< Seite 48
Seite 50 >

Seite 1

Wirtschaft AW

Seite 49 Wirtschaft AWKultur

Im Abendlicht: Henry Moores "Large Reclining Figure" von 1984

das Kröller-Müller Museum mit dem
Arp Museum kooperieren.

Stolze Bilanz
Im vergangenen Jahrzehnt wurden in
Rolandseck 59 Ausstellungen realisiert,
meist begleitet von einem Katalog,
was für Nachhaltigkeit sorgt. Das Arp
Museum ist bemüht, durch wechselnde Prätentionen seine Patrone Hans
und Sophie Taeuber-Arp lebendig halten. ,,Täten wir es nicht, wären wir ein
Mausoleum", sagt Kornhoff. Zudem
gilt es, die Sammlung Rau für UNICEF
mit alten Meistern bis zu Künstlern der
klassischen Moderne in verschiedenen
Kontexten zu entfalten sowie zeitgenössische Künstler vorzustellen.
Auch in Zukunft will das Museum anspruchsvolle Kunst zeigen und dabei
den Zugang gut verständlich und sinnlich gestalten, wie Kornhoff versichert.
Ernesto Netos nach Gewürzen duftende Ausstellung oder das Zirkusfest
zur ,,Menschenskinder"-Schau sind da
nur zwei von vielen gelungenen Beispielen. Als das Programm im Vorjahr
ganz auf das Jubiläum 100 Jahre Dada
eingestellt war, lockte das Arp Museum rund 60.000 Gäste an. Allein 15.000
unter ihnen nahmen an den 900 Führungen, Workshops oder Erlebnistagen teil. Im ,,Museum als Lernort" wird
die Kunst vermittelnde Arbeit immer

intensiver entwickelt. Dazu passt, dass
der Dada Club, den die Kreissparkasse
Ahrweiler fördert, für die Grundschulen im Landkreis fortgesetzt wird.

Geschenk für die Gäste
Mit einem der ganz großen Künstler beschenkt das Museum anlässlich des Geburtstags seine Gäste. Die
am 28. Mai unter dem Titel ,,Henry
Moore. Vision. Creation. Obsession"
eröffnete Ausstellung präsentiert bis
zum Sonntag, 7. Januar 2018 Werke
des bedeutenden britischen Bildhauers und Zeichners (1898-1986). Oliver
Kornhoff: ,,Natürlich inszenieren wir
hier Bildhauerei als Erlebnis". Monumentale Skulpturen sind zur Aufstellung gekommen. Sie ziehen sich vom
Rhein, wo die neun Meter lange Liegende ,,Large Reclining Figure" (1984)
längs der B9 auf die Geburtstagsschau
aufmerksam macht, über den Bahnhofsvorplatz mit dem Werk ,,Goslar
Warrior" bis in die für schwere Lasten
ausgelegten Ausstellungsräume des
Neubaus am Berg und darüber hinaus.
Hinter dem Haus erstreckt sich nun
auf einem eigens gegossenen Sockel
Moores ,,Three Piece Sculpture: Vertebrae" (1968). Kleinere Arbeiten sieht
der Besucher im Bereich der Tunnel
und beim Aufzug. Als Patronatsmuseum des Avantgarde-Bildhauers Hans

Fotos: HG

Arp versteht sich das Arp Museum
Bahnhof Rolandseck mit seinem lichtdurchfluteten Richard Meier-Bau als
ein idealer Ausstellungsort für raumgreifende Skulpturen. Dies war entscheidend für die in Kooperation mit
der britischen Henry Moore Foundation entstandenen Schau, bei der einige
der monumentalen Außenskulpturen
Moores erstmals auch im Innenraum
präsentiert werden. Durch die Ausblicke auf das Siebengebirge und den
Rhein ergeben sich spannungsvolle
Wechselwirkungen zwischen Architektur und Skulptur, Innen und Außen,
Natur und Kunst.
Der Blick auf Moores Werk wird noch
erweitert im Wechselspiel mit Gemälden und Plastiken der Sammlung Rau
für UNICEF, da Moore sich sehr für die
Kunst der Renaissance und französische Malerei des 19. Jahrhunderts interessierte. Auch werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede im abstrakten
bildhauerischen Schaffen von Henry
Moore und Hans Arp beleuchtet.
Zum Geburtstag gehört auch Fröhlichkeit. So lädt das Arp Museum für Samstag, 16. September, dem Geburtstag
Hans Arps, große und kleine Kunstentdecker zu einem bunten Museumsfest
ein, um im Rahmen der Ausstellung
gemeinsam das zehnjährige Bestehen
des Hauses zu feiern.
Hildegard Ginzler

49

zurück zum Anfang von "Wirtschaft AW"