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Gesundheitsführer Vest 2016

Seite 14 Gesundheitsführer Vest 2016FACHBEITRAG

DAS KNIE IM ORTHOPÄDISCH-NEUROCHIRURGISCHEN
ZENTRUM (ONZ)
Schwellungen und mögliche
Komplikationen. Dadurch ist
eine sehr zügige Nachbehandlung mit sofortiger Teilbelastung und Freigabe der Kniegelenkbewegung im Rahmen
der sich anschließenden Krankengymnastik bzw. Rehabilitationsmaßnahme möglich.
Kniebelastende
Sportarten
(Fußball, Skifahren, etc.) sind
für sechs bis neun Monate verboten, da die Kreuzbandplastik fest einwachsen und einheilen muss.

dete Gelenk schmerzhaft geschwollen, die Muskeln verspannt und die Beweglichkeit
stark eingeschränkt. Das Knie
kann instabil werden und bei
Bewegung ,,wegknicken". Eine
Knieprothese bietet den Ausweg aus dieser schmerzhaften
Situation. Untersuchungen haben gezeigt, dass Unterschiede in der Form des Knochens
Einfluss darauf haben, wie gut
eine Knieprothese sitzt.

Die Individualisierte Knieprothesenversorgung
ist ein neuer Meilenstein
in der orthopädischen
Patientenversorgung.

Dr. Bernd Ferkmann und
Dr. Wolfram Steens behandeln nach neuesten Erkenntnissen und mit technischen
Neuentwicklungen traumatisch sowie degenerativ geschädigte Kniegelenke.
Die vordere Kreuzbandruptur
ist eine der häufigsten Sportund Bandverletzung des
Kniegelenkes.
Der notwendige Ersatz des
vorderen Kreuzbandes, die sogenannte Kreuzbandplastik,
erfolgt heute im Rahmen einer
Arthroskopie (Gelenkspiegelung) und hat den großen Vorteil der minimalen Invasivität
mit sehr kleinen Hautschnitten, der geringen Verletzungen von Schmerzrezeptoren,
Kapselstrukturen und dem geringen Risiko einer Komplikation (z. B. Infektionen).

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Gesundheitsführer VEST

Die am häufigsten verwendeten Transplantate sind
die
Semitendinosussehne
oder das mittlere Drittel der
Kniescheibensehnenbandes
(Patellasehne). Beide sind in
den Langzeitergebnissen nahezu gleichwertig. Das ONZ
verwendet mit großem Erfolg und langer Erfahrung die
Semitendinosus-Technik, so
Bernd Ferkmann, Orthopäde
und Sportmediziner. Als Besonderheit führt das ONZ diese Operation in der sogenannten ,,all-inside-Technik" durch.
Hierbei werden von außen keine durchgehenden Bohrkanäle mehr im Knochen angelegt,
sondern diese werden, noch
weniger traumatisierend, mittels rückwärts schneidender
Bohrer direkt über die Gelenkspiegelung im Knie angelegt.
Das verringert noch nachhaltiger
die
Schmerzen,

Mithilfe patientenspezifischer Instrumente (PSI) ist
es nun erstmals möglich,
die individuelle Patientenanatomie stärker als bisher
beim Kniegelenkersatz
optimal zu berücksichtigen.

Schätzungen zufolge sind in
Deutschland 10 bis 20 Prozent der über 60-Jährigen von
Arthrose betroffen, etwa die
Hälfte von ihnen leidet unter Schmerzen. Beschwerden
treten oft erst auf, wenn der
Schaden bereits fortgeschritten ist. Die Knorpelschicht
wird an den Stellen der größten Belastung immer dünner
und teilweise ist der Knorpel
so stark abgenutzt, dass Knochen freiliegt. Die Betroffenen können ihr Knie immer
schlechter bewegen. Die ungeschützten Knochenoberflächen reiben gegeneinander
und verursachen Entzündungen im Gelenk, die den Abbau
des Knorpels weiter beschleunigen. Zuletzt ist das entzün-

Dr. Wolfram Steens, Facharzt
für Orthopädie und Spezielle orthopädische Chirurgie,
führte als einer der ersten niedergelassenen Orthopäden
in Deutschland am Elisabeth
Krankenhaus in Recklinghausen Süd die individuellen
Kunststoffschablonen, die auf
Basis der persönlichen Patientenanatomie gefertigt werden, ein. Mithilfe eines bildgebenden, strahlungsfreien
Verfahrens, der Magnetresonanztomographie (MRT),
wird das Patientenknie und
die Beinachse vor der Operation vermessen. Diese Daten nutzt Dr. Steens, um
mittels einer speziellen Software die Operationsplanung
durchzuführen.

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