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Hospizverein -25 Jahre

Seite 13 Hospizverein -25 JahreIn Würde

Wenn Heilung nicht mehr möglich ist
Palliative Versorgung für Schwerstkranke und Sterbende
Hospiz- und Palliativhilfe können das Sterben
nicht verhindern, aber sie können dazu beitragen, dass der Sterbeprozess schmerzfrei verläuft und die Würde des Sterbenden erhalten
bleibt.
Wer schon einmal einen Krebspatienten im Endstadium seiner Erkrankung begleitet hat, weiß
um die Schmerzen und das Leid am Lebensende.
Oft sehnen die Sterbenden und die mitleidenden Angehörigen in dieser Situation den Tod
geradezu herbei. Aber wenn der Tod als Befreiung von Schmerz, Leid und Einsamkeit wahrgenommen wird, ist die Würde des Sterbenden auf
der Strecke geblieben.
Die Zahl der Kranken, die auf eine so qualvolle
Weise dem Tod entgegengehen müssen, ist in
den letzten Jahren stark rückläufig. Und das ist

ten zusammenwächst, was zusammengehört.
So werden die meisten Schwer- und Schwerstkranken zuhause durch ihren Hausarzt betreut.

,,Jeder Mensch hat ein Recht auf ein
Sterben unter würdigen Bedingungen"

Wenn sich der Gesundheitszustand der Erkrankten verschlechtert und eine Versorgung Zuhause
vorübergehend nicht gewährleistet werden
kann, stehen Palliativstationen in derzeit 250
Krankenhäusern bereit. Auf etwa eine Millionen
Menschen in Deutschland kommt ein Palliativbett. In einigen Bundesländern ist das ausreichend, in anderen fehlen noch Bettenkapazitäten. Auftretende Komplikationen, zum Beispiel
durch eine Infektion oder eine vorübergehende
Verschlechterung des Befindens können hier gezielt behandelt werden. Nach Beendigung der
stationären Therapie kehrt der Erkrankte in die
eigenen vier Wände zurück.

die Folge einer Charta, die alle am Gesundheits- Intensive Schulungen sollen gewährleisten, dass
wesen beteiligten Verbände und Organisatio- alle Beteiligten immer auf dem neuesten Stand
nen beschlossen haben. ,,Jeder Mensch hat ein der Therapiemöglichkeiten sind. Wer das Gefühl
Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedin- hat, dass die Versorgung nicht den neuesten
gungen" ­ mit diesem Satz wurden die fünf Leit- medizinischen Standards entspricht, kann sich Wenn dies nicht mehr möglich ist oder die Besätze der Charta zur Betreuung schwerstkranker beispielsweise beim Deutschen Hospiz- und Pal- treuungsmöglichkeiten Zuhause erschöpft sind,
und sterbender Menschen in Deutschland über- liativverband e.V. informieren (www.dhpv.de).
sollte man sich nach einem Hospizplatz umseschrieben. Die Hospiz- und Palliativhilfe ermög- Dazu kommen ambulante Dienste, die die Pfle- hen. Jeder Krankheitsverlauf ist individuell und
licht es, die Lebensqualität Schwerstkranker ge und Betreuung in den eigenen vier Wänden lässt sich nicht genau vorhersehen. Da tritt der
durch Schmerzfreiheit und eine intensive psy- übernehmen. Die medizinische Pflege darf nur Ernstfall oft plötzlich und unerwartet ein. Deschosoziale Betreuung zu erhalten. Denn das ist von ausgebildeten Fachkräften ausgeübt wer- halb sollte man sich möglichst schon im Vordas Ziel der Palliativhilfe: Dass jeder Mensch am den, ehrenamtliche Hospiz- und Palliativhelfer feld einen Eindruck von Hospizen verschaffen,
Ende seines Lebens unabhängig von der zugrun- bringen ihre Zeit und ein offenes Ohr für Äng- in denen man die letzte, wertvolle Lebenszeit
de liegenden Erkrankung, seiner jeweiligen per- ste und Nöte der Erkrankten mit. Sie hören zu, verbringen möchte. So verständlich es ist, wenn
sönlichen Lebenssituation oder seinem Lebens- wenn Angehörige keine Zeit haben oder emo- man die Augen vor der unvermeidlichen Realität
beziehungsweise Aufenthaltsort eine qualitativ tional überfordert sind, halten Hände und trö- möglichst lange verschließen möchte, so wichtig
hochwertige multiprofessionelle hospizliche sten, wenn die Kranken und ihre Liebsten Trost ist es, grundlegende Entscheidungen beizeiten
und palliativmedizinische Versorgung und Be- brauchen. Aber sie bringen auch Lebensfreude zu treffen. Selbstbestimmt und frei, wie es das
gleitung erhält, die er benötigt. Sterbende und und den Alltag von draußen mit in die Kranken- eigene Leben in besseren Zeiten war.
Schwerstkranke haben das Recht und den An- zimmer. Eine enorme Hilfe. Und ganz nach dem
spruch auf bestmögliche, individuelle Versor- Motto der Hospizhilfe: Leben und Lachen, SterAntje Berger
gung. Die Palliativversorgung ist der Mantel, ben und Trauern!
die schützende Hülle, die
unsere Medizin und die vielen ehrenamtlichen Aktiven
über den Schwerstkranken
ausbreiten können (palFachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik, Neurologie
latum ­ lat. Mantel). Niemand muss im Angesicht
des Todes Schmerzen leiden
oder einsam sterben.
Die palliative Versorgung
ist ambulant und stationär
organisiert. Beide Systeme
ergänzen sich sinnvoll. Das
funktioniert noch nicht
Walporzheimer Str. 2
Ärztlicher Direktor
überall und nicht immer
Dr. Christoph Smolenski
reibungslos, aber enga53474 Ahrweiler
gierte Ärzte, Pfleger, Psychologen, Seelsorger und
Telefon 02641­ 386 0
Chefärztinnen
ehrenamtliche Hospiz- und
Fax 02641­ 37166
Dr. Christiane Tholen-Rudolph
Palliativhelfer sorgen dafür,
www.ehrenwall.de
Dr. Katharina Friedrichs
dass zum Wohle der Patien-

Dr. von Ehrenwall´sche Klinik

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