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Weiterbildung 2-08

Schwerpunkt |
Interview zung durch die Qualitätsinitiative E-Learning in Deutschland(Q.E.D.) entstanden: Dieser neue Standard, der offizielle Namelautet: ISO/IEC 19796-1, bietet das komplette Framework für alle Arten, Organisationen und Anwendungssituationen im Bildungs-bereich, das jeweils individuell angepasst werden kann und muss.Mit dem Instrument ?Qualitätsplattform Lernen? liegt mittlerwei-le auch ein erstes Zertifizierungsinstrument nach dieser Norm vor.Aktuell wird der Standard vom europäischen Standardisierungs-gremium CEN/TC 353 als Kandidat für eine europäische Norm(EN) begutachtet, die dann innerhalb der EU als verpflichtender Qualitätsstandard gelten wird. Neben der Interoperabilität von Lern-angeboten ist gerade die Qualität inklusive Qualitätsentwicklungdie zentrale Herausforderung für erfolgreiches E-Learning und Weiterbildung insgesamt: Hier können nur internationale Standardssich durchsetzen und eine entscheidende Hilfe und nachhaltiges Instrument für die Qualitätssicherung sein. Wie wird aus E-Learning-Sicht Google als Such- und damit Lern-hilfe beurteilt?
Christian M. Stracke: Google mit seiner Suchmaschine bietetein mächtiges Instrument zum Auffinden von Informationen im Internet, das große Problem ist nur die Masse an Treffern, die Lerner leicht überfordern kann. Hier liegt die eigentliche Heraus-forderung: Wir müssen insbesondere die Lernkompetenzen für Problemlösungsstrategien, das Bewerten und Lernen in Blicknehmen und stärken. Dazu hat sich eine erste Initiative im DIN-Workshop ?Kompetenz für die Personalentwicklung? gegründet,damit Kompetenzmodellierung und Kompetenzentwicklungzukünftig beschreibbar und messbar werden. Dazu müsste jedochso früh wie möglich mit dem Aufbau von Lernkompetenzen begon-nen werden: Nicht erst in der Grundschule, schon in Kinderta-gesstätten sollten Kinder den verantwortlichen und kritischen Umgang mit neuen Medien erlernen. In Unternehmen und in der Weiterbildung insgesamt wiederum ist ebenso die Kritikfähigkeitzu stärken, damit die neuen Medien nicht zum Schaden dergeschäftlichen oder persönlichen Ziele werden.Über das Internet sind Informationen und Entwicklungen im inter-nationalen Bereich schneller und direkter zu verfolgen, hat diesdie Weiterbildung (oder das E-Learning) wirklich schon spürbarbeeinflusst und verändert?
Christian M. Stracke: Zunächst ist die Weiterbildung zu eineminternationalen Markt geworden ohne Beschränkung für die Anbieter, und dies gilt noch stärker für das E-Learning. Geradein Unternehmen mit Englisch als Unternehmenssprache ist diesdeutlich zu spüren, da mittlerweile Angebote aus allen Teilen der Welt für Standardthemen stammen können. Bei spezifischen Fachthemen und Softskills mit besonderem kulturellen Hinter-grund ist dies nicht so einfach möglich. Allerdings kann generellkonstatiert werden, dass der weltweite Austausch zwischen den Weiterbildungsexperten stark zugenommen hat, seitdem das Internet die Kommunikationswege erheblich vereinfacht undbeschleunigt hat. So bin ich in den nächsten Tagen nach Koreaeingeladen, um dort die ersten TV-Aufnahmen für einen neuen Master-of-Science-Studiengang mit Thema E-Learning aufzuneh-men, zu dem E-Learning-Experten aus der ganzen Welt gezieltangesprochen wurden, die dann den gesamten Studienganganschließend virtuell abhalten werden. Die Identifikation neuer Lerninnovationen und der Austausch darüber erfolgt via Inter-net in der Tat schneller und direkter und verändert nachhaltigdie Weiterbildung, weniger das E-Learning, wo dies schon immerdazu gehörte. Und im eben schon angesprochenen Bereich der Qualitätsstandards sind konsequenterweise die Entwicklungenauch dramatisch: Wurden früher fast ausschließlich nationale Stan-dards entwickelt, so hat sich in den vergangenen 25 Jahren das Bild komplett gewandelt. Und ebenso hat sich auch die Erkennt-nis durchgesetzt, wie stark und nachhaltig Qualitätsstandards,wohlgemerkt anpassbare(!), die Entwicklung von Bildungsange-boten und Bildungsorganisationen im E-Learning und in der Wei-terbildung unterstützen und verbessern.Das Internet gilt als große Hilfe auf dem Weg zum selbst orga-nisierten, selbst gesteuerten Lernen. Gibt es inzwischen Erfah-rungen, wie die Lernenden das selbst sehen?
Christian M. Stracke: Es gibt eine ganze Reihe von Untersuchun-gen, die belegen, dass es sehr darauf ankommt, wie erfahrender Lerner mit dem selbst organisierten und selbst gesteuerten Lernen ist und welche Affinität er zum Internet besitzt, sprich:Hier stellt sich die Frage nach den Lernkompetenzen und der Ver-arbeitung der vielfältigen Angebote des Internets, die teilweisegroßartig, teilweise schlichtweg unbrauchbar sind, als zentrale Anforderung an den Lerner. Diejenigen, die eine entsprechende Selbstlernkompetenz aufbauen konnten, erfahren das Internetals Bereicherung und nutzen es entsprechend häufig. Danebengibt es aber auch intensive Internetnutzer, die für die Entwick-lung von Selbstlernkompetenz und kritischen Denken noch Unter-stützung benötigen. Hier müssen wir noch verstärkt entspre-chende Angebote etablieren, auch gerade für nachwachsende Generationen. Und viele Lernende nutzen das Internet noch garnicht oder nur wenig, auch für sie müssen passende Einfüh-rungsangebote formuliert werden, damit sich nicht eine digita-le Kluft auftut. Insgesamt sollten wir aber die Vorteile betonen,die der kritische selbst organisierte Umgang mit dem Internetbietet, der vom E-Learning unterstützt wird. Internetlinks |Deutscher E-Learning-Verband:D-ELAN Deutsches Netzwerkder E-Learning Akteure e.V.:www.d-elan.net Internationales Standardisie-rungsgremium SC36:www.iso.org/jtc1/sc36Europäisches Standardisie-rungsgremium CEN/TC 353:www.cen.eu/isss/TC_353Qualitätsinitiative E-Learning in Deutschland(Q.E.D.):www.qed-info.de Das Interview führten Doris Hirschmann und Rainer Güttler
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