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SC Paderborn 07 - Arena-News 14-15 07

Seite 17 SC Paderborn 07 - Arena-News 14-15 07REGELKUNDE

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HANDSPIEL ­
(un)absichtlich oder was?
Ein heiß diskutiertes Thema sowohl
bei Fans als auch in den Medien ist
das Handspiel. Ein Handspiel liegt
vor, wenn ein Spieler den Ball mit
seiner Hand oder seinem Arm absichtlich berührt.
Der Schiedsrichter achtet bei der Beurteilung der Situation auf: die Bewegung der Hand zum Ball (nicht des
Balls zur Hand), die Entfernung zwischen Gegner und Ball (unerwartetes
Zuspiel), die Position der Hand (das
Berühren des Balls an sich ist noch
kein Vergehen), das Berühren des
Balls durch einen Gegenstand in der
Hand des Spielers (Kleidung, Schienbeinschoner usw.), was ein Vergehen
darstellt, das Treffen des Balls durch
einen geworfenen Gegenstand (Schuh,
Schienbeinschoner, etc.), was ein Vergehen darstellt. Soweit die Beschreibung in Textform im Regelheft des
DFB unter Auslegung der Spielregeln
­ Regel 12.

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Durch die Medien wird gerade das
Handspiel seit der Weltmeisterschaft
bis zum heutigen Tage regelmäßig
aufgegriffen. Situationen mit oder
nicht erkannte Handspiele werden
von Experten analysiert. Dabei ist das
Handspiel an sich nicht verboten. Nur
wenn nach Auffassung des Schiedsrichter die Absicht dahinter steht, sich
mit dieser Spielweise einen Vorteil zu

verschaffen, muss der Referee eingreifen. Dies jedoch ist vielen Fußballfans
und selbst manchem Medienvertreter
nicht bekannt.
Beim Spiel des SCP gegen Eintracht
Frankfurt war die gute Spielleitung
des Gespannes um Schiedsrichter Aytekin zu sehen. In zwei Situationen
entschied der Schiedsrichter beim
Aufschrei »Hand« des jeweiligen Anhanges aus meiner Sicht richtigerweise auf Weiterspielen. Lediglich beim
Handspiel des Frankfurter Inui im Strafraum hätte es meiner Meinung nach
Strafstoß und Verwarnung geben müssen, da auch im Nachhinein deutlich
zu sehen gewesen ist, dass der Arm
zum Ball ging und somit nicht regelkonform gespielt wurde. Wir wissen ja,
das Spiel ist 3:1 für den SCP ausgegangen, daher können wir großzügig sein
und sagen »Schwamm drüber!«
Dennoch merke ich an, dass gerade
die Spitzenschiedsrichter im bezahlten
Fußball bei solchen Aktionen Vorbildcharakter haben. Legen sie die Regeln
großzügiger aus, hat das erhebliche
Folgen für die Unparteiischen an der
Fußball-Basis. Sie stehen dann rasch
in der Kritik und bekommen eventuell noch freundlich zu hören: »Bei der
Weltmeisterschaft und in der Bundesliga wird großzügiger entschieden als in
der Kreisliga.«

EXPERTE Erich Drotleff.

Das ist in meinen Augen auch mutiger!
In diesem Sinne,

Euer
Erich Drotleff

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