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Jüdisches Echo 2017

Seite 150 Jüdisches Echo 2017Biografien der Autorinnen und Autoren
Anderl Gabriele. Geboren in Salzburg, Studium an der Universität Wien,
1986 Promotion zum Dr. der Philosophie. Sie ist freie Wissenschaftlerin
und Journalistin sowie Provenienz-Forscherin. Zahlreiche Forschungen
und Publikationen auf dem Gebiet der Zeitgeschichte und jüdischen
Geschichte. Schwerpunkte: NS-Zeit, Flucht und Exil, Kunst- und Kulturgutraub. Forschungsaufenthalte in Israel, USA, Deutschland, Frankreich,
Tschechien, Großbritannien, im ehemaligen Jugoslawien und in afrikanischen Ländern. Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für
Exilforschung. Neuere Buchpublikationen: ,,9096 Leben Der unbekannte
Judenretter Berthold Storfer" (Rotbuch Berlin, 2012), ,,Jüdisches Leben in
der Wiener Vorstadt Ottakring und Hernals" (mit Evelyn Adunka; Mandelbaum Verlag, 2013) und ,,Schleppen, Schleusen, Helfen" (hg. mit Simon
Usaty, Mandelbaum Verlag, 2016).
Brandner Judith. Geboren 1963 in Salzburg. Japanologin und Übersetzerin für Englisch und Japanisch. Radiojournalistin und Moderatorin für Ö1
sowie für öffentlich-rechtliche Sender in der Schweiz und in Deutschland;
Publizistin und Buchautorin. Zuletzt: ,,Zu Hause in Fukushima" (Verlag
Kremayr & Scheriau, 2014) und ,,Leben mit den Folgen der Atomkatastrophe von Fukushima", in: ,,Nukleare Katastrophen und ihre Folgen" (hg.
von Liebert, Gepp, Reinberger, Berliner Wissenschaftsverlag, 2016). Zahlreiche Journalistenpreise, darunter der Concordia-Menschenrechtspreis
1998; Herta-Pammer-Preis 2005; Prälat-Leopold-Ungar-JournalistInnenpreis 2008 und der Verkauf-Verlon-Preis für antifaschistische österreichische Publizistik 2013. Website: www.judithbrandner.at
Brodnig Ingrid. Geboren 1984 in Graz, ist Medienredakteurin von ,,profil".
Sie studierte ,,Journalismus und Unternehmenskommunikation" an der
FH Joanneum in Graz. Danach arbeitete sie bis 2015 für den ,,Falter". Sie
erhielt den Förderpreis für Bildungsjournalismus, den European Young Journalist Award und den Spitze-Feder-Förderpreis. Von der Berliner ,,Edition F"
wurde sie 2016 als eine von ,,25 Frauen, die unsere Welt besser machen"
ausgezeichnet. Ihr erstes Buch, ,,Der unsichtbare Mensch" (Czernin, 2014),
thematisierte die Anonymität im Internet. Ihr neues, viel beachtetes Buch
trägt den Titel ,,Hass im Netz" (Brandstätter Verlag, 2016). Sie twittert als
@brodnig und bloggt unter brodnig.org
Eibel Erzberg Stephan. Geboren 1953 in Eisenerz in der Steiermark. Er
lebt seit 1979 als freier Schriftsteller in Wien. Den Namenszusatz ,,Erzberg"
verwendet er als Künstlernamen. Er absolvierte eine kaufmännische Lehre
und studierte Soziologie. Zuerst arbeitete er als Lohnverrechner, ab 1976
war er als Leiter der Autorensendereihe ,,Literatur im Untergrund" für Radio
Niederösterreich tätig. Er ist Autor von Lyrik, Erzählungen, Romanen und
Theaterstücken, darunter der Roman ,,Sofort verhaften!" (Lehner Verlag,
2008) und die Textsammlung ,,Licht aus!" (Styria, 2012). Im Herbst 2016
kam im Limbus Verlag Innsbruck der Gedichtband ,,unter einem himmel"
heraus.
Folger Arie. Geboren 1947 in Antwerpen als Sohn eines Shoah-Überlebenden, seine Mutter stammt aus Marokko. Er absolvierte ein Rabbinatsstudium unter anderem in Wilrijk, Belgien, Gateshead, England, Jerusalem
und New York. An der Stern School of Business der New York University
erwarb er den Mastergrad (MBA). 2003­2008 war er Rabbiner in Basel,
später PR-Direktor des Amerikanischen Rabbinerverbands. Danach
betreute er Gemeinden in München und Frankfurt. Er spricht Deutsch,
Englisch, Französisch, Hebräisch, Jiddisch und Niederländisch. Der orthodoxe Rabbiner bezeichnet sich zudem als Autor, Redakteur und koscherer
Nahrungsmittelexperte. In verschiedenen Organisationen, darunter in der
Konferenz Europäischer Rabbiner, im Amerikanischen Rabbinerverband
(RCA) und in der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland, bekleidete

oder bekleidet er Ehrenämter. Im September 2016 trat er als Nachfolger
von Paul Chaim Eisenberg das Amt des Oberrabbiners von Wien an. Er ist
verheiratet und hat sechs Kinder. Im Internet: www.rabbifolger.net

Gülcü Can. Geboren 1976 in Bursa in der Westtürkei, lebt in Wien. Er ist
Kulturschaffender und Aktivist, ehemaliger Co-Leiter des Kulturfestivals
,,Wienwoche" (201215). Lehrbeauftragter im Institut für Pädagogische
Professionalisierung an der Karl-Franzens-Universität Graz, hat davor an der
Akademie der bildenden Künste Wien gelehrt und war Teil des Leitungsteams
der Shedhalle Zürich. Er ist Vorstandsmitglied von SOS Mitmensch und
arbeitet auch für Radio Orange und die Menschenrechte-Initiative ,,Vielmehr
für Alle".
Haslinger Josef. Geboren 1955 in Zwettl in Niederösterreich. Der Schriftsteller lebt in Leipzig und Wien, seit 2013 ist er Präsident des PEN-Zentrums
Deutschland. Er studierte in Wien Philosophie, Theaterwissenschaft und
Germanistik, war Mitherausgeber der Literaturzeitschrift ,,Wespennest" und
Generalsekretär der Grazer Autorenversammlung sowie Mitbegründer der
antirassistischen Plattform SOS Mitmensch. Mehrere Gastprofessuren in
den USA. Seit 1996 Professor für Literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut der Universität Leipzig. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, u. a.
die Essaybände ,,Politik der Gefühle" und ,,Hausdurchsuchung im Elfenbeinturm" sowie ,,Klasse Burschen", weiters die Romane ,,Opernball" (1995),
,,Das Vaterspiel" (2000) und ,,Jáchymov" (2011).
Henke Heidrun. Geboren 1976 in Salzburg, Fotografin und Fotoredakteurin
in Wien, Absolvierte das Fotokolleg an der Graphischen in Wien, ein internationales Semester an der Danish School of Journalism in Aarhus (Photojournalismus), ein Praktikum in Kopenhagen bei der Zeitung ,,Berlingske Tidende" mit
dem World-Press-Photography-Preisträger Erik Refner. Lehrbeauftragte an der
Fotoschule Wien. Ausstellungen: u. a. ,,Anonyme Begegnungen", ,,Screening"
im Rahmen von Eyes-On Monat der Fotografie im Wiener Atelier NBG81.
König Walter. Geboren 1948 in Wien. Lebt in Wien und auf Patmos in Griechenland. Architekturstudium an der TU Wien, arbeitete in mehreren Berufen,
zuletzt als Architekt. Danach Medizinstudium, ab 1986 Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, danach in eigener Praxis als Psychiater und Psychotherapeut. Ausbildung in Gesprächs-, Gestalt- und Familientherapie; Lehrtherapeut
in Einzel- und Paartherapie. Lehrbeauftragter am FPI, Uni Wien und Universität
für angewandte Kunst. Gründungsobmann eines psychoonkologischen und
eines künstlerischen Vereins. Zahlreiche Publikationen, zuletzt: ,,Krebs, ein
Handbuch für Betroffene, Angehörige und Betreuer" (Springer Verlag).
Krausneker Verena. Geboren 1973 in Wien, ist promovierte Sprachwissenschaftlerin der Universität Wien. Der Fokus ihrer Arbeit liegt auf Gebärdensprachen. Über ,,Gehörlose ÖsterreicherInnen im Nationalsozialismus" hat
Krausneker einen Dokumentarfilm realisiert (www.univie.ac.at/gehoerlosim-ns). 201416 leitet sie ein europäisches Projekt zu Gebärdensprachen in
der Schulbildung: www.univie.ac.at/designbilingual. Zivilgesellschaftliches
Engagement prägt ihr Leben: Sie hat im Jahr 1999 die Initiative ,,ZARA Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit" mitbegründet, war sieben Jahre ehrenamtlich als Vorstandsmitglied des Österreichischen Gehörlosenbundes und
auch sieben Jahre ehrenamtlich als Expertin für die World Federation of the
Deaf tätig. Krausneker ist Mitbegründerin des Feldenkrais Institut Wien.
Kuhner Herbert. Geboren 1935 in Wien. 1939 rettete er sich mit seinen
Eltern in die USA und machte dort später an der Columbia University seinen
akademischen Abschluss. 1963 kehrte er nach Wien zurück, wo er bis heute
als Schriftsteller und Übersetzer arbeitet. Mit seinen Übersetzungen ist er
als Botschafter für die Literaturen der österreichischen Volksgruppen einge-

Vol.65: BEDROHUNGEN, FEINDBILDER, SÜNDENBÖCKE

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