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Jüdisches Echo 2015

Seite 151 Jüdisches Echo 2015Autorenbiografien
Agosin, Marjorie. Geboren 1955 in Bethesda im US-Bundesstaat
Maryland, wo ihr Vater, ein an sich in Chile ansässiger Arzt und Biochemiker, vorübergehend am Nationalen Gesundheitsforschungsinstitut
NHI tätig war. Die Nachfahrin europäischer Emigranten wuchs in Chile
auf. Kurz vor dem Militärputsch 1973 übersiedelte sie mit ihrer Familie
in die USA, wo sie an den Universitäten Georgia und Indiana Literatur
studierte und ein Doktorat erwarb. Sie unterrichtet am renommierten
Wellesley College, einer Privathochschule für Frauen unweit von Boston,
spanische Sprache und lateinamerikanische Literatur. Agosin schreibt
Gedichte und hat insgesamt mehr als achtzig Bücher verfasst bzw.
herausgegeben. Sie erhielt den US-Literaturpreis ,,Letras de Oro" und
wurde in Chile für ihr Lebenswerk mit der Gabriela-Mistral-Medaille
geehrt. 2015 besuchte sie auf Einladung des Jewish Welcome Service
Wien, die Stadt, aus der ihre Vorfahren vor den Nazis flüchten mussten.

Avidan, Igal. Geboren 1962 in Holon bei Tel Aviv. Nach der Matura
leistete er seinen Militärdienst als Computerprogrammierer und
absolvierte ein Studium in englischer Literatur und Informatik an der
Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan. Seit Oktober 1989 lebt er in Berlin,
wo er 1996 ein Diplom in Politikwissenschaft erlangte (Diplomarbeit
zum Thema: ,,Wie jüdisch soll Israel sein?"). Seit 1990 freier Berichterstatter aus Berlin für verschiedene israelische und deutsche Zeitungen
(darunter die ,,Süddeutsche") und Hörfunksender wie den Deutschlandfunk und den ORF. 2008 erschien sein Buch ,,Israel. Ein Staat
sucht sich selbst" im Diederichs-Verlag, München.

Brandner, Judith. Geboren 1963 in Salzburg. Japanologin und Übersetzerin für Englisch und Japanisch. Radiojournalistin und Moderatorin für Ö1 sowie für öffentlich-rechtliche Sender in der Schweiz und
in Deutschland; Publizistin und Buchautorin (Zuletzt: ,,Zu Hause in
Fukushima", Verlag Kremayr & Scheriau, 2014). Zahlreiche Journalistenpreise, darunter der Concordia Menschenrechtspreis 1998;
Herta-Pammer-Preis 2005; Prälat-Leopold-Ungar-Preis 2008 und der
Verkauf-Verlon-Preis für antifaschistische österreichische Publizistik
2013. Website: www.judithbrandner.at

Charim, Isolde. Geboren 1959 in Wien, Studium der Philosophie.
Lehrbeauftragte an der Universität Wien. Sie schreibt als freie Publizistin für die ,,tageszeitung" (Berlin), den ,,Falter" und den ,,Standard".
Am Bruno-Kreisky-Forum in Wien kuratiert sie Veranstaltungsreihen,
etwa zum Thema ,,Demokratie reloaded". Die Vorträge zum Thema
,,Lebensmodell Diaspora" sind in einem gemeinsam mit Gertraud Auer
Borea herausgegeben Buch bei transcript erschienen.
Cohen-Weisz, Susanne. Geboren 1974 in Wien. Sie besuchte das
Lycée Français de Vienne und studierte danach Politikwissenschaften
an der Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan und an der Hebräischen
Universität Jerusalem. An Letzterer hat sie 2012 über das Thema ,,Like
the Phoenix Rising from the Ashes: Jewish Identity and Communal
Reconstruction in Austria and Germany" dissertiert. Seit 2014 ist sie
Lektorin am ,,Europäischen Forum" der Hebräischen Universität.

Eisenberg, Paul Chaim. Geboren 1950 in Wien, 1968 Matura am
Akademischen Gymnasium. Verheiratet mit Mag. Annette Eisenberg,
sechs Kinder und 13 Enkelkinder. Ausbildung: B. A. of Hebrew Letters
am Israel Torah Research Institut; Rabbinerdiplom vom ARIEL-Institut,
verliehen vom damaligen Oberrabbiner Israels, Rav Shlomo Goren.
Berufliche Laufbahn: 1978 Jugend- und Gemeinderabbiner unter

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Oberrabbiner Dr. Akiba Eisenberg. Seit 1983 Oberrabbiner von Wien
und seit 1988 auch Oberrabbiner des Bundesverbandes der Jüdischen
Gemeinden Österreichs. Ab 1989 Mitglied des Vorstandes der Europäischen Rabbinerkonferenz; 1979 Mitinitiative zur Gründung der neuen
Jüdischen Schule der IKG Wien, der Zwi-Perez-Chajes-Schule. Erteilt
Religionsunterricht und ist Prüfer bei der Matura in Religion und Hebräisch an österreichischen öffentlichen Schulen und am Lycée Français.
Vorlesungen an der Universität Wien ­ am Institut für Judaistik und an der
Evangelisch-Theologischen Fakultät. 1988 Mitbegründer und Ehrenpräsident des Jüdischen Institutes für Erwachsenenbildung. 2010 Verleihung des Großen Goldenen Ehrenzeichens mit dem Stern für Verdienste
um die Republik Österreich durch Bundespräsident Heinz Fischer.

Goldenberg, Anna. Geboren 1989 in Wien. Sie ist Journalistin und
lebt zurzeit wieder in ihrer Geburtsstadt, wo sie an einem Buch über
ihre Familiengeschichte arbeitet, das 2017 im Paul Zsolnay Verlag
erscheinen wird. Sie studierte Psychologie an der Universität von
Cambridge sowie Journalismus an der Columbia University und war
anschließend Redakteurin der Wochenzeitung ,,Jewish Daily Forward"
in New York. Sie schreibt über das Internet für die wöchentliche
,,Digitalia"-Kolumne im ,,Falter" und über Wissenschaft für
,,profil wissen". Weitere Artikel erschienen bisher u.a. in ,,profil",
,,Der Standard", ,,Die Presse" und im ,,Zeit-Magazin".
Haderlap, Maja. Geboren 1961 in Eisenkappel/Zelezna Kapla in
Kärnten. Sie studierte Theaterwissenschaften und Germanistik an der
Universität Wien und war danach 15 Jahre Chefdramaturgin des Stadttheaters Klagenfurt. Sie unterrichtet an der Alpen-Adria Universität
Klagenfurt. Sie veröffentlichte, auf Slowenisch und Deutsch, Gedichte
und Essays. Ihr Romandebüt ,,Engel des Vergessens" (2011) wurde
u. a. mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis und mit dem Bruno-KreiskyBuchpreis ausgezeichnet und in viele Sprachen übersetzt. 2014 ist der
Gedichtband ,,langer transit" erschienen. Im September 2015 wurde
,,Engel des Vergessens" in einer Bühnenfassung am Akademietheater
in Wien uraufgeführt.

Hofer, Meinrad. Geboren 1977 in Graz. Studierte in Wien Fotografie
und ging 2009 nach New York, wo er bei Stars der Kunst- und Modefotografie wie Steven Klein und Craig McDean assistierte. Er selbst
porträtierte Persönlichkeiten vom Dalai Lama über Leonard Cohen bis
zu John Malkovich. Heute pendelt er zwischen Wien und New York und
ist für verschiedene Magazine und Filmprojekte tätig.

Hoffmann-Ostenhof, Georg. Geboren 1946, Volksschule und Gymnasium in Mödling. Studierte Soziologie und Politikwissenschaften an der
Universität Wien und der University of Michigan in den USA. Außenpolitischer Redakteur und zwei Jahre lang stellvertretender Chefredakteur der
,,Arbeiter-Zeitung". Von 1991 bis 2012 Leiter des Außenpolitik-Ressorts
von ,,profil", wo er nun wöchentlich Kommentare zum Weltgeschehen
schreibt. 2008 wurde ihm der Berufstitel Professor verliehen.
Huemer, Peter. Geboren 1941 in Linz. Studierte Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Wien, wo er 1968 promovierte. Ab 1969 arbeitete er für den ORF, wo er vor allem als Leiter
der Gesprächsreihe ,,Club 2" bekannt wurde. Der Träger des Österreichischen Staatspreises für Kulturpublizistik wirkte als Moderator bei
zahlreichen Gesprächsreihen, darunter auch beim Projekt ,,Die letzten
Zeugen" am Wiener Burgtheater.

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