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Hospizverein -25 Jahre

Seite 7 Hospizverein -25 JahreStationäres Hospiz
25 Jahre Hospizverein Rhein-Ahr e.V.

Das Hospiz im Ahrtal
Bestmögliche Lebensqualität in den letzten Tagen

Als im Jahre 2016 die ersten Gäste
in das frisch eröffnete Hospiz-Ahrtal einzogen, hatte sich der HospizVerein verwirklicht. Denn es war
schon seit der Gründung des Hospiz-Vereins vor 25 Jahren das erklärte Ziel, eine solche Einrichtung zu
ermöglichen. Dennoch ist der Hospiz-Verein nicht gleichzusetzen mit
dem Hospiz im Ahrtal. Der Verein
ist ,,lediglich", neben der BethelStiftung und dem Marienhausklinikum, einer der drei Träger des Hospizes. Natürlich ist das Hospiz mit
dem Verein untrennbar verbunden.
Und der Eröffnung im Jahre 2016
kam eine besondere Bedeutung
zu: Zwischen Bonn und Koblenz,
Siegen und Trier gab es zu diesem
Zeitpunkt keinerlei vergleichbare
Einrichtung. Dank der großen Spendenbereitschaft und dem enormen
bürgerlichen Engagement konnte
dieses Projekt schließlich umgesetzt
werden. Gebaut wurde das Hospiz
in der Nähe des Krankenhauses Maria Hilf in Bad Neuenahr, genauer
im Dorotheenweg.
In insgesamt zehn Gästezimmern
können schwerstkranke und sterbende Menschen aufgenommen
werden. Bei der Ausstattung dieser

Zimmer wurde darauf geachtet,
eine wohnliche, komfortable und
moderne Einrichtung zu ermöglichen. Auch für Angehörige und
Freunde besteht die Möglichkeit, in
Gästezimmern zu übernachten. Zu
dem Angebot gehören eine Wohnküche mit Wohnzimmer und weitläufige Außenanlagen mit Garten.
Das Ziel der Bemühungen der Mitarbeiter im Hospiz ist die Wiederherstellung und Erhaltung der Lebensqualität in der verbleibenden
Lebenszeit. Das Hospiz ist eine
professionelle
Pflegeeinrichtung
mit einem entsprechend professionellem Angebot. Hierzu zählen
die palliativpflegerische und palliativmedizinische Versorgung, eine
spezialisierte Schmerztherapie und
Symptomkontrolle und das Angebot psychosozialer und seelsorgerischer Begleitung und ergänzende
Therapien.
Aufgenommen werden Menschen
mit unheilbaren Krankheiten. Dazu
gehören Krebserkrankungen, neurologische Erkrankungen und andere fortgeschrittene Krankheiten
im Endstadium. Es liegt am Hausarzt der betreffenden Person, eine
entsprechende Notwendigkeitsbe-

Das Hospiz im Ahrtal.

Foto: privat

scheinigung für die Aufnahme ins
Hospiz auszustellen. Während des
Aufenthaltes bleibt der Hausarzt
medizinisch verantwortlich. Das
Wohnen, die Versorgung und die
Begleitung des kranken Menschen
sind im Hospiz kostenfrei. Die Kranken- und Pflegekassen tragen 95
Prozent des vereinbarten Tagesbedarfssatzes, jedoch müssen die
Träger des Hospizes mindestens 5
Prozent aus Spendenmitteln auf-

bringen. Aus diesem Kontext ergibt
sich die besondere Wichtigkeit der
Spenden aus der Bevölkerung.

KONTAKT
Yasmin Brost
Hospiz- und Pflegedienstleitung
Telefon: 02641 91875-10
yasmin.brost@hospizimahrtal.de

Wie kommt eine Begleitung zu Stande?
,,Eine typische Begleitung gibt es nicht"
Ein jedes Leben verläuft anders und
jeder Mensch hat unterschiedliche
Biografien und Lebensläufe, Glücksmomente und Krisen. So verschiedenartig die Menschen im Leben
sind, so verschieden sind sie auch in
dem Moment, wenn es um das Thema Tod und Sterben geht. Diese Erfahrung machen auch die Begleiter
im Hospiz-Verein, ganz egal, ob es
sich dabei um einen der 62 ehrenamtlichen Begleiter handelt oder
eine der Hospizfachschwestern.
Diese beiden Mitarbeitergruppen
werden von Sabine Schonschek koordiniert und bei den jeweiligen
Fällen eingesetzt. Eben dort, wo es
nach medizinischen und menschlichen Gesichtspunkten Sinn macht
­ und vor allem erwünscht ist.
,,Eine typische Begleitung gibt es
nicht", erklärt Schonschek. Die Bedürfnisse der Betroffenen stehen
im Vordergrund und somit auch die
konkrete Ausformulierung und Intensität der Begleitung. Gleichwohl
finden sich Parallelen, vor allem am
Anfang einer Hospizbegleitung.

Hier erfolgt meist ein Anruf eines
Arztes, eines Pflegeheims, der Palliativstation des Krankenhauses
oder den Angehörigen der Betroffenen. Es gab jedoch auch andere
Situationen. Auch selbst Betroffene
kommen in die Begegnungsstätte des Hospiz-Vereins in der Bad
Neuenahrer Kreuzstraße. ,,Es kam
auch vor, dass Menschen, die gerade vom Arzt kommen und dort
eine unheilbare Krankheit diagnostiziert bekamen, unsere Hilfe suchen", erklärt Ulrike Dobrowolny,
Vorsitzende des Hospiz-Vereins.
Zunächst lassen sich die Mitarbeiter des Hospiz-Vereins die Probleme schildern und versuchen Hilfestellungen anzubieten. Dabei ist
zu beachten, dass die Mitarbeiter
des Hospiz-Vereins nicht Pflege im
herkömmlichen Sinne anbieten.
Denn die Hospizarbeit ist klar von
einem Pflegedienst zu differenzieren. ,,Wir kämmen und waschen
die Betroffenen nicht", nennt
Schonschek als Beispiel. Dies müsse
auch transparent den Angehörigen

kommuniziert werden. Der Fokus
der Arbeit liegt darin, dem Betroffenen ein würdevolles Sterben in
einer angenehmen Atmosphäre
zu ermöglichen. Wie diese beiden Umstände zu erreichen sind,
liegt jedoch am Betroffenen selbst.
Manche Menschen wünschen sich,
die Mitarbeiter des Hospiz-Vereins
möglichst oft zu sehen ­ anderem
wiederum reicht eine eher ,,weitmaschige" Begleitung.
Am Anfang einer jeden Begleitung
steht stets die Beratung. Fragen
wie ,,Welche Hilfen bietet der Verein an?" oder ,,Ist der Einsatz eines
ehrenamtlichen Hospizbegleiters
oder der einer Hospizfachschwester
gefragt?" stehen im Mittelpunkt
der Beratung.
Egal, wie komplex die Situationen jedoch erscheinen mögen:
Das Stichwort ,,Begleitung" ist das
Kernmotiv. ,,Wir schreiben niemandem vor, wie er oder sie mit
dem Thema ,,Tod" umzugehen
hat ­ wir begleiten eben", erklärt

Sabine Schomschek.

Foto: privat

Sabine Schonschek und fügt hinzu:
,,Wir sind da und helfen, wie es gewünscht wird." Wie die Begleitung
schließlich abläuft, liegt also stets
in der Hand der Betroffenen ­ er
oder sie leitet die Begleitung.
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