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Wirtschaft SU 2017

Seite 10 Wirtschaft SU 2017Standorte mit Potenzial

Swisttal ist ein ,,dynamischer Stadtrand" mit Potenzial
Gewerbeflächen werden in der ganzen Region händeringend gesucht

Über die Situation bezüglich der Gewerbeflächen informierte Dr. Reimar Molitor (2. v.li.) auf Einladung des Gewerbevereins
Swisttal. Mit ihm diskutierten: v.li. der Landtagsabgeordnete Oliver Krauß, Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner, IHK-Geschäftsführer Stefan Wimmers, Gewerbevereins-Vorsitzender Winfried Hünden und Moderator Stefan Lütke.
Foto: JOST

Dr. Reimar Molitor plädierte dafür,
dass benachbarte Kommunen künftig
noch enger zusammenarbeiten ­ Regionalplan soll für Gemeinde Swisttal
geändert werden.
HEIMERZHEIM. ,,Das Glas ist voll, es
läuft sogar schon über ­ was in Köln
und Bonn nicht mehr geht, geht bis
etwa eine Mobilitätsstunde weit
raus!" Mit drastischen Worten machte
Dr. Reimar Molitor, geschäftsführendes
Vorstandsmitglied des Vereins ,,Region
Köln Bonn", den Ernst der Lage deutlich. Auf Einladung des Swisttaler Gewerbevereins referierte er zur Gewerbeflächenentwicklung in der Region
Köln/Bonn und insbesondere in der
Gemeinde Swisttal in den kommenden
Jahren. Molitor machte dabei klar, dass
neue Gewerbeflächen in der ganzen
Region händeringend benötigt würden und dafür benachbarte Kommunen künftig noch enger zusammenarbeiten müssten.
Derzeit werde der Regionalplan für
den Regierungsbezirk Köln überarbeitet und damit die Weichen für die wirtschaftliche Entwicklung für die nächsten Jahrzehnte gestellt, so Molitor vor
etwa zwei Dutzend Zuhörern in der
Aula der Georg von Boeselager-Schule
Heimerzheim. Für die Kommunen in
der Region und damit auch für die Ge-

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meinde Swisttal sei der Regionalplan
von entscheidender Bedeutung, denn
er gebe den Rahmen für die kommunale Bauplanung und die Entwicklung
von Gewerbe- und Industrieflächen
vor.
Gute Ansätze sind bereits vorhanden
Allerdings seien die Herausforderungen zunehmend nicht mehr von
einer Kommune allein zu bewältigen,
weshalb integrierte Strategien und
interkommunale Zusammenarbeit erforderlich würden. Im linksrheinischen
Teil des Rhein-Sieg-Kreises gebe es bereits gute Ansätze, unter anderem mit
dem Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK) und dem regionalem Arbeitskreis Entwicklung, Planung und Verkehr (:rak).
Molitor teilte die Region in vier Abschnitte ein. Entlang des Rheins habe
sich zwischen Düsseldorf und Bonn
eine einzige große ,,Rheinstadt" gebildet. Daneben gebe es einen ,,dynamischen Stadtrand" dieser Rheinstadt,
der deren fehlende Entwicklungsmöglichkeiten auffangen müsse. Noch etwas weiter weg vom Rhein liege das
,,Pendlerland", das eher als Wohndenn als Wirtschaftsstandort wahrgenommen werde. Und dann gebe es
noch die ,,ländlichen Lagen mit Anschluss", die es künftig zunehmend

schwerer hätten. Die Gemeinde Swisttal verordnete er ,,in zweieinhalbter
Reihe" und noch gerade so zum ,,dynamischen Stadtrand" zugehörig.
Kontext und Raumbild seien intakt
und sollten auch so erhalten werden,
denn die Ortsteile seien noch als solche erkennbar und identitätsstiftend.
Andernorts würden die Ortschaften
zusehends miteinander verwachsen,
mit allen damit einhergehenden Fehlentwicklungen

Swisttal hat als Wohnstandort
eine Traumlage
Als Wohnstandort habe Swisttal jedenfalls eine ,,Traumlage", die es zu
bewahren gelte. Deshalb empfahl er
auch nur ein ,,maßvolles Nachverdichten und Wachsen" mit Beachtung der
Mobilitätsachsen. Von den Arbeitnehmern werde eine immer größere
Mobilität erwartet, wofür aber auch
die Verkehrsinfrastruktur vorhanden
sein müsse. Das solle die Politik immer
im Auge behalten, wenn sie weitere
Wohn- und Gewerbegebiete entwickeln wolle. Er forderte deutlich mehr
Geld für die Verbesserung der Infrastruktur. Für den Landesentwicklungsplan sowie die Regionalplanungen
favorisierte er einen mutigen ,,Sprung
nach vorne" anstatt einer zaghaften
Fortschreibung.

Eine starke Region

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