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20 Jahre in Ihrer Heimat

Seite 9 20 Jahre in Ihrer Heimat20 JAHRE

Jubiläumsausgabe

Nach dem Mayener Jung kam das Mayener Mädchen
Die regelmäßige Kolumne ist ein ,,Dauerbrenner"
Eigentlich lässt man ja einer Dame den
Vortritt. Aber bei BLICK aktuell war
das eben etwas anders. Da kam zuerst
der ,,Mayener Jung" zu Wort, und die
Meinung des ,,Mayener Mädchens"
folgte später.
Sei´s drum, jedenfalls waren
und sind es Kolumnen, die viel
beachtet werden. Vielleicht
auch deshalb, weil in den Zeilen, genau wie im Wein, viel
Wahrheit liegt. Oftmals hört
man: ,,Doh hat datt Mayena
Mädcha awer Rächt jehatt".
Nicht umsonst steigt es des Öfteren von seinem steinernen
Sockel vor dem Alten Rathaus
auf dem Mayener Markt und
mischt sich unter die Bürgerinnen und Bürger, um rundheraus
gesagt ,,dem Volk aufs Maul zu schauen". Volkes Stimme soll man nicht un-

terschätzen. Seien es die Probleme der Älteren, aber auch
die der Kleinen in unserer Gesellschaft. Das ,,Mayener Mädchen" möchte objektiv, offen
und ehrlich berichten und seine

Meinung sagen. Dabei gibt's oft wahre
Lobeshymnen über Land, Leute, tolle
Veranstaltungen, Ereignisse, die schö-

ne Eifelstadt und ihre liebenswerten
Menschen oder über die Regionalen
Highlights. Aber, es kann auch ohne
weiteres passieren, dass der ,,steinerne
Zeigefinger" gehoben wird und euer
,,Mayener Mädchen" unschöne Sachen
anprangert. So ist das eben im Leben.
Und es muss ja jemanden geben, der
ungeschminkt seine Meinung sagen
kann. Und in unserer Zeitung ist das
euer ,,Mayener Mädchen"!
-BS-

Johann Stenz ­ der heimatliebende, original Mayener war
gerne Journalist und er war viele Jahre unser ,,Mayener Jung"
Es war ein wahrhaft traurige Nachricht, die wir im Jahre 2014 über unseren Kollegen und Journalisten Johann Stenz brachten. Einen Nachruf
mit der für viele, die ihn schätzten und
kannten schockierenden Überschrift:
,,Der Mayener Jung ist tot". Eine Nachricht, die auch uns alle sehr getroffen
hatte.
Mit viel Heimatverbundenheit und
Herzblut gewürzt schrieb Johann
Stenz seine Artikel in BLICK aktuell
und fotografieren tat er gleich dazu.
Dabei kam ihm sein ungeheures Wissen um die liebenswerte Eifelstadt Mayen und ihre Bürgerinnen und Bürger
zu Gute. Er wusste eben, wo und wie
der berühmte ,,Hase läuft". ,,Klein und
wacker ­ baut den Acker", heißt es
in einem Sprichwort. Und dies
traf genau auf den
Mann zu, der als original Mayener mit Nettewasser getauft, am
4. April 1937 als Sohn
eines Grubenarbeiters
geboren wurde. Off
Mayener Platt jesoht:
,,Do hat sai Modda en
klaane
kondewittije
Mayena jeboore". (Kondewittisch, nach dem
französischen Ausdruck
Conduit, was ,,aufgeweckt" bedeutet) Man
hätte also auch sagen
können: ,,E offjeweckt

Kerlchje", das in seiner Jugend
zum herausragenden Turner und
Handballer avancierte.
Mit 16 Jahren hatte Johann
Stenz dann seinen beruflichen
Einstieg als Eisenbahner. Doch
der quirlige Mann wollte weiterkommen. So kam dann nach
mehreren Abschlüssen und Studiengängen schließlich der Aufstieg in den höheren Dienst im
Bundesinnenministerium, wo er
auch als Vorsitzender des Hauptpersonalrates fungierte. In der
Position als Oberregierungsrat
schied er aus dem Dienst aus, um
als Dozent an der Fachhochschule für Beamtenausbildung tätig
zu sein. Seinen
Wunsch
,,Einmal
Prinz zu sein" erfüllte
er sich als Tollität in
Lechenich bei Köln.
Unvergessen
sein
jahrelanger Einsatz
und seine Kompetenz als erster Mann
im Tennisclub ,,Am
Kleeblatt". Darüber
hinaus war Johann
Stenz engagiertes
Mitglied der Bekannten Matthias
Bruderschaft. Viele
Ehrungen konnte
er in allen Jahren

Johann Stenz. Foto: BS

erfahren. Zuletzt 2014 noch die Verdienstmedaille des Landes RheinlandPfalz. Seine innige Verbundenheit zu
Mayen, der Geschichte, der Tradition, dem Vereinswesen und auch zum
politischen Geschehen, brachten für
ihn immer wieder neue Ideen an den
Tag, über die er im Printmedium BLICK
aktuell unter anderem auch mit der
Kolumne ,,Mayener Jung", berichten
konnte. Und oft sogar wie ihm der berühmte ,,Schnabel gewachsen war".
Eine solche Begabung, ein solches Insider-Wissen, konnte man eigentlich gar
nicht lernen. Entweder man hat´s, oder
man hat´s nicht. Johann Stenz hatte es
BS
eben.

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