Seite 2 >

Jüdisches Echo 2015



Suchergebnisse für "jüdischen":

Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 3: ber: Verein zur Herausgabe der Zeitschrift ,,Das Jüdische Echo". Zweck: Historisch-kritische Aufarbeitung des österreichisch-jüdischen Geisteslebens sowie die Darstellung aktueller Strömungen zur Förderung demokratischer Kultur. Obmann: Mag. Leon Widecki; Schriftführer: Peter Schwarz; Kassier: Norbert Gang. Sitz: 1010 Wien, Judenplatz 8, Tel. 0043/1/535 04 31-500, Fax 0043/1/535 04 31-503, E-Mail: office@juedischesecho.at, www.juedischesecho.at, www.facebook.com/DasJuedischeEcho Chefredak.. Seite 3 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 5: z leben lernen" Mit der Filmemacherin und Autorin Ruth Beckermann sprach Erhard Stackl über Veränderungen und Konstanten des jüdischen Lebens in Wien. Von Frederic Morton 46home 36 Die wiedergewonnene Vertrautheit An Rückkehr hat Frederic Morton nie gedacht. Er kam immer nur auf Besuch, wenn er eingeladen wurde. Nun hat sich der Kreis geschlossen und er ist gestorben, wo er geboren wurde: in der verlorenen Heimat Wien. Ein Nachruf. Von Peter Huemer In einem Gedicht der Schriftstellerin.. Seite 5 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 8: kaler Muslime gegen jüdische Einrichtungen in Europa und der ganzen Welt. Unser Chefredakteur Erhard Stackl hat im zweiten ,,Jüdischen Echo", für das er inhaltlich verantwortlich zeichnet, anerkannte Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Disziplinen und Kulturkreisen eingeladen, ihre Vol.64: Identität? Welche Identität? Die Frage nach der eigenen Identität gehört zu den spannendsten überhaupt. Wer man ist, hängt ja nicht nur von Herkunft und Umwelt ab, sondern auch von eigenen Entscheid.. Seite 8 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 10: te drei Söhne, mit denen ich Fußball spielte. Ich hatte katholische Messen, orthodoxe Gottesdienste und an einem Samstag den jüdischen Tempel in der Manier besucht, wie man ins Theater geht, als Unterhaltung und Zeitvertreib, einmal war ich an einem Sederabend bei Freunden meiner Eltern, um diese Sitte kennenzulernen. Szabo erledigte es formlos in seinem Arbeitszimmer, hielt mir keine Predigten, versuchte nicht, mich für seinen Gott zu gewinnen, stellte mir den Taufschein aus und machte d.. Seite 10 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 11: olen möchte. Heute stellt sich mir die Frage, wie ich, der nationale und religiöse Nobody, später im freien Leben mit meiner jüdischen Identität umgegangen bin. Als Journalist, Reporter einer Jugendzeitung, habe ich während der ungarischen Revolution 1956 mein Gesellenstück abgeliefert. Ich habe anders berichtet, als es dem Rest der westlichen Welt damals mitgeteilt wurde. Mich haben die Losungen ,,Tötet Kommunisten und Juden" irritiert. Viele Kollegen wollten sie nicht bemerken, glaubten.. Seite 11 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 12: jüdischen Identität? Der Belgrader Oberrabbiner, Isak Asiel, hat mich einmal zum ,,heiligen Juden" ernannt und damit hat es folgende Bewandtnis: In Abbazia fand, wie jedes Jahr, 2011 eine Bejahad genannte Begegnung für Juden, die aus dem ehemaligen Jugoslawien stammen, statt. Ich war eingeladen, um über berühmte Juden aus Wien zu referieren. Wir waren in einem riesigen, guten Hotel untergebracht, in dem auch viele Touristen Urlaub machten. Für unsere Gruppe war ein besonderer Raum mit kos.. Seite 12 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 14: eger zuschickten, holte das Exemplar aus dem Schaufenster, aber nicht aus dem aden. L Der frühere Vorsitzende der Union der jüdischen Gemeinden Serbiens, Aleksandar Neak, sagte, es gebe über hundert Titel mit antisemitischem Inhalt in serbischen Buchhandlungen. Eine junge Frau hat mir erzählt, dass ihr ausgerechnet der Pförtner des Museums der Geschichte Jugoslawiens sagte: Schade, dass Hitler nicht etwas länger gelebt habe, um mit dem Ausrotten der Juden fertig zu werden. Sie sei so per.. Seite 14 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 15: es hat einen Sinn, seine Erfahrung weiterzugeben. Das war und ist noch meine Lebensaufgabe eines Zeitzeugen aufgrund meiner jüdischen Identität. 2 DASJÜDISCHEECHO.. Seite 15 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 16: Du solltest dich in armenischen Kreisen umschauen, sagte seine Mutter. Ich wurde in einen Kibbuz verschickt, um einen netten jüdischen Jungen kennenzulernen. Das Vorhaben scheiterte. Statt junger Israeli lernte ich junge Briten, Franzosen und Amerikaner kennen, die sich wie ich ,,nur unter anderem" auch als Juden fühlten. Ich hätte es früher begreifen müssen, das Stöhnen und die Schreie meiner Mutter, die uns nachts weckten und von denen sie tagsüber nichts mehr wissen wollte. Ihr Histor.. Seite 16 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 17: Hof spielen. Wir waren ,,ohne Bekenntnis". Die Eltern hatten es gut gemeint. Wir sollten, wie Mama später erklärte, keinen ,,jüdischen Buckel bekommen". Wir sollten die ,,jahrtausendealte Angst" nicht mehr weitertragen. Als ich nach dem Tod beider Eltern aber erstmals in den Tempel ging, um ihnen zu Jom Kippur nahe zu sein, war ich allen anderen hier fremd. Ich war mit einem christlichen Armenier verheiratetet und kannte keine Gebete. In der Kathedrale von Etschmiadsin, dem Sitz des Kath.. Seite 17 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 18: uns weitergehen." Vol.64: Identität? Welche Identität? In Wien wollten meine Eltern ihre politische Vergangenheit und ihre jüdischen Traditionen vergessen. Mit einem Medizinstudium hofften sie eine neue Zukunft zu finden. In ,,Gelbe Angst" schreibt meine Mutter: ,,Ich habe meinen Namen vergessen Den Schein der Kerzen am Schabbat-Tisch Will durch keine Erinnerung mehr anders sein. Mein Gedächtnis heißt Einsamkeit." Mein Vater wurde erst nach dem Tod meines Großvaters Mitglied der jüdi.. Seite 18 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 19: e in die Hände. Wir beschlossen, auch sie ins Lycée zu schicken. Nach langen Diskussionen stand auch fest, dass Alice in den jüdischen Religionsunterricht gehen würde. Für Arnak als armenisch-orthodoxen Christen war nur wich- 18 tig, dass sie nicht ohne Gott aufwächst. Ich wiederum wollte nicht, dass auch sie ,,ohne Bekenntnis" bleibt und wie ich auch unter den ,,Insrigen" eine Fremde bleibt. Aus den Lycée-Jahren in Wien und Prag sind Alice wichtige Freunde geblieben. Die muslimische, s.. Seite 19 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 24: ich heranlassen konnte. In meiner Kindheit war dieses Land das Synonym von etwas sehr Geheimnisvollem. In den Gesprächen der jüdischen Familienmitglieder tauchte es nur in Gestalt von nadelfeinen Spitzen gegen Abwesende auf. Es schien so etwas Ähnliches wie der Mond zu sein, eine Mutprobe, ein weit entfernter, unwirtlicher Ort, wo man gewiss nicht bleiben konnte, obwohl es Menschen aus unerfindlichen Gründen immer wieder versuchten. Denn die Erwachsenen bemerkten am Ende, über den Abwesen.. Seite 24 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 25: erspricht, dieses Traum- und Sehnsuchtsland, das wohl die meisten Juden irgendwo in sich tragen, auch solche, die bloß einen jüdischen Vater haben. Da lag es, ganz einfach, am Mittelmeer. Ich kann es nicht besser beschreiben, es war wie ein Schock. Ein schöner und bestürzender Schock, dessen Bedeutung ich noch immer nicht ganz ermessen kann. Der erste Mensch, mit dem ich auf israelischem Boden sprach, ist seither eine meiner besten Freundinnen. Das deutsche Goethe-Institut hat mir die geb.. Seite 25 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 29: das erlebe ich jedes Jahr in Italien, wo die Kindheitserinnerungen meiner Freunde ganz andere sind als meine österreichisch-jüdischen. Was das heute und hier bedeutet? Wie weit erlauben wir es heute jenen, die zu uns flüchten müssen, weil sie zu Hause an Leib und Leben bedroht sind, sich ihre Identität zu bewahren? Wenn wir von den Menschen sprechen, die auf der Flucht bei uns stranden, dann geht es meistens auch darum, diese daran zu messen, ob sie ,,sich integrieren"! Und darunter vers.. Seite 29 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 32: te mich ins jüdische Leben. Hier gab es schließlich alles, auch für ungläubige Seelen wie die meine. Ich arbeitete bei einer jüdischen Zeitung, ging zu Schabbatessen, aß Bagels mit Räucherlachs, unterhielt mich mit Männern, die mir nicht die Hand gaben, und las Bücher über rasant wachsende chassidische Sekten. Die Vielfalt der jüdischen Gemeinschaft faszinierte mich. Es gab aufregend viele Dinge, über die man sich streiten konnte: Zahlt der Staat für die Jeschiwa? Dürfen Frauen Tef.. Seite 32 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 36: efragte ich ihn weiter zu seinen Vorstellungen von Identität, die so interessant waren, dass ich daraus ein Jahresthema im ,,Jüdischen Echo" machen wollte. Einen extra dafür verfassten Beitrag hatte ich mir von Fred Morton erhofft. Doch dazu kam es leider nicht mehr. Erhard Stackl 35.. Seite 36 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 39: der Familie ermordet. So ist ,,Ewigkeitsgasse" ein großes Buch über das vollständige Gelingen und vollständige Scheitern der jüdischen Assimilation in Wien. Und die Stadt kann sich heute noch so bemühen: Sie wird nie wieder zurückgewinnen, was sie aus eigener Schuld verloren hat. Aus Fritz Mandelbaum wurde Fred Morton, und alles war anders geworden ­ nicht alles. Morton hat mir von einer Tante erzählt, die ebenfalls nach New York fliehen konnte. Die stammte jedoch aus der Josefstadt. Dies.. Seite 39 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 41: z leben lernen" Mit der Filmemacherin und Autorin Ruth Beckermann sprach Erhard Stackl über Veränderungen und Konstanten des jüdischen Lebens in Wien. Erhard Stackl: Frau Beckermann, Sie haben sich in Ihren Filmen und Büchern seit etlichen Jahren mit dem Thema Identität befasst. Man könnte Sie als Seismograf des jüdischen Lebens in Österreich bezeichnen. Ich denke da z.B. an das Buch ,,Unzugehörig", das zuerst 1989 und dann, zu Zeiten der schwarzblauen Regierung, noch einmal herau.. Seite 41 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 42: inen Zusammenhang zwischen Religion, Jugendkultur, ja Popkultur zu zeigen ­ da haben wir gedacht, dieser Film wird bei allen jüdischen Filmfestivals, von denen es hunderte gibt, gezeigt werden. Das war nicht der Fall. In den Vol.64: Identität? Welche Identität? Ruth Beckermann 41.. Seite 42 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 43: einem denken. Was Ihre Generation betrifft, so habe ich den Eindruck, dass es da eine Phase gab, in der jüngere Menschen aus jüdischen Familien von ihrer nicht-jüdischen Umgebung veranlasst wurde, sich mit ihren Wurzeln auseinanderzusetzen. Das war während des sogenannten ,,Libanon-Feldzugs" von 1982, als es in Österreich eine scharf Israel-kritische Welle gab. Plötzlich hatten jüngere Jüdinnen und Juden, die gar keine IKG-Mitglieder waren, das Bedürfnis, mit Menschen in ähnlicher .. Seite 43 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 50: hen Forschungsstelle Nachkriegsjustiz, Claudia KuretsidisHaider, die Geschichte des Lagers Engerau und das Verbrechen an den jüdischen-ungarischen Zwangsarbeitern auf. Seit 2000 organisiert sie jährlich eine Gedenkfahrt nach Engerau, um dem Vergessen entgegenzuwirken. I llah van Oijen «Wir haben uns an die Existenz des Lagers Petrzalka erinnert, aber das Thema ruhte jahrelang und war fast unbekannt. Es war uns wichtig, dass die Öffentlichkeit in Bratislava mehr darüber weiß.» So ist es .. Seite 50 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 51: SS übergeben. Die deutsche Bauleitung ,,Unterabschnitt Engerau" ließ mehrere Arbeitskolonnen zusammenstellen und befahl den jüdischen Zwangsarbeitern das Tragen des gelben Sterns. ,,Untergebracht" wurden die Menschen in mehreren Teillagern. Bis zur Evakuierung des Lagers vor der Sowjetarmee am 29. März 1945 starben zahlreiche Menschen an Erschöpfung, Unterernährung, den katastrophalen hygienischen Bedingungen und Misshandlungen. Viele wurden von den österreichischen Wachleuten umgebracht.. Seite 51 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 52: enen die Hoffnung auf ein Wiedersehen hervorgeht, www. engerau.inf o «Früher einmal war Bratislava Heimat der zweitgrößten jüdischen Gemeinschaft in Europa. Heute bekennen sich in der Slowakei etwa 3000 Menschen zum Judentum, in Bratislava 500.» Spar- oder Soldbücher, Pässe oder gar Schutzbriefe der Schweiz oder des Vatikans, deren Hilfe nie in Anspruch genommen werden konnte. Spärliche Überreste zerstörter Leben. Gemeinsam mit Farbfotografien der niederländischen Fotografin Illah van O.. Seite 52 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 53: Um Platz für die Brücke zu machen, wurden 1968 die Alte Synagoge nahe dem Martinsdom und mehr als 220 Gebäude im ehemaligen jüdischen Viertel unterhalb der Burg gesprengt. Ob das damalige Regime mit diesem Akt bereitwillig in Kauf genommen hat, dass damit auch die jüdische Identität der Stadt vergessen wurde, oder dies sogar als Nebeneffekt erwünscht war, fällt in den Bereich der Spekulation. «Die Engerau-Prozesse in Österreich ­ das Volk saß zu Gericht: Ermittelt wurde gegen siebzig Pe.. Seite 53 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 54: jüdischen Identität siebzig Jahre nach der Schoah. Wo steht die Wiener Gemeinde heute? privat Die Wiener jüdische Gemeinde hat seit der Schoah einen einzigartigen Entwicklungsprozess durchgemacht. Die Gemeinde, die noch in den 1970er-Jahren als ,,Liquidationsgemeinde" betrachtet wurde und deren Führung versuchte, nicht im Rampenlicht zu stehen, hat sich deutlich ihrer nicht-jüdischen Umgebung gegenüber geöffnet und eine aktive Rolle auf den österreichischen politischen, kulturell.. Seite 54 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 55: jahre haben die Juden in zwei Welten gelebt: der äußeren Welt, welche den Arbeitsplatz inkludierte, in welcher sie mit nicht-jüdischen Leuten, die sie fürchteten und denen sie misstrauten, Kontakt haben mussten, und der inneren jüdischen Welt, der Welt der Familie und Freunde. Alle jüdischen Aktivitäten haben hinter geschlossenen Türen stattgefunden. Die Wiener Juden versuchten, keine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und ihre Jüdischkeit so gut wie möglich vor der nicht-.. Seite 55 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 56: Juden in Wien ,,zu Hause" und beabsichtigen zu bleiben ­ solange Österreich eine Demokratie bleibt, die die Sicherheit ihrer jüdischen Bevölkerung vor dem steigenden linken, rechten und islamischen Antisemitismus schützen kann und will. Die Wiener Juden haben ihre Koffer ausgepackt. Die leeren Koffer wurden jedoch in Reichweite verstaut, um sie im Notfall schnell wieder packen zu können. Antisemitische Tendenzen werden genau beobachtet, aber Wien wird trotzdem als Heimat betrachtet. um a.. Seite 56 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 57: jüdischen Gesellschaft zu öffnen. Dies geschah, obwohl die Politik der deutschen Regierungen gegenüber der jüdischen Gemeinde viel wohlwollender war als die der österreichischen Regierungen, insbesondere bezüglich der Vergangenheitsbewältigung, der jüdischen Zuwanderung und der finanziellen Unterstützung der jüdischen Gemeinden. Während sich die Bundesrepublik Deutschland als Nachfolgerin des ,,Dritten Reichs" bekannte und die Verantwortung gegenüber den Opfern der Sc.. Seite 57 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 58: ie persönliche Schoah-Erfahrung ist daher das Hauptbindeglied aller Überlebenden geworden und ein zentrales Element in ihrer jüdischen Gruppenidentität. Gleichzeitig führte die Erinnerung an die Schoah zu einer Abgrenzung zwischen den Juden und ihrer nicht-jüdischen Umgebung. Die Tatsache, dass die Schoah eine so große Rolle in der Bildung der jüdischen Gruppenidentität spielte, führte zur Entstehung einer Kluft zwischen der jüdischen und der nicht-jüdischen Be.. Seite 58 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 59: aus Angst, Antisemitismus zu schüren. Diese Generation setzte der konfliktscheuen Politik gegenüber dem Staat und der nicht-jüdischen Gesellschaft, die charakteristisch für die Gemeinde seit 1945 war, ein Ende. 58 Bindung an den Staat Israel. Während die Schoah das Leben der Juden belastete, hatte die Existenz des Staates Israel einen positiven Einfluss auf die jüdische Gruppen identität. Besonders der Sechstagekrieg hat das Selbstbewusstsein der Juden gestärkt. Der israelische Soldat w.. Seite 59 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 60: n, die während des Gebets vor den Synagogen Wache stehen. Dies hat wiederum einen Gruppenstolz erzeugt, der zur Stärkung der jüdischen Identität beitrug. «Israel bot den Juden auch ein Gefühl der nationalen Zugehörigkeit. Während sie physisch in Wien lebten, war Israel ihre gefühlte Heimat. Israel wurde zum ,,Identitätsersatz".» Nach der Schoah wurde der Zionismus zur einzigen möglichen Art kultureller und nationaler Identifizierung für alle Juden, auch solche, die vor dem Krieg anti-zio.. Seite 60 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 61: jüdischen Gesellschaft ausgeschlossen und nicht mehr zur Thora aufgerufen. 1969 beschlossen die Münchner und die Frankfurter jüdischen Gemeinden sogar Folgendes: ,,Alle Spender des Solidaritätsfonds sollen (a) keine Einladung zu Veranstaltungen von Personen annehmen, die nicht an der Solidaritätsaktion 1968 teilgenommen haben und somit das jüdische Volk und den Staat Israel in Zeiten der Not in Stich gelassen haben, (b) nicht deren Gesellschaft suchen, (c) nicht zu Versammlungen ge.. Seite 61 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 62: jüdischen Gesellschaft ­ abgenommen hatte und der Staat Israel nicht mehr als Identitätsersatz diente, waren die psychologischen Hindernisse, sich in Wien zu Hause zu fühlen, beseitigt. Gestärkt durch das neue Selbstbewusstsein als Juden in Wien, baute die Wiener jüdische Gemeinde ihre Infrastruktur beträchtlich aus und öffnete sich ihrer nichtjüdischen Umwelt. Zuwendung zur jüdischen Religion. Bleibt noch die Frage, warum die jüdische Infrastruktur in Wien viel ausgeprägter.. Seite 62 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 63: ung übernommen wurde, für die Religion eine wichtige Mitte der Achtzigerjahre kam es dann zu einer starken Erweiterung der jüdischen Infrastruktur: ZPC-Kindergarten und -Schule sind in ein größeres Gebäude übersiedelt und 1986 wurde das Gymnasium eröffnet; das Elternheim (Maimonides-Zentrum) wurde renoviert; das psychosoziale Zentrum ESRA (1994) wurde errichtet, um die Spätfolgen der Schoah zu behandeln und die Einwanderer besser zu integrieren; weiters entstanden Institutionen wie das .. Seite 63 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 64: eitrag der ersten Nachkriegsgeneration an der Entwicklung der Gemeinde war der Aufbau von Institutionen und die Stärkung des jüdischen Selbstbewusstseins. Die zweite und die dritte Nachkriegsgeneration, die in einem sicheren finanziellen Umfeld und in einer jüdischen Gemeinde mit der benötigten jüdischen Infrastruktur aufgewachsen sind, sind bestrebt, ihre jüdische Identität zu festigen, indem sie ihr Wissen bezüglich jüdischer Religion, Tradition und Geschichte erweitern. E.. Seite 64 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 66: jüdischen Gesetz als Jude gilt. Da gibt es keine Halbheiten. Das andere ist das Faktum, dass sich jeder Jude und jede Jüdin seine und ihre eigene Identität selbst konstruiert. Über die Frage, ob das Judentum ein Volk oder eine Religion ist, wird ebenfalls viel diskutiert. Ich bin in einem national-religiösen Haus aufgewachsen. Wir haben sowohl Schabbat und die anderen jüdischen Gebote eingehalten, als uns auch mit dem Judentum als Volk identifiziert. Manche glauben, dass die jüdis.. Seite 66 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 67: jüdischen Gemeinde. Sind sie begründet? Oder wird allzu rasch vor einem erstarkenden Antisemitismus gewarnt? Eine Betrachtung. Antisemitische Übergriffe nehmen in Europa überhand: kaum ein Tag, an dem man in jüdischen Medien keine Nachricht erhält, dass hier ein Jude auf der Straße angepöbelt, dort ein Gebäude beschmiert wurde. Manches Mal ist auch von tätlichen Übergriffen die Rede: in Frankreich etwa. Sommer 2014: Vor einem Jahr wehrte sich Israel gegen die Terrorangriffe aus G.. Seite 67 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 69: n aber viele Faktoren mit hinein: Die strenge Orthodoxie schickt vor allem die Buben auf die Jeschiwe ins Ausland. Wer einen jüdischen Partner sucht, heiratet auch schon einmal nach England, nach Israel, in die USA. Und gerade in den Staaten wird gerne studiert. In Teilen Deutschlands wurde vom Tragen der Kippa in der Öffentlichkeit abgeraten Insgesamt kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Wien aktuell ein bisschen eine Insel der Seligen darstellt. Ja, die Hassposter im Netz .. Seite 69 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 70: Die jüdische Identität aus sozialwissenschaftlicher Privat, wikimedia c o mmo ns, C C - BY- SA -3. 0 Sicht. Als ich vom ,,Jüdischen Echo" eingeladen wurde, einen Beitrag zu diesem Thema zu verfassen, sagte ich wie ich heute meine, unvorsichtigerweise sofort zu. Schließlich bin ich sowohl Jude als auch Wissenschaftler und habe auch die letzten 63 Jahre in Wien verbracht: In Wien lebe ich fast seit meiner Geburt, habe auch hier studiert und bin seit Abschluss meiner Studien hier wissen.. Seite 70 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 71: pen gibt es unterschiedliche Strömungen. Darüber hinaus ist sogar die Gültigkeit von Konversionen zwischen den verschiedenen jüdischen Glaubensrichtungen umstritten.4 Mit der Emanzipation begann der subjektive Faktor eine wachsende Rolle zu spielen. Im 19. Jahrhundert kamen politische Strömungen wie die ,,Yiddischisten", der ,,Bund" und die säkularen zionistischen Gruppierungen auf. Hier spielte das Bekenntnis zu den Zielen der Bewegungen einer deutlich stärkere Rolle als die ,,objektiven.. Seite 71 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 72: 993). Fremdbestimmung ist charakterisiert durch die defensive Berufung auf Antisemitismus. Epstein beschreibt den Fall eines jüdischen Amerikaners, Sohn deutscher Einwanderer, der fest in der amerikanischen Arbeiterbewegung verwurzelt ist und lediglich aus beruflichen Gründen mit jüdischen Organisationen in Berührung kommt. Obwohl er seine jüdische Herkunft nicht verleugnet, fühlt er sich in der jüdischen Umgebung fremd. Erst die direkte Erfahrung mit Antisemitismus, auch in.. Seite 72 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 73: st." (Junge Generation, männlich.) Ebenso rigid ist das folgende Statement: ,,Ich bin schon deshalb Jude, weil ich von einer jüdischen Familie abstamme. Und ich bin stolz darauf und habe es nicht eine Sekunde bedauert. Andere erkenne ich nur dann als jüdisch an, wenn sie den halachischen Bedingungen genügen. Ich mag es nicht, wie sie das in Amerika handhaben." (Mittlere Generation, weiblich.) Was erklärt nun diese unterschiedlichen Vorstellungen von jüdischer Identität? Aufgrund der klein.. Seite 73 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 83: nngebung verstehen, am extremsten ausgeformt im Weltbild des Nationalsozialismus. Im Grunde können viele der klassischen antijüdischen Stereotype und die ihnen zugrundeliegenden psychologischen Mechanismen auch gegen andere Gruppen gewendet werden. Rassismus würde ich definieren als die Naturalisierung von Zuschreibungen, durch die Behauptung, dass eine gewisse Differenz biologisch begründet sei. Heute wird das im Sprachgebrauch nicht immer präzise abgegrenzt von kulturalistischen Zuschre.. Seite 83 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 95: der deutschen Sprache aufgewachsen ist? Ausländer! Muslime? Leben in einer Leitkultur, die als ,,das Christentum mit seinen jüdischen Wurzeln, geprägt von Antike, Humanismus und Aufklärung" definiert wird, am Rand, in einer der vielen Parallelgesellschaften. Das Projekt ,,WIR. BERICHTE AUS DEM NEUEN OE", aus dem die hier abgedruckten (von liver Posch O ner ausgewählten) Zitate stammen, gewährt Einblicke in eine Parallelgesellschaft, die von Menschen gebildet wird, denen jedes Korsett n.. Seite 95 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 102: ös, aber im Gegensatz zu den Ultra-Orthodoxen sind sie zionistisch Vol.64: Identität? Welche Identität? und kämpfen für den jüdischen Staat. Rivka lebte zuerst im Sinai in Jamit, das 1982 von den Israelis geräumt und an Ägypten zurückgegeben wurde, und später in Gusch Katif, einer Siedlungsgruppe im Gasastreifen, die 2005 den Palästinensern überlassen wurde: ,,Das war beide Male sehr traumatisch. Beim zweiten Mal bin ich schon vorher weggegangen, um das nicht noch einmal erleben zu müsse.. Seite 102 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 103: biner und vor allem Rabbinerinnen geben wird, die mutig genug sind, um mitzuarbeiten, damit die ,,Halacha", die Sammlung der jüdischen Gesetze, in den Bereichen wie Ehe, Scheidung und Familienleben langsam der Zeit angepasst wird, sodass die Frauen es im täglichen Leben leichter haben: ,,Das Wort ,Halacha` kommt ja vom Wortstamm ,gehen` und deswegen sollten die religiösen Gesetze mit unserer Zeit mitgehen." Bei ihren Studenten auf dem Sapir College im Städtchen Sderot im Süden Israels ist.. Seite 103 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 106: sammenarbeitete und jüdische Freunde hatte, war er nicht von Hass erfüllt worden. Vom Libanon aus konnte er mit einem seiner jüdischen Freunde Kontakt aufnehmen. Dieser half ihm, mit Vol.64: Identität? Welche Identität? der Familie nach Israel zurückzukehren und sogar seine Arbeit bei der Elektrizitätsgesellschaft wieder zu erhalten. Die Familie Deek ist griechisch-orthodox. Sie gehört der christlichen Minderheit innerhalb der israelischpalästinensischen Minderheit an. Der junge George w.. Seite 106 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 107: als für andere undenkbar war." 106 George Deek erzählte, wie schwierig es für seinen Großvater war, seine Familie im jungen jüdischen Staat großzuziehen. Er sprach auch über das persönliche Leiden seiner Familie, die zum Teil in der ganzen Welt zerstreut ist. Zwei schlechte Optionen Er kritisierte zugleich die Tatsache, dass ,,die Palästinenser Sklaven ihrer Vergangenheit geworden sind, die in der Welt des Hasses und der Ablehnung gefangen bleiben". Doch dann sprach er hauptsächlich über.. Seite 107 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 108: arabischer Israelis: ,,Salim Joubran, ein Richter des Obersten Gerichtshofs, der Bezirksrichter George Kara, der über einen jüdischen Präsidenten eine Gefängnisstrafe verhängt hat, Professor Jacob Hanna, ein wichtiger Forscher im WeizmannInstitut, und der Schriftsteller Anton Shammas, der die hebräische Sprache so bereichert hat wie Franz Kafka die deutsche." Seiner Meinung nach gibt es kein besseres Beispiel als die Juden in Europa, die ihre Identität und ihre Religion hunderte Jahre be.. Seite 108 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 109: dische Geschäfte verwüstet und geplündert. Juden beschimpfte man als Handlanger des Schahs. Im Mai wurde der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Habib Elghanian, von einem Revolutionstribunal wegen ,,Kontakten mit Israel und dem Zionismus" zum Tod verurteilt und hingerichtet. Rund 20.000 Juden verließen daraufhin in den folgenden sechs Monaten den Iran. Die meisten gingen in die USA. Seine Familie konnte mit ihrem iranischen Pass in jener Zeit an sich noch visumfrei reisen, erzählt Avi. ,.. Seite 109 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 111: r nach Deutschland, um sich dort bei der israelischen Einwanderungsbehörde, der Jewish Agency, anzumelden. Aber kurz vor dem jüdischen Neujahr Rosch Haschana sind dort alle Zuständigen auf Urlaub. Die Behörde bräuchte zudem Monate, um Avis Papiere zu überprüfen, heißt es. Er aber will seinen Eltern dringend helfen und fliegt daher auf eigene Faust nach Israel: ,,Seit 3000 Jahren leben wir Juden mit Hoffnung. Ich glaubte, dass meine Eltern noch am Leben sind, und musste ihnen helfen." Im O.. Seite 111 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 112: tes Namen nicht aussprechen. Avi glaubt, dass Gott nur demjenigen hilft, der sich selbst hilft. Er sucht Liebe und auf einer jüdischen Webseite findet er Miriam, 31, jüdisch und geschieden. ,,Wir haben uns sofort verstanden und es war klar, dass wir zusammengehören", sagt Miriam. ,,Ich habe gedacht, das ist der Mensch, auf den ich wahrscheinlich mein Leben lang gewartet habe." Sein Schicksal erinnerte sie an das ihres Großvaters, der den Nazis entkommen konnte. Im August 2012 heiraten sie.. Seite 112 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 113: itz muss sein Heimatdorf mitsamt seiner Familie verlassen. Mitnehmen dürfen sie nichts. Genauso wenig wie die anderen beiden jüdischen Familien im Ort. ,,Die Russen bombardieren ohnehin alles", sagt der Bürgermeister. Es klingt fast nach einer Rechtfertigung. Fast. Eine Brücke zwischen den Generationen Nur ein paar Wertgegenstände hat Aharonovitz bei sich, als er sich auf den Weg nach Nirgendwo macht. Kurze Zeit später wird die Kolonne von der Polizei abgefangen. Sie nimmt ihm das Wenige .. Seite 113 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 117: harsch zu beenden ­ ich bin 116 ja nicht mein Großvater Willibald, der einst in Danzig vermutlich dafür gewesen wäre, alle jüdischen Familiengeschichten zu beenden. Deshalb klopfte ich Paul beruhigend auf sein Sakko, das er auch bei glühender Hitze immer trug inklusive Stecktuch: ,,Ich könnte ja übertreten", sagte ich leichthin und hatte keine Ahnung, was ich da sagte. Am Ende einer endlos dauernden Prozedur musste ich in einem Schwimmbecken stehen und Gebete runterratschen, von denen .. Seite 117 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 121: Gesamtheit abbilden. Die Welt der Zuwanderer mit ihren Besonderheiten und Perspektiven, ihre kultu- Hanno Loewy, Leiter des Jüdischen Museums Hohenems 120 relle und sprachliche Verortung sind Teil dieser Normalität. Wenn es demnach keine Literatur von Zuwanderern gibt, wenn diese besondere Perspektive fehlt, so wie es im deutschsprachigen Raum lange Zeit (und in Österreich noch etwas länger als z. B. in Deutschland) der Fall war, dann herrscht ein Mangel, eine Anomalie. Durch die Liter.. Seite 121 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 123: zum offiziellen Wahlkampfauftakt seiner Partei vor den Landtagswahlen im Jahre 2009 den in Deutschland geborenen Leiter des Jüdischen Museums Hohenems, Hanno L oewy, der die FPÖ kritisiert hatte, als ,,Exil-Juden aus Amerika in seinem hochsubventionierten Museum" bezeichnet. das Kind `` © Rosie Potter ,,Für nischen oder ungarischen Familiennamen erlebt hatten, die heute ihr Österreichertum betonen, einem Politiker, der sich mit antisemitischen Aussagen hervorgetan hat, in der Wahlur.. Seite 123 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 127: onzept. Sie, Herr Bunzl, haben ja, wenn man so will, eine besonders bunte und vielfältige Identität: Sie sind das Kind einer jüdischen Familie, die emigriert und wieder zurückgekehrt ist, Sie sind schwul, haben den größeren Teil ihres Lebens, vor allem Ihres erwachsenen Lebens, als Wissenschaftler in Amerika verbracht und sind jetzt nach Wien zurückgekehrt. Und Sie bezeichneten sich in einem Interview als Ur-Wiener. Wie das? Meine Identität ist so komplex wie die aller anderen auch. Aber .. Seite 127 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 142: chte spiegeln eine Begegnung mit dieser anderen Seite der Dinge wider, das Leben jenseits dieses Rehböcke bewachen im alten jüdischen Teil des Wiener Zentralfriedhofs das Grab eines Vorfahren der Besucherin Vol.64: Identität? Welche Identität? 141.. Seite 142 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 143: , in dem Helenas Körper lag, klein und zerbrechlich, wie er ihr ganzes Leben lang gewesen war. Man führte ihn hinaus auf den jüdischen Friedhof von Conchalí, einem Vorort von Santiago. Ich nahm von ihr Abschied und versprach, dass ich eines Tages mehr wissen werde, wer sie wirklich war, warum sie nicht wie ich Spanisch sprach und aus welchem Grund sie morgens immer zum Roten Kreuz ging, um nach ihren toten Schwestern zu fragen. Helena Broder kam in Wien auf die Welt. Das Geburtsdatum dürf.. Seite 143 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 144: ihrem Ehemann Isidor und deren Sohn Mauricio seinen friedlichen Lauf. 1932 verstarb Isidor. Sein Grab befindet sich im alten jüdischen Teil des Wiener Zentralfriedhofs, wo nun zwei schöne Rehböcke die Grabstätten einsamer Juden bewachen. Wenige Jahre später änderte sich das Leben für die Juden in Europa und Österreich drastisch. Meinem Großonkel Mauricio wurde 1938 befohlen, Gehsteige der Stadt mit scharfen Putzmitteln zu reinigen. Danach wurde er vorübergehend in ein Arbeitslager gebrach.. Seite 144 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 145: alts hatte ich gemischte Gefühle. Ich trauerte über den Verlust eines großen Teils meiner Familie und einer der lebendigsten jüdischen Gemeinden Europas, die der Horror des Nationalsozialismus verursacht hat. Schmerzlich wurde mir bewusst, welche Zivilisation die Nazis an sich gerissen hatten, und ich konnte die Angst vor den Gewalttätern begreifen. In den Nächten fiel mir das Einschlafen schwer. In den dunkelsten Albträumen war es mir, als wollten sie mich holen kommen. Es machte mir Ang.. Seite 145 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 151: 0 Oberrabbiner Dr. Akiba Eisenberg. Seit 1983 Oberrabbiner von Wien und seit 1988 auch Oberrabbiner des Bundesverbandes der Jüdischen Gemeinden Österreichs. Ab 1989 Mitglied des Vorstandes der Europäischen Rabbinerkonferenz; 1979 Mitinitiative zur Gründung der neuen Jüdischen Schule der IKG Wien, der Zwi-Perez-Chajes-Schule. Erteilt Religionsunterricht und ist Prüfer bei der Matura in Religion und Hebräisch an österreichischen öffentlichen Schulen und am Lycée Français. Vorlesunge.. Seite 151 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 152: en 1929 in Veliki Beckerek im serbischen Banat, damals Teil des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen. Als Sohn einer jüdischen Ärztefamilie wurde er 1944 in das NS-Konzentrationslager Auschwitz und danach nach Buchenwald verschleppt. Nach der Befreiung studierte er in Belgrad Architektur und Germanistik. Er war u.a. als Dolmetscher für Staatschef Josip Broz Tito und von 1974 bis 1978 als jugoslawischer Kulturattaché in Bonn tätig. Er verfasste zahlreiche Romane, darunter ,,Der Asc.. Seite 152 online blättern


Seite 1 Jüdisches Echo 2015Seite 153: kstudium und Journalismusausbildung an der Universität Wien. Seit 1993 journalistisch tätig. Derzeit ist sie Redakteurin des jüdischen Magazins ,,Wina" und bloggt regelmäßig zum Thema ,,Jüdisch leben" auf www.wienerzeitung.at/meinungen/blogs/ juedisch_leben. Ihr erster Roman, ,,Haschems Lasso", erschien 2009 im Milena Verlag, das Kinderbuch ,,Dinah und Levi. Wie jüdische Kinder feiern" 2011 im Annette Betz Verlag. Im Frühjahr 2014 präsentierte sie ihren zweiten Roman, ,,Endlosschleife" (I.. Seite 153 online blättern




zurück zum Anfang von "Jüdisches Echo 2015"