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Hospizverein -25 Jahre

Seite 3 Hospizverein -25 JahreGrußworte
Der Hospiz-Verein
ist unverzichtbar

Der Hospiz-Verein
Rhein-Ahr e.V. ist
ein
unverzichtbarer Bestandteil
des sozialen Angebotes im Kreis
Ahrweiler. Seit 25
Jahren begleitet
und
unterstützt
der Verein mit seinen haupt- und
ehrenamtlichen
Mitarbeitern viele
Menschen auf ihrem letzten Lebensweg.
Mit der Eröffnung des stationären Hospizes
in Bad Neuenahr-Ahrweiler ist ein Traum
zur Wirklichkeit geworden. Mit dieser Einrichtung erweitert der Verein seit 2015 sein
Angebot und ist in der Lage, auch die Menschen am Ende ihres Lebensweges zu versorgen, die in ihrer häuslichen Umgebung nicht
mehr betreut werden können. Damit hat sich
eine Lücke in der pflegerischen Versorgungslandschaft im Kreis Ahrweiler geschlossen.
Hier wurde etwas Einzigartiges geschaffen.
Ich bin sehr froh, dass wir als einziger Kreis
im nördlichen Rheinland-Pfalz über eine solche Vorzeigeeinrichtung verfügen. Wir sind
stolz auf den Hospiz-Verein und vor allem
dankbar.

Es gibt kaum ein beglückenderes
Gefühl, als zu spüren, dass man für
andere Menschen etwas sein kann.

Dieser Satz von
Dietrich Bonhoeffer
bringt eine grundlegende Wahrheit
menschlichen
Zusammenlebens zum
Ausdruck. Und Sie,
die Ehrenamtlichen
und
Hauptamtlichen des Hospizvereins Ahrweiler, der
in diesem Jahr sein
25-jähriges Jubiläum feiert, erleben
Tag für Tag immer wieder aufs Neue den tiefen Sinn dieser Worte.
Deshalb gratuliere ich dem Verein sehr herzlich zum Jubiläum und möchte den vielen
Helferinnen und Helfern aufrichtig für das
langjährige Engagement danken. Ihre Arbeit
trägt einen ganz entscheidenden Teil dazu
bei, dass unsere Gesellschaft menschlich
bleibt.
Wenn man Menschen fragt, was sie sich für
ihr Sterben wünschen, dann hört man fast
immer zwei Dinge:
Dass sie ihr Lebensende in einem vertrauten
Umfeld verbringen möchten und dass sie
beim Sterben nicht allein gelassen werden
wollen.

Der Kreis Ahrweiler weiß die überkonfessionellen und qualifizierten Dienste des Vereins
sehr zu schätzen. Bereits 2003 war es mir ein
besonderes Anliegen, dem Hospiz-Verein die
Ehrenplakette, eine der höchsten Kreisauszeichnungen, zu überreichen. Bis heute danke ich den Vereinsmitgliedern und ihrer Vorsitzenden Ulrike Dobrowolny für ihr großes
soziales und mitmenschliches Engagement
von Herzen.

Beiden Wünschen kommen Sie im Hospizverein Ahrweiler seit mittlerweile einem
viertel Jahrhundert in bewundernswerter
Weise nach. Sie haben es sich zur Aufgabe
gemacht, den Menschen, die sich an Sie wenden, auf der letzten Wegstrecke ihres Lebens beizustehen, sie liebevoll zu begleiten
und auf ihre individuellen Bedürfnisse einzugehen. Auch die Trauerarbeit, bei der Sie
die Angehörigen unterstützen, ist ein ganz
wichtiger Bestandteil Ihrer Arbeit.

Dr. Jürgen Pföhler
Landrat des Kreises Ahrweiler

Als Gesellschaft sind wir auf derartiges Engagement füreinander und miteinander angewiesen. Ihre Arbeit trägt dadurch auf unverzichtbare Weise dazu bei, dass Alter, Krankheit und Tod als Teile des Lebens gesehen
und nicht tabuisiert werden. In diesem Sinne
ist Hospizarbeit Lebenshilfe. Denn Menschen
dürfen auf den Hospizverein vertrauen. Da
ist jemand in ihrer letzten Lebensphase für
sie da und unterstützt sie.
Für Ihr weiteres Wirken wünsche ich Ihnen
alles Gute und Gottes reichen Segen.
In dankbarer Verbundenheit
Ihr
Guido Orthen
Bürgermeister
der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler

25 Jahre Hospizverein Rhein-Ahr e.V.

25 Jahre im Dienst schwer kranker
Menschen heißt, 25 Jahre
im Dienst der Gesellschaft zu sein.
Liebe Bürgerinnen und
Bürger des Kreises Ahrweiler,
Menschen brauchen sinnstiftende Aufgaben und
durch die öffentliche Artikulation von Verantwortung für den Anderen wird der Angst vor
Fremdbestimmung, Hilflosigkeit und Einsamkeit
am Lebensende entgegengewirkt.
Schwerstkranke Menschen und deren Angehörige
benötigen am Lebensende Zuwendung und Unterstützung. Dies hat der Hospiz-Verein Rhein-Ahr vor
25 Jahren begonnen und wir sind glücklich, mit Ihnen dieses Jubiläum am 17. November im Rathaussaal der Stadt Bad Neuenahr begehen zu können.
Was feiert der Hospiz-Verein Rhein-Ahr?
Zuwendung, psychosoziale Begleitung ­ all das, was
nicht finanziert wird, wird seit 25 Jahren in den Blick
der Öffentlichkeit gebracht. Die Sorge füreinander,
die Fähigkeit sich dem Anderen zuzuwenden muss
nicht professionalisiert werden, wenn wir unsere
Sorgekultur weiter wachsen lassen und pflegen.
Die Sterbehilfe aus den Nachbarländern hat die Bürger aufgeweckt, sich gegen Tötung auf Verlangen
und Beihilfe zur Selbsttötung zu wehren.
Dafür braucht es Zeitgeschenke.
68 ehrenamtliche und sieben hauptamtlichen Mitarbeiter setzen sich mittlerweile für ein Sterben in
Würde im Ahrkreis ein. Hinzu kommen die 1.155
Mitglieder, die diese Begleitung durch Ihre Mitgliedschaft unterstützen. Wir brauchen Menschen, die in
der Haltung des Zuhörens kommen und nicht in der
Absicht, Therapie-, Behandlungs-, Versorgungs-, ja
Sterbeprozesse effizienter zu gestalten.
Was Zuhören sein kann, hat Michael Ende in seinem
Buch Momo angedeutet: ,,Was die kleine Momo
konnte wie kein Anderer, das war: zuhören... Sie
konnte so zuhören, dass ratlose und unentschlossene Leute auf einmal ganz genau wußten, was sie
wollten. Oder, dass Schüchterne sich plötzlich frei
und mutig fühlten. Oder, dass Unglückliche und Bedrückte zuversichtlich und froh wurden..."
Das Zuhören hat eine politische Dimension. Es ist
eine Handlung, eine aktive Teilnahme am Dasein
Anderer und auch an deren Leiden. Es verbindet,
vermittelt Menschen erst zu einer Gemeinschaft.
Dies gelingt durch den Hospiz-Verein Rhein-Ahr
im häuslichen Umfeld, in den Pflegeeinrichtungen,
Krankenhäusern und im Hospiz. Wir hoffen,dass
die Bewegung größer wird und werden die Charta
zur Betreuung schwerkranker und sterbender Menschen in Deutschland im Ahrkreis verbreiten und
Institutionen bitten, sich durch Unterschrift anzuschliessen.
Für Ihre Unterstützung bedanke ich mich im Namen
des Vorstands des Hospiz- Vereins Rhein-Ahr
Ulrike Dobrowolny
Vorsitzende
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