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Hospizverein -25 Jahre

Seite 29 Hospizverein -25 Jahre25 Jahre Hospizverein Rhein-Ahr e.V.

kann, tut sich grundsätzlich schwerer mit der Trauer. Aber das Trauern
als Prozess, den man heute auch als
Trauerarbeit bezeichnet, verläuft
für die meisten Menschen gleich.
Nur sind die Phasen des Trauerns
unterschiedlich lang, beziehungsweise verlaufen auch nicht immer
geradlinig oder linear.
Psychologen wie Verena Kast, die
sich intensiv mit dem Trauern beschäftigt hat, erkennen im Ablauf
vier Trauerstadien: Negieren und
Leugnen, dann einsetzende starke
Emotionen wie Zorn, Wut, Angst,
anschließend das Stadium des Suchens, Findens und Loslassens sowie am Schluss das Akzeptieren,
das einen Neuanfang ermöglicht.
Wie Menschen trauern, ist so individuell und vielfältig wie das Leben
selbst. Das macht es für Betroffene,
die sich Hilfe beim Abschiednehmen erhoffen, nicht gerade leicht.
Und das macht es Anderen manchmal schwer, einem Trauernden Hilfe zu geben. Manchmal fehlt es
an der nötigen Empathie, an der
Fähigkeit, sich in die Gefühle des
anderen zu versetzen und sie nach-

zuempfinden. Die Wucht der Emotionen, mit der man konfrontiert
wird, kann durchaus überfordern.
Manche Menschen finden auch
einfach, dass Trauer schnell abgeschlossen werden sollte. Da fehlt
es dann einfach an der Bereitschaft
oder Fähigkeit, die Probleme über
einen längeren Zeitraum mitzutragen. Jetzt muss es aber auch mal
gut sein, heißt es dann. Trauer hat
ihre Zeit, aber in unserer schnelllebigen Welt ist die Zeit, die Trauernden zugestanden wird, begrenzt.
Trauernde stehen oft unter starkem emotionalem Druck. Deshalb
sollten sie sich nicht auch noch von
äußerem Druck beeinflussen lassen. Psychologen empfehlen, sich
die nötige Zeit zu nehmen, um den
Abschied zu verarbeiten und mit
dem Verlust fertig zu werden. Rituale können dabei sehr hilfreich
sein. Für manche ist der regelmäßige Besuch auf dem Friedhof
wichtig, für andere das Aufsuchen
von Orten, die an das gemeinsame
Leben erinnern. Schöne Erinnerungen festhalten. Auch die Grabpflege kann ein willkommener
Anker sein. Erinnerungen an den

Verstorbenen wachhalten, indem
man Kleidungsstücke, Bilder oder
persönliche Gegenstände aufhebt,
die schöne Erinnerungen an die gemeinsame Zeit sind.
Vor allem aber sollten Trauernde,
die das Gefühl haben, den Verlust
nicht alleine bewältigen zu können, nicht darauf warten, dass die
Mitmenschen aktiv werden. Auch
in der Trauer sollte man selbst auf
andere zugehen, das Gespräch suchen und um Hilfe bitten, wenn
man Hilfe braucht. Wenn sich im
engeren Umfeld kein Gesprächspartner findet oder man das Gefühl hat, wirklich nicht alleine aus
der Trauerfalle herauszukommen,
sollte man sich mit Gleichgesinnten
zusammentun. In vielen Städten
und Gemeinden sind Trauergruppen, Trauercafés und ­treffs entstanden, in denen Menschen zusammenkommen, die in einer ähnlichen Situation sind. Geteiltes Leid
ist immer noch halbes Leid. Und
wer weiß, vielleicht kann auf dem
gemeinsamen Schmerz auch etwas
Neues, Schönes wachsen.
Antje Berger

Impressum
Herausgeber und Verlag:
KRUPP VERLAGS GmbH
Kranzweiherweg 31,
53489 Sinzig / Rhein
www.blick-aktuell.de
Chefredakteur:
Hermann Krupp
Verantw. für den Inhalt:
Daniel Robbel
Anzeigen:
Marina Wiese, Heike Ockenfels,
Janine Bayer, Tobias Doll,
Thomas Selbach, Cathrin Robbel,
Stephanie Rosenberger
Fotos:
Dr. Andreas Reuther
(Titelfoto und Mohnblüten)
Druck-Auflage:
ca. 64.850 Stück
Vertrieb:
Rhein-Ahr-Vertrieb, Sinzig
Gesamtherstellung:
www.IDEEN-DRUCKER.de
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