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Gesundheitsführer Vest 2016

Seite 18 Gesundheitsführer Vest 2016Gepflegte Zähne fühlen sich gut an.

Foto: proDente e. V.

Nach der Reinigung werden die Zähne poliert.

Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Professionelle Zahnreinigung:
Kein Ersatz fürs Zähneputzen
Von Karin Willen

Erst ordentlich putzen,
dann polieren und lackieren:
Hin und wieder sollte man
seine Zähne von einem Profi
reinigen lassen, empfehlen
Zahnärzte. Das tägliche Zähneputzen ersetzt das aber
nicht.
Bei
manchen
Menschen
scheint es mit der Zahnpflege nicht so richtig zu klappen. Machen sie etwas falsch?
,,Das lässt sich nur individuell klären", sagt Claus Gasteyer
von der Praxis für Ästhetische Zahnheilkunde in Frankfurt. Es gibt eine ganze Reihe
von Gründen, warum bei vielen die tägliche Mundhygiene
nicht ausreicht: Gasteyer zählt
ungünstige Zahnstellung oder
-form, falsche Putztechnik, unpassende Bürsten und häufigen Konsum von Süßem oder
Saurem als Klassiker für hartnäckige Zahnbeläge auf.
Werden solche Bakterienbesiedlungen der Zähne nicht
richtig bekämpft, können aus
ihnen und ihren Stoff wechselprodukten Plaque und
Zahnstein entstehen. Zahnfleischbluten, Mundgeruch,
in jungen Jahren häufig Karies, später eher Parodontitis (Zahnbettentzündung) bis
hin zu Zahnausfall können die
Folge sein. Neben einer guten
und regelmäßigen Zahnpflege

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Gesundheitsführer VEST

kann man auch mit professioneller Zahnreinigung gegensteuern. Zahlen muss man die
in der Regel aber selbst.
Wie läuft die professionelle
Zahnreinigung ab?
Zunächst wird der Zustand
von Zähnen und Zahnfleisch
analysiert, denn danach richtet sich auch die Behandlung.
Dann entfernen Prophylaxehelferinnen sichtbare Plaque
etwa mit Bürstchen, Schleifpapierstreifen und Zahnseide, außerdem den Zahnstein
mit hakenartigen Instrumenten. Ein Wasser-Pulverstrahlgerät beseitigt dunkle Verfärbungen und zerstört Reste des
Biofilms.
Dann werden die Zahnoberflächen
mit
rotierenden
Bürstchen und Kelchen sowie einer fluoridreichen Paste poliert. Das soll verhindern,
dass sich die Bakterien schnell
wieder anhaften können.

Fluoridhaltiges Lack oder Gel
bildet einen weiteren Schutzschild. Auch die eigene Putztechnik steht auf dem Prüfstand. Angesprochen werden
die passende Zahnbürste, der
korrekte Gebrauch der Zahnseide und die Bakterienreduktion durch Zungenreinigung
sowie die Rolle der Ernährung.
Für wen empfiehlt sich die
professionelle Zahnreinigung?
Ohne die tägliche Mundpflege
und die Kontrolluntersuchungen hilft die Profipflege gegen
Karies, Parodontitis und Co.
langfristig nicht. ,,Die Professionelle Zahnreinigung ist kein
Freibrief, es mit der Mundhygiene nicht so genau zu nehmen", warnt Gasteyer.
Und Gregor Bornes, Zahnexperte der Unabhängigen Patientenberatung (UPD) in Köln,
betont: ,,Die wichtigste Aufgabe der professionellen Zahnreinigung ist die Beratung, wie

die Patienten die eigene tägliche Mundhygiene verbessern können". Auch wer raucht
oder viel Tee, Kaffee und Rotwein trinkt, bezahlt das meist
mit dunklen Verfärbungen
an schwer zugänglichen Stellen. Rauchen ist aber einer der
Hauptrisikofaktoren für Parodontitis. ,,Unglücklicherweise
maskiert Rauchen Zahnfleischbluten ­ eines der wenigen
Symptome einer Parodontitis. Hierdurch kann das Zahnfleisch bei Rauchern gesünder
erscheinen, als es tatsächlich
ist", erklärt Zahnmediziner
Prof. Thomas Dietrich von der
Universität Birmingham.
Was kostet die professionelle
Zahnreinigung?
Die Behandlung steht nicht
im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Einmal im Jahr zahlen die Kassen
das Entfernen von Zahnstein,
nicht aber das der weichen
Beläge. Wenige Kassen übernehmen die gesamten Kosten oder gewähren einen Zuschuss. Die Kosten richten sich
häufig nach der Dauer der Behandlung. Die Stiftung Warentest ermittelte im Juli 2015 als
Durchschnittskosten für 45
Minuten etwa 73 Euro für Kassenpatienten pro Sitzung und
112 Euro für Privatpatienten.
Bei der professionellen Zahnreinigung wird Belag entfernt.
Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

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