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Wirtschaft SU 2017

Seite 9 Wirtschaft SU 2017Impulse für die Region
food: Nachhaltige Produktion und Verarbeitung gesunder
Nahrungsmittel ist im bio innovation park Rheinland seit
über hundert Jahren Tradition. Entsprechend umfangreich
sind die Erfahrungen in Forschung und Praxis, wie Landwirtschaft zukunftsfähig entwickelt werden kann.
Diesbezüglich wurde beispielsweise die Idee für einen eigenen Tee aus der Region von TeeGschwendner und der
Universität Bonn in einem einzelbetrieblichen Kooperationsprojekt auf den Weg gebracht. Es sollte ein regionales
Bioprodukt sein, das typisch für die Obstbau-Region ist und
gerne als Tee getrunken wird - die Pfefferminze. Sieben unterschiedliche Minz-Sorten wurden einen Sommer lang auf
ihre Eignung hinsichtlich Wachstum, Krankheiten, Inhaltsstoffe, Aroma und Aussehen geprüft. Die Bestenauslese
wird jetzt in der Region als ,,Meckenheimer Apfelminze"
angebaut und im Herbst 2017 zum ersten Mal geerntet.
fibre: Wissenschaft und Unternehmen im bio innovation
park Rheinland forschen an neuen Anwendungsmöglichkeiten für Nachwachsende Rohstoffe und untersuchen die
Eignung unterschiedlichster Pflanzen und Reststoffe. Zukunftsweisende Baustoffe sind diesbezüglich ein wichtiger
Forschungsschwerpunkt. Aktuell arbeitet Prof. Dr. Pude, der
Geschäftsführer der Außenlabore der Universität Bonn am
Campus Klein-Altendorf, an einem neuen HochleistungsDämmputz mit besten bauklimatische Eigenschaften und
Effektivität bei dünner Aufbringung gefördert durch das
Bundesministerium für Wirtschaft im Rahmen der Forschungsinitiative Energieoptimiertes Bauen (EnOB). Untersucht werden verschiedene mehrjährige Pflanzen wie zum
Beispiel das Chinaschilf (Miscanthus) mit großem Porenvolumen ähnlich der Struktur von Styropor, nur viel leistungsfähiger.
Ein weiterer innovativer Einsatz Nachwachsender Rohstoffe
wird als bioaktive Verpackungen in Kombination mit natürlichen aktiven Substanzen zur Verlängerung der Haltbarkeit verschiedener Lebensmittel erforscht. Dafür wird
von verschiedenen Instituten der Universität Bonn und der
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg gemeinsam mit einer Vielzahl
von Unternehmen des bio innovation park Rheinland die
gesamte Wertschöpfungskette betrachtet. So soll in einem
ganzheitlichen Ansatz die Umwelt und Ressourcen geschont
werden.
energy: Der bio innovation park Rheinland zeigt als Pilotprojekt neue Wege auf, mit regionalen Ressourcen und
aktivem Flächenmanagement einen klimaneutralen Wissenschafts- und Gewerbepark zu entwickeln, und wird dafür
vom Bundesumweltministerium bis 2017 gefördert. In den
Gewerbegebieten zeigen Unternehmen und Kommunen
gemeinsam Konzepte auf, ressourcenschonend und nachhaltig zu wirtschaften bei möglichst hoher CO2-Reduktion.
Maßnahmen wie die Nutzung von Restholz, Nahwärmenetze, Photovoltaik auf den Dachflächen und energiesparende Gebäude bis hin zu der Vergabe von KlimaschutzZertifikaten werden fokussiert.
Wie diese gelingen können, diskutierten Städte Meckenheim und Rheinbach mit Experten, Unternehmen und interessierten Bürger/innen am Fretiag, 7. Juli auf dem Innovationsforum ,,Profilierung von Gewerbestandorten durch
Klimaschutz".

Nachhaltige Produktion und Verarbeitung gesunder Nahrungsmittel ist im bio innovation park Rheinland seit über hundert
Jahren Tradition.
Foto: Ralf Schuhmann

high tech: In allen Themenfeldern sichert innovative Hochtechnologie höchste Qualität und einen nachhaltigen Ressourceneinsatz. An den Hochschulen gibt es eine hervorragende Forschungsinfrastruktur, die Unternehmen setzen
in Produktionsbetrieben und Logistikketten neueste Technologien ein. Forschungsthemen liegen unter anderem in
intelligenten Verpackungen, die Auskunft über Transport
und Haltbarkeit geben, Managementsystemen und der Präzisionslandwirtschaft.
management: Ein aktives Management des Netzwerks
durch den Vorstand des Vereins und der Geschäftsführung
Dr. Sophia Dohlen sorgt für einen engen Kontakt zwischen
Wissenschaft und Wirtschaft. Der Vorstand setzt sich aus
Vertretern/innen der Städte, Hochschulen und Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie sowie Beisitzern zusammen. Frau Dohlen ist Oecotrophologin und hat in Ihrer
Dissertation nachhaltige Verpackungslösungen zur Verbesserung der Ressourceneffizienz in der Lebensmittelproduktion bewertet.

KONTAKT
Dr.-Ing. Sophia Dohlen,
Geschäftsführerin bio innovation park Rheinland,
E-Mail: info@bio-innovation.net

health: Gesunde Lebensmittel mit höchster Qualität sind ein
wichtiger Beitrag für die Leistungsfähigkeit und Gesundheit
des Menschen. Im bio innovation park werden neue Sorten
von Heil- und Gewürzpflanzen getestet, regional angebaut
und nachhaltig verarbeitet. Frühzeitig sollen in Kooperation zwischen Unternehmen und Forschungspartnern nachhaltige Produkte etabliert und als Marke im bio innovation
park Rheinland vertrieben werden.

Eine starke Region

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