< Seite 18
Seite 20 >

Seite 1

Koblenz - Stadt am Deutschen Eck 2017

Seite 19 Koblenz - Stadt am Deutschen Eck 2017Koblenz

Die Stadt am Deutschen Eck

der Kapelle mit seinen bunten,
bleiverglasten Fenstern, dem
Kreuzrippengewölbe aus rotem
Sandstein und dem im älteren
Teil mit Mosaikterrazzo gestalteten Fußboden nimmt jeden
Besucher sofort für sich ein.
Deshalb investierten die Schlaraffen gerne eine dreijährige,
mit viel Eigenleistung verbundene Bauzeit und eine sechsstellige DM-Summe für die Innenausstattung der Kapellenräume.
Seit November 1991 nutzt der
Verein sie als seine ,,Burg", wie
die Versammlungsstätten der
Schlaraffen bezeichnet werden.
Der Bund ,,Allschlaraffia", dem
Schlaraffia Confluentia angehört, ist eine am 10. Oktober
1859 in Prag gegründete, heute
weltweit verbreitete deutschsprachige Männervereinigung
zur Pflege von Freundschaft,
Kunst und Humor.
Über die eigenen Zusammenkünfte hinaus erfüllt Schlaraffia
Confluentia den mit dem Nutzungsvertrag verbundenen Auftrag, in dem Denkmal ,,Kultur zu
erleben, Kultur zu veranstalten
und Feste zu feiern" sowie es
öffentlich zugänglich zu machen. Bis zu acht Benefizveranstaltungen pro Jahr organisiert
der im Jahr 2004 eigens zu diesem Zweck gegründete Förderverein zum Erhalt der ehemaligen Pallottiner-Kapelle.
Die Themenpalette der von oftmals hochkarätigen Künstlern
dargebotenen Veranstaltungen
reicht von Jazz-, Blues- und
klassischen
Klavierkonzerten
über Kabarett, Lesung, Schauspiel und Zauberphilosophie bis
zu Chansonabenden und Kunstausstellungen.
Der jeweilige Nettoerlös bildet

zusammen mit Spenden und
Unterstützung weiterer Förderer
das finanzielle Polster, von dem
die laufend erforderlichen Innenrenovierungsmaßnahmen
bezahlt werden.
Seither konnten mit einer jährlichen Aufwendung von ein- bis
zweitausend Euro Teppichböden, Dämmung, Beleuchtung
und vieles mehr instandgesetzt
bzw. komplett erneuert werden.
Im Jahr 2015 hat sich der Förderverein zudem verdient gemacht um die Rettung und Restaurierung eines wertvollen Terrakottareliefs des Heiligen Georg.
Die Mitglieder hatten es im
Schutt der durch Frosteinwirkung eingestürzten Weinbergmauer entdeckt, die den hinter
der Kapelle liegenden Weinberg
begrenzt.
Mit der Restaurierung des 1845
durch die katholische Bildhauerin Katharina Felder geschaffe-

nen Kunstwerks beauftragten
die Schlaraffen den Ehrenbreitsteiner Künstler Peter Goehlen.
Nun ziert es in neuer Schönheit
die gegenüber dem Eingang gelegene Wand im Foyer des Gebäudes. Im vorigen Jahr erfolgte
darüber hinaus mit rund 20.000
Euro aus Mitteln des Fördervereins eine Grundrenovierung im
Innenbereich des Gebäudes,
die Verputz-, Anstrich-, Schreiner-, Sanitär- und eine Vielzahl
weiterer Arbeiten umfasste.
Da der Nutzungsvertrag zwischen der Koblenzer Wohnbau
und Schlaraffia Confluentia
nach einer ersten Verlängerung
noch bis Ende 2030 läuft, ist die
Kapelle weiterhin in offensichtlich guten Händen, und die Kulturinteressierten dürfen sich auf
noch viele attraktive Veranstaltungen in dem besonderen Ambiente freuen.
- BSB -

Die Ur-Kapelle, wie sie von Franz Reinhard errichtet wurde.

An der Fassade weist eine Tafel
auf Geschichte und Bedeutung
des Gebäudes hin.

Den heutigen Eingang zum ehemaligen Gotteshaus ziert die Eule, das Wappentier der Schlaraffen.

Im Foyer finden sich architektonische Details des Kapelleninnenraums,
wie das Kreuzrippengewölbe aus rotem Sandstein, wieder.

zurück zum Anfang von "Koblenz - Stadt am Deutschen Eck 2017"