendforschung spezialisiert ist. Heinzlmaier lehrt an der
Universität für angewandte Kunst in Wien und an der FH Joanneum in Graz.
Aktuelle Buchpublikation: ,,Anpassen, Mitmachen, Abkassieren. Wie dekadente Eliten unsere Gesellschaft ruinieren" (Verlag Hirnkost Berlin 2016).

Heller, Ágnes. Geboren 1929 in Budapest. In der NS-Zeit entging sie nur
knapp der Judenverfolgung, der ihr Vater und zahlreiche Verwandte zum Opfer
fielen. 1947 begann sie an der Universität Budapest Physik und Chemie zu
studieren, hörte dann aber den Philosophen Georg Lukács, dessen Assistentin
sie 1955 wurde. In Ungarn politisch unterdrückt, emigrierte sie 1977 nach
Australien, wo sie an der La Trobe University in Melbourne bis 1983 eine Soziologie-Professur innehatte. 1986 wurde sie Hannah Arendts Nachfolgerin auf
deren Lehrstuhl für Philosophie an der New School for Social Research in New
York. Seit ihrer Emeritierung lebt die Philosophin in Budapest und New York.

Hvorecký, Michal. Geboren 1976 in Bratislava. Er studierte Kunstgeschichte
und ästhetische Theorie an der Universität im slowakischen Nitra. 2004 war
er als Writer in Residence an der University of Iowa. In der ,,FAZ", der ,,Welt",
der ,,Zeit" und im ,,Falter" sind Essays und Geschichten von ihm erschienen.
Er wurde mehrfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet und war Stipendiat
des Literarischen Colloquiums Berlin, der Stiftung Brandenburger Tor und
,,Grenzgänger"-Stipendiat der Robert Bosch Stiftung. Er hat mehrere Romane
verfasst. Der Krimi ,,Tod auf der Donau" ist auf Deutsch 2012 erschienen,
,,Das allerschlimmste Verbrechen in Wilsonstadt" als E-Book 2016 (beide im
Stuttgarter Tropen-Verlag).
Innerhofer, Roland. Geboren 1955 in Meran. Studierte Germanistik,
Geschichte und Philosophie an der Universität Wien. 19811983 Österreichischer Lektor für Germanistik an der Nihon Universität in Tokio. Seit 1984 Literaturunterricht an der American International School in Wien. Seit 2011 Professur
für Neuere Deutsche Literatur mit besonderer Berücksichtigung österreichischer
Literatur an der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Uni Wien.
Forschungsschwerpunkte: Österreichische Literatur- und Kulturgeschichte,
aber auch Phantastik, Utopie und Science-Fiction.
Kerbler, Michael. Geboren 1954, er studierte Publizistik und Psychologie
an der Universität Wien. Journalistisch seit 1974 tätig, ab 1976 im ORF.
Auslandskorrespondent in der Bundesrepublik Deutschland (1985/86). ORFRadiochefredakteur. Ab 1998 Chefredakteur von Radio Österreich International
und dessen letzter Leiter. Er war zehn Jahre lang der für die Ö1-Reihe ,,Im
Gespräch" verantwortliche Gestalter. Seit 2014 ist er u. a. als selbstständiger
Journalist für das ORF III ,,ZEIT. GESPRÄCH", für die Wiener Festwochen und für
die Salzburger Festspiele tätig. Für seine journalistischen Leistungen wurde
er mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
ausgezeichnet.
Kuretsidis-Haider, Claudia. Geboren 1965 in Wien. Lehramtsstudium für
Geschichte und Sozialkunde sowie Geografie und Wirtschaftskunde an der
Universität Wien, unterrichtete im Bundesgymnasium Wien 2, Zirkusgasse.
Mitarbeiterin am Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
(DÖW), Co-Leiterin der ,,Zentralen österreichischen Forschungsstelle Nachkriegsjustiz". 2003 promovierte sie am Institut für Zeitgeschichte der Universität
Wien mit einer Dissertation zum Thema ,,Verbrechen an ungarisch-jüdischen
Zwangsarbeitern vor Gericht" über die Engerau-Prozesse.

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