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Koblenz - Stadt am Deutschen Eck 2017

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Die Stadt am Deutschen Eck

Tierschutzfestival Mittelrhein findet am 07. Mai erstmalig von 10:00 bis 17:00 Uhr am Deutschen Eck in Koblenz statt

Das Familienfest soll ein
positives Bild der Tierschutzarbeit liefern
Bereits 24 Vereine haben ihr Mitwirken zugesagt - Oberbürgermeister Hofmann-Göttig ist Schirmherr

Auf den Rheinwiesen hinter dem Deutschen Eck findet das erste Tierschutzfestival Mittelrhein statt. Gemeinsam wurde sich das Gelände angeschaut, um die dortigen Kapazitäten zu erfassen.
Foto: Privat
Koblenz/Region. ,,Es gibt auch
Menschen, denen es schlecht
geht", diesen mahnenden Hinweis
aus dem Umfeld kennt wohl jeder
Tierschützer zu genüge. Meist äußern ihn ausgerechnet die Menschen, die sich weder für Tiere
noch für Menschen einsetzen, ihren moralischen Schwerpunkt aber
eher im Bereich der Menschenhilfe
setzen und es daher mit ihrer indirekten Aufforderung, doch lieber
dem Menschen, statt Tieren zu
helfen, durchaus gut meinen.
In vielen Köpfen herrscht noch immer eine klare Hierarchie vor, was
die Wertigkeit von Leben angeht:
Der Mensch, als ,,Krone der
Schöpfung", steht über allem, und
so wird auch heute noch und in ei-

ner modernen Gesellschaft wie
der unseren, die Leidensfähigkeit
von Tieren und ihr natürliches
Recht auf Glück und Unversehrtheit infrage gestellt.
Das machte - und macht - die
Missstände in privater wie kommerzieller Tierhaltung überhaupt
erst möglich. ,,Macht euch die Erde
untertan", dient da gerne als Allzweck-Ausrede, schließlich hat
,,Gott" selbst uns dazu im Alten
Testament angewiesen. Was viele
nicht bedenken, ist die Tatsache,
dass ,,untertan machen" vor etwa
3000 Jahren noch eine völlig andere Bedeutung hatte: Ein guter
Herrscher, der sich Volk und Land
,,untertan" machte, hielt seine gute
Hand über die Schutzbefohlenen
und sorgte sich um deren Wohlergehen. Inzwischen leiden Millionen
Menschen unter Armut und Hunger, über 100 Tier- und Pflanzenarten verschwinden jeden Tag für
immer von unserem geschundenen Planeten - verdanken haben
sie und wir das nicht zuletzt diesem fatalen Missverständnis.
Selbst Papst Franziskus fordert
ein dringendes Umdenken
im Umgang mit der Schöpfung

Nadine Pietzko, 1. Vorsitzende des
Vereins ,,Freunde des Tierschutzfestivals Mittelrhein e.V." ist eine der
Initiatorinnen des Festivals.

Doch es gab schon immer Menschen, die ein feines Gespür für
diesen Missstand und die damit
verbundenen Ungerechtigkeiten
hatten - zu ihren prominentesten
Vertretern gehört neben Albert
Schweitzer der Heilige Franz von
Assisi, an dem sich Papst Franziskus nicht nur namentlich orientiert.
Der Legende nach konnte sich der

Auch Mitinitiatorin Sylvie Weber
liegt es am Herzen, die vielen Wegbereiter der heutigen Tierschutzarbeit vorzustellen.
Heilige Franziskus mit wilden Tieren unterhalten, betete für sie und
widmete der Schöpfung seinen berühmten ,,Sonnengesang". Papst
Franziskus greift diese Liebe und
Wertschätzung gegenüber allem
Lebendigen in seiner ,,Enzyklika
Laudato Si" auf und plädiert für ein
dringendes Umdenken im Umgang
mit der Schöpfung.
Neben diesen Berühmtheiten der
Tierschutzbewegung gab es zu allen Zeiten und in allen Völkern
Menschen, die sich um den
Schutz und das Wohlergehen ihrer
Mitgeschöpfe bemühten, ungeachtet der vorherrschenden gesellschaftlichen Ansichten, die das
Engagement zuweilen wenig unterstützten.
Trotz der großen Missstände, die
es leider auch in Deutschland
noch immer gibt, bemühen sich
auch hierzulande unzählige Menschen meist ehrenamtlich um den
Schutz und die Verbesserung der
Lebensbedingungen
sämtlicher
Tierarten. Und meist tun sie das im
Stillen, ohne großes Aufhebens
um sich und ihr Engagement. Für
sie, aber vor allem für all die Wegbereiter des Tierschutzes in der
Region, haben sich zwei junge Koblenzerinnen etwas Besonderes
einfallen lassen: Sie gründeten einen Verein, der nach Vorbild des
großen Tierschutzfestivals, das der
Deutsche Tierschutzbund im vergangenen Jahr in Berlin zum ersten Mal ausgerichtet hat, am 07.
Mai am Deutschen Eck erstmalig
das ,,Tierschutzfestival Mittelrhein"
ausrichten wird. Hier werden lokale
Tierschutzorganisationen
eine
Plattform finden und sich und ihr

wertvolles Ehrenamt vorstellen.
,,Es ist uns ein Anliegen, den Tierschutz weder dogmatisch noch politisch zu zeigen. Mit einem ,,Blick
ins Wohnzimmer" der Vereine soll
die facettenreiche Arbeit und das
Zuhause der Tiere bis zur geglückten Vermittlung konkret dargelegt
werden", macht Initiatorin Nadine
Pietzko deutlich. ,,Es ist mir wichtig,
mit diesem Fest ein positives Bild
der Tierschutzarbeit zu liefern. Hier
herrschen noch immer viele Vorurteile und falsche Vorstellungen,
das wollen wird ändern."
Ihr und Mitinitiatorin Sylvie Weber
ist es ein starkes Bedürfnis, Vorurteile zu beheben, Mythen zu entschlüsseln, Fachwissen zu vermitteln, dabei zu helfen die lokalen
Tierschutzvereine zu präsentieren
und über tier- und naturschutzrelevante Sachthemen aufzuklären.
Darüber hinaus liegt es dem kleinen Verein am Herzen, die vielen
Wegbereiter der heutigen Tierschutzarbeit vorzustellen und das
Ehrenamt an sich zu bewerben,
denn der große Mangel an Ehrenamtlern stellt ein gravierendes Problem für die Zukunft der Tierschutzarbeit dar ­ ,,ohne diese fleißigen Bienen kann keine soziale
Institution überleben", sagt Nadine
Pietzko.
Inzwischen haben 24 Vereine ihr
Mitwirken zugesagt. ,,Der Bedarf
war wesentlich größer, aber wir
mussten aus Platzgründen hier
,,stop" sagen", bedauert Pietzko,
hat aber schon die ersten Vormerkungen für das Festival im kommenden Jahr entgegengenommen. ,,Wir waren überrascht über
das rege Interesse, freuen uns
aber natürlich riesig darüber."
Was die beiden Initiatorinnen be-

sonders gefreut und gleichzeitig
motiviert hat, waren die vielen ,,offenen Türen", die sie bei sämtlichen Behörden, sei es Finanzamt,
Amtsgericht und auch bei Tanja Nikolay vom Eigenbetrieb ,,Grünflächen und Bestattungswesen" eingelaufen haben. ,,Besonders dankbar sind wir Oberbürgermeister
Prof. Dr. phil. Joachim HofmannGöttig sowie zur Koblenz-Touristik
für die positive Zustimmung und
Offenheit gegenüber unserem Projekt", sagt Nadine Pietzko. Die große Sympathie und Empathie des
Oberbürgermeisters berührte die
Initiatorinnen sehr: ,,Auf unsere
Nachfrage hin sagte Herr Hofmann-Göttig sogar die Schirmherrschaft für unser erstes Tierschutzfestival zu, das tut gut und freut
uns riesig."
Ein Fest für die ganze Familie mit
vielen tollen Aktionen
In erster Linie wird das erste ,,Tierschutzfestival Mittelrhein" ein Fest
für die ganze Familie, mit vielen
tollen Aktionen, Verkaufsständen
und natürlichen einem Angebot an
kulinarischen Köstlichkeiten. Teilnehmende Institutionen und alles
Wissenswerte rund um das Fest,
stellt der Verein auf seiner Homepage vor und hält Interessierte per
Facebook auf dem Laufenden.
Bleibt nur zu hoffen, dass ,,Petrus"
mitspielt und das erste ,,Tierschutzfestival Mittelrhein" für Besucher wie teilnehmende Vereine
und Akteure ein voller Erfolg wird.
,,BLICK aktuell" wird Sie, liebe Leserinnen und Leser, über das erste
Tierschutzfestival Mittelrhein in den
kommenden Wochen auf dem
Laufenden halten.
- SOT -

Infos zu Verein und Fest:
www.tierschutzfestival-mittelrhein.de
Kontakt: info@tierschutzfestival-mittelrhein.de

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