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10 Jahre Koblenz

Seite 6 10 Jahre KoblenzInterview mit Prof. Dr. Hofmann-Göttig

Koblenz von 2007 bis 2017

Eine Stadt verändert ihr Profil
BLICK aktuell sprach mit Prof. Dr. Hofmann-Göttig über
Koblenz, über die Veränderungen in der Stadt am Deutschen Eck im zurückliegenden Jahrzehnt und den Stellenwert der lokalen Medienszene für eine funktionierende
kommunale Demokratie. Anlass war das 10-jährige Bestehen der Koblenzer Ausgabe von BLICK aktuell. Neben der
Entwicklung der Stadt in den vergangenen Jahren wurde
auch das persönliche Verhältnis des Oberbürgermeisters
zu Koblenz zum Thema.
,,In den letzten zehn Jahren hat sich Koblenz als Stadt neu
erfunden. Ich empfinde es als großes Glück, dass ich diesen
produktiven Prozess einer nachhaltigen Stadtentwicklung
aktiv mitgestalten konnte", betont Oberbürgermeister
Prof. Dr. Hofmann-Göttig und fügt hinzu. ,,Ich bin stolz
auf diese Stadt ". Wichtige Meilensteine dieser Entwicklung, die für die Stadt Koblenz zu einer tiefgreifenden Verjüngungskur wurde, sind mit der Bundesgartenschau des
Jahres 2011 verbunden. Die Festung Ehrenbreitstein rückte durch die Seilbahn näher an die Innenstadt und wurde
mit ihren ganzen Potenzial zum festen, gut erreichbaren
Bestandteil der Stadt, der Zentralplatz erhielt ein vollkommen neues Gesicht, und die gesamte Innenstadt erhielt
ein neues, bürger- und gästefreundfreundliches Profil. Die
neue Rolle des Schlosses und die gestiegenen Attraktivität der Rheinpromenade sind Teil dieser Entwicklung, die
Koblenz in der vergangenen Dekade prägte und ihr viele Sympathien bei den Gästen und Besuchern einbrachte.
,,Für die Nachhaltigkeit der Veränderungen spricht, dass
im Jahr 2016, also fünf Jahre nach der Buga, genauso viele
Touristen nach Koblenz kamen wie im Jahr der Bundesgartenschau selbst."
Als Gewinn für die Stadt und als einen neuen architektonischen Glanzpunkt in der Innenstadt wertet der Oberbürgermeister auch das Forum Confluentes. ,,Die Grundsatz-

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ein anderer geworden. ,,Meine Verbundenheit mit
der Stadt und ihren Menschen ist heute größer als
vor dem Amtsantritt. Ich bin auch, so glaube ich,
für andere Menschen ein Stück zugänglicher geworden", erklärt Hofmann-Göttig im Rückblick auf
seine bisherigen Erfahrungen im Amt. ,,Das ist kein
Job, sondern eine Lebensaufgabe", stellt er im Gespräch mit BLICK aktuell fest und fügt hinzu: ,,Ich
habe dieses Amt nie als eine übliche Station auf der
Karriereleiter betrachtet. Ich habe es immer als eine
einzigartige Chance gesehen, an der Gestaltung
meiner Heimatstadt aktiv mitzuwirken". Vor dem
Wechsel in das Amt des Oberbürgermeisters hatte Hofmann-Göttig als Staatssekretär in Mainz
f. Dr. Hofmann-Göttig
Oberbürgermeister Pro
eine sehr interessante Aufgabe. Er entschied sich
dt.
klung ,,seiner" Sta
ist stolz auf die Entwic
aber dann doch für eine Kandidatur für das Amt
entscheidung für
des Oberbürgermeisters in Koblenz. Er wurde gedas Projekt fiel vor
wählt und das Amt stellte ihn und die Familie vor neue
meiner Amtsübernahme. Ein großer Erfolg ist, dass wir bei Herausforderungen. ,,Die angenehme Seite des Amtes ist
diesem millionenschweren Projekt bei der Durchführung die Selbständigkeit, die politischen Gestaltungsräume und
den Kostenrahmen nicht überschritten haben, sondern 3,4 die Vielseitigkeit der Aufgabenfelder, die mich fasziniert
Millionen Euro unter den veranschlagten Kosten blieben". haben", erklärt er. ,,Ich war immer neugierig und habe
Ein Blick auf viele andere kommunale Großprojekte zeigt, während meiner Amtszeit viel dazu gelernt. In dem Amt
dass ein solches Ergebnis alles andere als selbstverständ- bekommt man wichtige Einblicke in die ,,innere Architeklich ist. Dass das Forum Confluentes auch bei den Bürgern tur" der Stadt, also in ihr wirtschaftliches, kulturelles und
und Gästen der Stadt so positiv aufgenommen wird und gesellschaftliche Räderwerk, das man nur dann erwerben
als ein markantes Beispiel für zeitgemäße Stadtarchitektur kann, wenn man sich intensiv mit dem Leben in Koblenz
gilt, ist für Prof. Dr. Hofmann-Göttig ein Beweis dafür, dass beschäftigen muss."
Koblenz seine Entwicklungschancen in den letzten Jahren Spannend waren für Hofmann-Göttig vor allem auch jene
konsequent genutzt hat. Die dynamische Entwicklung des Aufgabenstellungen, die mit der Zukunft kommunaler UnWirtschaftsstandortes und der Universitäts- und Hoch- ternehmungen verbunden waren. ,,Sowohl die Fusion von
schulstadt Koblenz rundet dieses positive Bild ab.
evm und KEVAG als auch die Konstruktion den neuen Gemeinschaftsklinikum waren für die Stadt wichtige unterAber nicht nur die Stadt hat sich in den letzten 10 Jah- nehmerische Entscheidungsprozesse, die zeigten, dass es
ren verändert. Auch der Oberbürgermeister ist im Amt möglich ist, kommunal orientierte Unternehmen zukunftsfähig auszurichten", betont der Oberbürgermeister. Bei all der Vielzahl der Aufgaben- und Handlungsfelder, die mit dem
Amt verbunden sind, war es ihm immer
wichtig, dass deutlich wird, dass hier nicht
jemand nur seine Rolle spielt. ,,Ich habe
den Anspruch, dass mein Markenzeichen
Authentizität ist ", erklärt er im Gespräch
mit BLICK aktuell.
Ein neuer Wohnsitz wurde
zur Heimatstadt

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Dass Prof. Dr. Hofmann-Göttig heute
Koblenz mit größter Selbstverständlichkeit als seine Heimatstadt bezeichnet, ist
das Ergebnis einer glücklich verlaufenden
Beziehung zwischen ihm, seiner Familie
und der Stadt und ihren Menschen. Die
Entscheidung der Familie, Koblenz als
Wohnsitz auszuwählen, fiel vor knapp
zwanzig Jahren im Kontext einer ,,berufsbedingten Familienzusammenführung".
Prof. Dr. Hofmann-Göttig war in Mainz
tätig und seine Frau in Bonn. Die Wahl
eines Wohnortes, der in der Mitte lag,
war in diesem beruflichen Kontext für
die Familie zunächst einmal nur ein Akt
praktischer Vernunft. Doch sehr schnell
zeigte sich, dass sich aus dem, was als eine
nüchterne
Familienzusammenführung
begann, mehr entwickelte. ,,Schon nach
sechs Wochen in Koblenz war ich mir mit
meiner Frau einig. Diese Stadt verlassen
wir nicht mehr". Der urbane Charme der

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