< Seite 4
Seite 6 >

Seite 5

Hospizverein -25 Jahre

Seite 5 Hospizverein -25 Jahre25 Jahre Hospizverein Rhein-Ahr e.V.

stellte zwar eine enorme Verbesserung auch in Bezug auf die Außendarstellung des Hospiz-Vereines
dar; ein zentrales Vorhaben konnte
zu diesem Zeitpunkt jedoch noch
nicht umgesetzt werden. So sah der
konkrete Zweck des Vereins schon
in den Anfangstagen die Errichtung
eines stationären Hospizes vor. Hier
mangelte es jedoch immer noch an
einem Träger und die Suche gestaltete sich als schwierig. Das damalige Palliativ-und Hospizgesetz legte
fest, dass Kosten zum Unterhalt
eines stationären Hospizes zu zehn
Prozent aus Spendengeldern zu
decken sei. Diese Umstände und die
damit verbundenen Kosten schreckten viele potenzielle Träger ab. Dennoch gab der Hospiz-Verein nicht
auf und sprach verschiedene Organisationen an, darunter die Malteser oder das Deutsche Rote Kreuz.
Auch in der Kommunalpolitik suchte man Ansprechpartner und fand
diese in Landrat Dr. Jürgen Pföhler,
dem damaligen Bürgermeister Bad
Neuenahr-Ahrweiler Ulrich Tappe sowie dem Seniorenbeirat des
Landkreises. Schließlich führte das
Gespräch mit den Bürgermeistern
im Landkreis Ahrweiler zu einem
Ansatzpunkt auf dem Weg zur Umsetzung. Der Verein war zu diesem

Zeitpunkt bereits mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, als
dies noch in den Vorjahren der Fall
war. Mit über 400 Mitgliedern war
der Verein im Jahre 2007 bereits
gewachsen und gut aufgestellt.
Einen verlässlichen Ansprechpartner fand man im damaligen Bürgermeister der Stadt Sinzig, Wolfgang Kroeger. Kroeger nahm im
Rahmen einer Briefmarkenübergabe an die Bodelschwingsche Stiftung Bethel Kontakt mit Pfarrer
Ulrich Pohl, dem Vorsitzenden der
Stiftung, auf. Kurze Zeit später entsandte die Stiftung eine Regionalgeschäftsführerin von Dortmund
nach Sinzig: Luise Turowski. Zusammen mit der Vorsitzenden des
Hospiz-Verein Rhein-Ahr, Ulrike
Dobrowolny, nahmen Bürgermeister Wolfgang Kroeger und Luise
Turowski aus Bethel nun erste Vorgespräche auf. Nach eingehenden
Beratungen und Gesprächen, konnten positive Neuigkeiten vermeldet
werden: Die Bodelschwingsche Stiftung Bethel sagte ihre Kooperation
zu und wurde einer der Träger des
geplanten stationären Hospizes.
Zur Gründung einer neuen Trägergesellschaft für ein stationäres
Hospiz im Kreis Ahrweiler gesellte

sich die Marienhaus Holding in den
Trägerverbund. Somit hatte man
mit dem Hospiz-Verein, der BethelStiftung und dem Marienhaus
alle Beteiligten zusammen und es
konnten entsprechende Verträge
geschlossen werden. Der geeignete
Platz für ein Hospiz wurde in Bad
Neuenahr-Ahrweiler gefunden, genauer gesagt im Dorotheenweg.
Unterstützung bei der Realisierung
fand der Hospizverein bei dem
Bürgermeister von Bad NeuenahrAhrweiler Guido Orthen, bei der
Kreisverwaltung und zahlreichen
ehrenamtlichen Mitstreitern. Eine
Erleichterung gab es auch seitens
des Gesetzgebers: Ende 2015 wurde
die Kostendeckung im Palliativ-und
Hospizgesetz neu geregelt. Nunmehr galt es nur noch, fünf Prozent
der Kosten aus Spenden zu decken.
Schlussendlich gründete man die
,,Hospiz im Ahrtal gGmbh" unter
dem Vorsitz von Christoph Drolshagen. Stolz war man ebenfalls zwei
prominente Schirmherren für den
Hospizgedanken zu gewinnen: Der
Naturfilmer Andreas Kieling aus
Hümmel konnte als Schirmherr für
den ambulanten Verein gewonnen
werden und für den stationären
Bereich übernahm der Heppinger
Sternekoch Hans-Stefan Steinheu-

er diese Aufgabe. Im Dezember
2015 konnte das Hospiz im Ahrtal
schließlich eingeweiht werden. Die
Eröffnung fand im Januar 2016
statt und die zehn Betten der Einrichtung im Dorotheenweg waren
schon in den ersten Tagen belegt.
Eine große Unterstützung zur Realisierung des Projektes ,,Stationäres
Hospiz" waren nicht nur die örtliche Politik und Institutionen, sondern ­ natürlich ­ die Bürger in der
Region, die sich nicht nur finanziell
sondern auch ideell einbrachten
und eine große Hilfestellung waren.

Ausblicke und Ziele
Vor kurzem wurde bei der Mitgliederversammlung beschlossen, eine
Hospiz-Stiftung ins Leben zu rufen.
Dieser Plan soll nun aktiv umgesetzt
werden. Außerdem möchte man
die Beratungsangebote ausweiten.
Ab Anfang nächsten Jahres möchte
der Hospiz-Verein auch außerhalb
der Orte Bad Neuenahr-Ahrweiler
und Adenau Beratungen anbieten.
Dazu soll eine Fachkraft an festen
Tagen der Woche in verschiedenen
Einrichtungen im Kreisgebiete für
die Fragen der Bürger da sein.

Seit der Gründung ist der Hospiz-Verein ein vitaler Verein.

5

zurück zum Anfang von "Hospizverein -25 Jahre"